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Effektiver Dammrückbau

Unsere Flüsse sind verbaut, aufgestaut und eingezwängt. Es fehlt ihnen Dynamik. Aktuelle Analysen zeigen: Rein rechnerisch sind europäische Flüsse jeden Kilometer von einem Querbauwerk blockiert. Experten wie John Waldmann, Biologie-Professor aus den USA, sind sich sicher: Keine andere Maßnahme bringt die ökologische Funktion von Flüssen so effektiv zurück, wie der Rückbau von Dämmen. Die „Dam Removal“-Bewegung begann in den USA: Das Zeitalter des Staudammbaus ist dort vorbei. 

Ammer, Altenauer Schleife © Sigrun Lange
Ammer, Altenauer Schleife © Sigrun Lange

Eine sinnvolle Investition in ökonomisch schwierigen Zeiten

Beth Lambert, Direktorin der Abteilung Renaturierung im Amt für Fische und Wildtiere in Massachusetts, USA, berichtet über Dammrückbau und seinen Nutzen. Die Behörde hat in den vergangenen 10 Jahren über 50 Dämme in Massachusetts zurück gebaut und dies aus gutem Grund. In unserem Interview erzählt die Expertin von ihren Erfahrungen und nennt die vielfältigen Vorteile von Dammrückbau und Flussrenaturierung. Wir haben sie gefragt: „Ist Dammrückbau ein kluges Investment in Zeiten von Corona?“ 

Erfahren Sie hier ihre Antwort:

Das gesamte Interview mit Beth Lambert enthält viele weitere Aspekte zum Thema. Der Journalist Matthias Schickhofer unterhält sich mit der Expertin über die Voraussetzungen für erfolgreiche Dammrückbauprojekte und die vielseitigen – auch ökonomischen – Vorteile. Dabei geht er auch gezielt auf Fragen wie das Wasserkraftpotential in Massachusetts ein, er erfährt, wie die Bevölkerung zu Renaturierungsprojekten steht und wie sich die Meinung dazu ändern kann, und er lernt Beth‘ persönliche Motivation kennen.

 

Hier erhalten Sie einen spannenden Einblick in Beth‘ Arbeit und Engagement für (wieder) frei fließende Flüsse:

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten aus dem Interview mit Beth Lambert hier für Sie hier zusammen gestellt: Zusammenfassung des Interviews

Lebendige Flüsse im Alpenraum

Auch in Europa wurden mittlerweile rund 5.000 Dämme entfernt, insbesondere in Frankreich, Schweden, Finnland, Spanien, Großbritannien und dem Baltikum. Der größte Dammrückbau in Europa findet derzeit an der Sélune in Frankreich statt.

 

Gäbe es nicht auch im (Vor-)Alpenraum und Bayern gute Möglichkeiten, um durch Dammrückbau wieder mehr lebendige und frei fließende Flüsse zu schaffen? Potential dafür besteht ausreichend. So gibt es nach wie vor zahlreiche Abstürze, Sohlschwellen, alte Kraftwerke und Stauhaltungen, die obsolet geworden sind und unnötige Barrieren für migrierende Fische und andere Flussbewohner darstellen.

 

Der Rückbau dieser Querbauwerke kann maßgeblich zur Wiederherstellung ursprünglicher Flusslebensräume beitragen, wie das Beispiel der Windach in Oberbayern zeigt. Damit würden wir auch den Verpflichtungen aus der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie besser nachkommen, wonach bis 2027 für alle Flüsse ein guter ökologischer Zustand bzw. ein gutes ökologisches Potential erreicht werden muss. 

Ein gelungenes Rückbauprojekt in Oberbayern: Das Windacher Wehr

Aufgrund von zahlreichen Quer- und Längsbauwerken ist die Windach, ein Zufluss der Amper am Ammersee in Oberbayern nur bedingt als Lebensraum für Fische geeignet. Ihr ökologischer Zustand ist „unbefriedigend“. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat die Aufgabe, dies zu ändern und ist auf einem guten Weg.

 

2019 wurde das Windacher Wehr entfernt. Markus Brandtner, Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamt in Weilheim, berichtet von seinen Erfahrungen beim Rückbau. Er erläutert die Hintergründe, die zu der Entfernung der Barriere geführt haben und berichtet von dem resultierenden ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen. Die künftige Gestaltung des ehemaligen Mühlkanals wird zeitnah und im Dialog mit der Bevölkerung geplant. 

Das Interview mit Markus Brandtner über den Rückbau des Windacher Wehrs hier zum nachlesen: Interview mit Markus Brandtner

Dam Removal goes Alps Seminar

Sowohl Beth Lambert mit ihren wertvollen Erfahrungen in Massachusetts, als auch Markus Brandtner werden ihr Wissen als Gastredner bei der Veranstaltung „Dam removal goes Alps“ mit uns teilen. Die für Mai 2020 geplante internationale Tagung in Holzhausen am Ammersee musste leider aufgrund der Corona-Situation auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Sie wird nun voraussichtlich im Mai/ Juni 2021 stattfinden. Sobald ein Ersatztermin feststeht, werden wir Sie darüber informieren.

 

Bei der Tagung wollen wir von den Erfahrungen aus ganz Europa lernen, den ökologischen, ökonomischen, aber auch den sozialen Nutzen von Dammrückbauten diskutieren, die Potentiale für Rückbau auch im Alpenraum aufzeigen und die notwendigen Rahmenbedingungen für Dammrückbau skizzieren. Und natürlich soll der gegenseitige Austausch und die Vernetzung zwischen relevanten Akteurinnen und Akteuren aus Behörden, Planungsbüros, Naturschutz, Wissenschaft, Freizeitnutzung, Tourismus und Politik angeregt werden.

 

Die Tagung sollte zeitgleich mit dem „Weltfischwandertag“ am 16. Mai 2020 stattfinden. Unter dem Motto „Fische, Flüsse und Menschen miteinander verbinden“ will der globale Aktionstag ein Bewusstsein schaffen für die Bedeutung frei fließender Flüsse und wandernde Fischarten. Der Aktionstag wird von der „World Fish Migration Foundation (WFMF)“ koordiniert. Auch er wurde verschoben und findet nun am 24. Oktober 2020 statt. Organisationen und Flussfreunde auf der ganzen Welt sind dazu aufgerufen, eigene Aktionen für den Weltfischwandertag zu organisieren. Im Jahr 2020 soll insbesondere unsere Liebe zu Fischen und Flüssen thematisiert werden. Denn Liebe fließt.

 

Lassen wir uns von der weltweiten Dammrückbau-Bewegung inspirieren und ein Teil davon werden! Im Flyer sind die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Unterstützer des Projekts

Unterstützer des Dam Removal Projekts
Unterstützer des Dam Removal Projekts

KONTAKT

Wolfgang Hug

Büroleiter
WWF-Büro Weilheim
Tel.: 0881-122333-11
wolfgang.hug(at)wwf.de

Sigrun Lange

Referentin Kommunikation Alpenflusslandschaften und Naturschutz
WWF-Büro Weilheim
Tel.: 0881-122333-13
sigrun.lange(at)wwf.de

Stefan Ossyssek
Referent Wildflüsse
WWF-Büro Weilheim

Tel.: 0881-122333-12
stefan.ossyssek(at)wwf.de

 

Franka Lenz

Projektassistenz
WWF-Büro Weilheim
Tel.: 030-311 777-354
franka.lenz(at)wwf.de

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