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Stand: 17.12.2018

Chico Mendes: Ein Leben für den Amazoans

Chico Mendes wurde ermordet, weil er sich für den Amazonas-Regenwald einsetzte. Am 22. Dezember 2018 ist das genau 30 Jahre her: Würdigung eines Naturschutzpioniers, der für die Arbeit des WWF und den Schutz der Wälder weltweit bis heute große Bedeutung hat.

Chico Mendes bezahlte für den Schutz des Amazonas mit seinem Leben © Historical Cultural Heritage Department
Chico Mendes bezahlte für den Schutz des Amazonas mit seinem Leben © Historical Cultural Heritage Department

„Sie haben so hart gekämpft damals. Dabei waren sie bei weitem nicht so gut vorbereitet wie wir heute. Wir müssen diese Bewegung ehren.“ Raimundo Cunha, 27, aus Brasilien spricht von den Kautschuksammlern, die in den 1970er Jahren für den Erhalt des Tropenwaldes als nachwachsende Rohstoffquelle kämpften – und von ihrem Anführer und Gründer ihrer Gewerkschaft, Chico Mendes. Chico Mendes hieß mit bürgerlichem Namen Francisco Alves Mendes Filho und war einer der wichtigsten Verfechter für den Schutz des Amazonas. Zwei Tage vor Weihnachten 1988 wurde er von Großgrundbesitzern ermordet, denen sein Einsatz für den Wald ein Dorn im Auge war.

Gemeinsam gegen die Abholzung

Chico Mendes verfolgte zunächst vor allem soziale Ziele. Wie er selbst lebten die Menschen, für die er eintrat, im und vom Wald. Das macht ihn bis heute zum bedeutenden Umweltschützer. „An seiner Seite zu kämpfen, war großartig“, erzählt Mendes’ Cousin Raimundão Barros. „Es war nie ein Kampf um Eitelkeit oder Geld. Es ging immer darum, eine Welt der Gleichheit zu schaffen.“ Chico Mendes vereinte die bis dahin eher verfeindeten Kautschuksammler und Indigenen Brasiliens zum gemeinsamen gewaltfreien Widerstand gegen Holzwirtschaft und Viehzüchter.

RESEX: Er hat’s erfunden

1987: Chico Mendes erhält den Umweltpreis Global 5 der UNO © Historical Cultural Heritage Department
1987: Chico Mendes erhält den Umweltpreis Global 5 der UNO © Historical Cultural Heritage Department

Selbstverwaltete Schutzgebiete, beantragt von Extractivistas – das sind traditionell lebende meist ehemalige Kautschuksammlerfamilien, um den Regenwald hier nachhaltig und nach ihren Traditionen zu nutzen: Dafür steht die Abkürzung RESEX (reserva extravista). Erfunden und erkämpft hat diese RESEX-Schutzgebiete einst Chico Mendes.

 

Heute liegt das Prinzip an vielen Orten der Schutzgebietsarbeit des WWF zugrunde. Auch das weltgrößte Schutzgebietsnetzwerk ARPA, an dem der WWF Deutschland mitarbeitet, besteht teilweise aus RESEX-Gebieten.

 

 

Danke!

Der WWF würdigt den Pionier des Umweltschutzes zum dreißigsten Jahrestag seines Todes und beteiligt sich an der jährlichen Chico-Mendes-Woche in seiner Heimatstadt Xapuri im brasilianischen Bundesstaat Acre und an einer Gedenkausstellung in der Hauptstadt Brasilia. Bis heute inspiriert Chico Mendes junge Menschen, sich für den Erhalt des Amazonas einzusetzen. "Wir sind die nächste Generation, die für unsere Wälder und das Wohl der Menschen kämpfen wird.“ Alcidete Flecha Moraes, 21, stammt aus einem der ersten RESEX-Schutzgebiete in Brasilien, Rio Cajari. „Mut und Beharrlichkeit werden uns ans Ziel führen."

   
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