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Stand: 22.03.2019

Meilenstein im Jaguar-Monitoring

In den vergangenen 100 Jahren hat der Jaguar etwa die Hälfte seines Verbreitungsgebietes verloren – heute leben knapp 90 Prozent des Gesamtbestandes im Amazonasbecken. Alle 33 Subpopulationen außerhalb des Amazonas sind gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Dass die Großkatze in geschützten Lebensräumen am besten gedeiht, bestätigen jüngste Monitoring-Ergebnisse aus dem Napo-Putumayo-Korridor: Die Zahl der Jaguare und ihrer Beutetiere ist dort erfreulich hoch – ein Durchbruch für das Monitoring-Projekt und die Naturschutzarbeit im gesamten Amazonasgebiet.

Schutzgebiete helfen dem Jaguar © Daisy Fong
Schutzgebiete helfen dem Jaguar © Daisy Fong

64.000 Bilder geben Aufschluss

Für das grenzübergreifende Biomonitoring des WWF wurden 129 Kamerafallen in Peru, Ecuador und Kolumbien aufgestellt. Die 54.000 Hektar große untersuchte Fläche verteilt sich auf zwei staatliche Schutzgebiete sowie ein indigenes Territorium. In dem vier Monate andauernden Erfassungszeitraum liefen mehr als 25 Jaguare vor die Linsen der Kameras. Einige Großkatzen tappten mehrfach, an teilweise weit voneinander entfernten Orten, in die Fotofallen. Sie konnten anhand der Fellzeichnung identifiziert werden. Insgesamt wurden 27 Säugetierarten dokumentiert – darunter alle 8 vom Jaguar als Beutetier bevorzugten Arten. Auf Basis dieser einzigartigen Daten konnte der Jaguar-Bestand für das gesamte Monitoring-Gebiet auf etwa 200 Tiere geschätzt werden. Auch fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Vielfalt der an Land lebenden Säugetiere erfreulich groß ist und sich zudem gleichmäßig über die Fläche verteilt.

Starke Argumente für besseren Schutz

Der Jaguar gehört zu den elementaren Indikatoren für den Zustand seines Lebensraumes. Kommt er in einer bestimmten Häufigkeit vor und sind auch seine wichtigsten Beutetiere vorhanden, ist das ein sicheres Zeichen für ein intaktes Ökosystem.

Die aktuellen Ergebnisse sind also ein Hinweis auf die große Bedeutung des Napo-Putumayo-Korridors für den Erhalt der Biodiversität im Amazonas. Nicht zuletzt belegen sie den enormen Wert dieses Gürtels aus geschützten Gebieten als Bollwerk gegen eine der größten Entwaldungsfronten im Amazonas – eine sich von den Anden her nähernde Bedrohung, die mit Feuer und Motorsägen immer tiefer in den Wald eindringt.

Unsere Arbeit geht weiter

Der WWF setzt derzeit den zweiten Zeitabschnitt des Jaguar-Monitorings im Napo-Putumayo-Korridor um und arbeitet gleichzeitig an der Ausweitung des Vorhabens auf Brasilien und Bolivien. Helfen Sie uns dabei, weitere Daten zu sammeln, Populationstrends zu erfassen und damit den Schutz des Amazonas-Regenwaldes entschlossen voranzutreiben.

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