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Stand: 01.08.2019

Meilenstein im Jaguar-Monitoring

In den vergangenen 100 Jahren hat der Jaguar etwa die Hälfte seines Verbreitungsgebietes verloren – heute leben knapp 90 Prozent des Gesamtbestandes im Amazonasbecken. Alle 33 Subpopulationen außerhalb des Amazonas sind gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Dass die Großkatze in geschützten Lebensräumen am besten gedeiht, bestätigen jüngste Monitoring-Ergebnisse aus dem Napo-Putumayo-Korridor: Den Schätzungen zufolge leben etwa 2.000 Tiere in der Gegend.

Schutzgebiete helfen dem Jaguar © Daisy Fong
Schutzgebiete helfen dem Jaguar © Daisy Fong

64.700 Bilder geben Aufschluss

Für das grenzübergreifende Biomonitoring des WWF wurden 129 Kamerafallen in Peru, Ecuador und Kolumbien aufgestellt und über zwei Jahre hinweg Bilder gesammelt. Die 131.000 Hektar große untersuchte Fläche verteilt sich auf zwei staatliche Schutzgebiete sowie ein indigenes Territorium. "Das Jaguar-Monitoring in Kolumbien, Ecuador und Peru hilft uns, die Art besser zu schützen. Wir erhalten dadurch Informationen, die wir vorher nicht hatten“, erklärt Joaquin Carrizosa, vom WWF Kolumbien. „Für uns ist das essenziell, um bessere Entscheidungen bezüglich des Managements und der nachhaltigen Gestaltung des Gebietes zu treffen.“

  

Einige Großkatzen tappten mehrfach, an teilweise weit voneinander entfernten Orten, in die Fotofallen. Sie konnten anhand der Fellzeichnung identifiziert werden. Insgesamt wurden 27 Säugetierarten dokumentiert – darunter alle acht vom Jaguar als Beutetier bevorzugten Arten. Auf Basis dieser einzigartigen Daten konnte der Jaguar-Bestand für das gesamte Monitoring-Gebiet auf etwa 2.000 Tiere geschätzt werden. Auch fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Vielfalt der an Land lebenden Säugetiere erfreulich groß ist und sich zudem gleichmäßig über die Fläche verteilt.

 

An dem ersten grenzüberschreitenden Monitoring zum Schutz des Jaguars nahmen indigene Gemeinschaften und Parkranger aus den Schutzgbieten aller drei Länder teil. Ziel ist es, diese Bestandsaufnahme in fünf Jahren zu wiederholen, um zu sehen, wie sich die Jaguar-Population entwickelt.

Grenzübergreifender Schutz

 "Wir wollen eine Grundlage für die Erhaltung des Jaguars in diesem grenzüberschreitenden Gebiet schaffen und denken über eine permanente Überwachung des Gebiets nach", so José. Jessica Pacheco, Wald- und Wasserbeauftragte des WWF Ecuador, verweist ebenfalls auf die Bedeutung der sogenannten ökologischen Korridore. "Die Jaguare kennen keine Grenzen, also bewegen sie sich über große Gebiete, unabhängig von politischen Grenzen. Jeder Einzelne braucht einen großen Raum um genügend Beute zum Überleben zu haben.

 

Wichtige Partner für den Erhalt der Jaguar-Population sind die indigenen Gemeinschaften, in deren Territorien die Schutzgebiete zum Teil liegen. „Angehörige der Zábalo, Cofán und Zancudo Cocha wurden in der Verwendung von Kamerafallen und GPS-Geräten geschult,“ erklärt Jessica Pacheco.

Starke Argumente für besseren Schutz

Der Jaguar gehört zu den elementaren Indikatoren für den Zustand seines Lebensraumes. Kommt er in einer bestimmten Häufigkeit vor und sind auch seine wichtigsten Beutetiere vorhanden, ist das ein sicheres Zeichen für ein intaktes Ökosystem.

Die aktuellen Ergebnisse sind also ein Hinweis auf die große Bedeutung des Napo-Putumayo-Korridors für den Erhalt der Biodiversität im Amazonas. Nicht zuletzt belegen sie den enormen Wert dieses Gürtels aus geschützten Gebieten als Bollwerk gegen eine der größten Entwaldungsfronten im Amazonas – eine sich von den Anden her nähernde Bedrohung, die mit Feuer und Motorsägen immer tiefer in den Wald eindringt.

Unsere Arbeit geht weiter

Der WWF setzt derzeit den zweiten Zeitabschnitt des Jaguar-Monitorings im Napo-Putumayo-Korridor um und arbeitet gleichzeitig an der Ausweitung des Vorhabens auf Brasilien und Bolivien. Helfen Sie uns dabei, weitere Daten zu sammeln, Populationstrends zu erfassen und damit den Schutz des Amazonas-Regenwaldes entschlossen voranzutreiben.

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