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Stand: 13.06.2018

Drömling – einzigartige Niederungslandschaft zwischen Aller und Ohre

Drömling Feuchtwiese © Matthias Kausche
Drömling Feuchtwiese © Matthias Kausche

In den Niederungen zwischen den Flüssen Aller und Ohre entstand in Norddeutschland nach der letzten Eiszeit ein vielfältiges Labyrinth aus Feuchtwiesen, Mooren und Bruchwäldern, heute Heimat für seltene Pflanzen und Tiere. Wie viele Feuchtgebiete wurde auch der Drömling seit Jahrhunderten entwässert. Der WWF setzt sich deshalb seit fast 30 Jahren mit einem Bündel von Maßnahmen für die Renaturierung dieses knapp 300 Quadratkilometer großen Feuchtgebietes ein. Das charakteristische Labyrinth aus Feuchtwiesen, Mooren, Wasserläufen, Bruch- und Auwäldern wird langfristig gesichert. Storch, Fischotter und Co kehren nach und nach zurück.

Drömling Flachwasserlandschaft © WWF
Drömling Flachwasserlandschaft © WWF

Das beeindruckende Naturparadies in den Flussniederungen von Aller und Ohre gelegen, bildet mit ca. 300 Quadratkilometern eines der größten Niedermoorgebiete Deutschlands. Rund 80 Prozent des Drömlings liegen in Sachsen-Anhalt und 20 Prozent in Niedersachsen. Gemeinsam mit den flächenmäßig betroffenen Landkreisen gründete der WWF den Zweckverband „Naturschutzgroßprojekt Drömling / Sachsen-Anhalt“ und konnte so seit 1991 über 4.200 Hektar Eigentumsflächen erwerben, weitere 1.850 Hektar wurden durch öffentliche Institutionen oder lokale Naturschutzinitiativen zur Verfügung gestellt. Bereits Mitte der achtziger Jahre hat der WWF erste Feuchtwiesenflächen im niedersächsischen Drömling gekauft.

Tier- und Pflanzenarten in der Drömling-Region

Die durchgeführten Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen, insbesondere die Wiedervernässung vieler Feuchtgebiete, haben einen positiven Einfluss auf die Bestände der Leitarten, die die Qualität ihrer Lebensräume widerspiegeln: Fischotter und Biber haben wieder Nachwuchs, Seeadler brüten in der geschützten Kernzone und suchen ihre Beute an den offenen Wasserflächen. Der Drömling ist heute wieder ein wichtiges Brutgebiet und ein international bedeutsamer Rastplatz für Wasservögel. Er bietet Lebensraum für Braunkelchen, Bekassinen und die letzten Brutpaare des Großen Brachvogels. Die Zahl der Kiebitz-Brutpaare hat sich nach einem Einbruch in den 90ger Jahre wieder auf fast 100 Brutpaare erhöht. Ein besonderes Naturschauspiel bietet der jährliche Vogelzug, bei dem hier bis zu 10.000 Kraniche und 20.000 Gänse auf dem Zug rasten. Rund 50 Weißstorchpaare finden auf den feuchten Flächen ausreichend Nahrung für ihre Jungen. Auch bei anderen Feuchtgebietsbewohnern, wie Laub- und Moorfrosch, wachsen nun die Bestände. Beste Beweise für eine gelungene Renaturierung eines großen Naturraumes.

Bedrohungen des Drömling-Gebiets

Ohre - Drömling-Zufluss © WWF
Ohre - Drömling-Zufluss © WWF

Im Zuge der Industrialisierung fand die Trockenlegung des Drömlings 1945 seinen Höhepunkt. Den moortypischen Tieren und Pflanzen fehlte das notwendige Nass, die Trinkwasserversorgung der Region war gefährdet. Zudem bereitete die fortschreitende Degeneration der Niedermoorböden Sorge. Besonders aus Sicht des Klimaschutzes ist dies eine fatale Entwicklung, denn aus den sich an der Luft nun zersetzenden Moorböden entweicht Kohlenstoff, aus dem sich in der Atmosphäre das klimaschädliche Treibhausgas CO2 entwickelt. Ein Ansporn, um in den kommenden Jahren auch für weitere Flächen den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen - als Beitrag für den Erhalt der Biodiversität und als Beitrag zum Grundwasser- und Klimaschutz. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Entwicklung der Fließgewässer mit der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, insbesondere an der Ohre.

Das macht der WWF

Wald-, Wiesen- und Sumpfgebiet rund um den Drömling © WWF
Wald-, Wiesen- und Sumpfgebiet rund um den Drömling © WWF

Zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur weiteren Beförderung einer regionalen Entwicklung planen die Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen im Drömling durch ein gemeinsames, länderübergreifendes Biosphärengebiet das Erreichte weiter voranzubringen. Der Zweckverband und der WWF unterstützen die Ausweisung und bringen Eigentumsflächen für die erforderlichen 3 Prozent nutzungsfreier Kernzone ein. Wir wollen als WWF weitere Wiesen- und Waldflächen kaufen, sie vor einer Nutzungsintensivierung bewahren und ihre naturnahe Entwicklung ermöglichen. Eichen und Buchen dürfen bei uns zu „Methusalembäumen“ werden. Hier fühlen sich auch Spechte, Fledermäuse und holzbewohnende Käfer wohl.


Eine Herausforderung ist und bleibt das Vorhalten von hohen Grundwasserständen, die für die Lebensgemeinschaften der Feuchtwiesen und –wälder notwendig sind. Nutzungskonflikte können hier nur durch den Ankauf betroffener Flächen entschärft werden. Erst auf den Eigentumsflächen können entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden. Helfen Sie uns weitere Wald, Wiesen und Moorflächen im Drömling zu erwerben!

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