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Stand: 21.12.2017

Mittlere Elbe – Natur im Fluss

Naturschutzgebiet "Mittlere Elbe" von oben © Christian Dobisch
Naturschutzgebiet "Mittlere Elbe" von oben © Christian Dobisch

In weiten Bögen durchströmt sie ein flaches, breites Tal mit Auenwäldern und -wiesen, trockenen Dünen, Flutrinnen und Altwässern: Die Mittlere Elbe. Diese abwechslungsreiche Landschaft bietet Lebensraum für eine große Vielfalt von auentypischen Pflanzen und Tieren. Ziel der WWF-Arbeit hier ist es, diese selten gewordenen Lebensräume zu entwickeln und langfristig zu schützen. Ausgewählte Maßnahmen wie z.B. Deichrückverlegungen schaffen einen durchgehenden Verbund echter, überflutbarer Auenwälder. Auch das Nahebringen der Besonderheit der Elblandschaft und der Begeisterung für diesen Naturraum sind ein großes Anliegen des WWF.

Die Projektregion befindet sich in der naturräumlichen Einheit „Elbe-Mulde-Tiefland“ und umfasst einen der letzten großen, noch weitgehend zusammenhängenden Auenwaldkomplexe Mitteleuropas. Sie ist Teil des Biosphärenreservates Mittelelbe sowie des europäischen Schutzgebiets-Netzwerkes Natura 2000. Die Projektregion ist rund 13.000 Hektar groß. Der WWF besitzt hier ca. 1500 Hektar Flächen und kann so langfristig für die Sicherung und Entwicklung im Sinne des Naturschutzes sorgen.

Mittlere Elbe als Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Dieser besonders naturnahe, dynamische und waldreiche Teil der Elbauen bietet wichtige Lebensräume für eine ungeheure Vielzahl auentypischer Tiere und Pflanzen wie Moorfrosch, Elbebiber und Sibirische Schwertlilie. Viele Vogelarten nutzen die Projektregion als Brut-, Rast- und Durchzugsgebiet. 179 regelmäßige Brutvogel- und über 130 Gastvogelarten wurden bislang nachgewiesen. So brüten hier wieder regelmäßig See- und Fischadler, Graureiher und Kormorane sorgen sich um ihren hier geborenen Nachwuchs. Der Mittelspecht ist ebenso ein typischer Bewohner der Wälder des Biosphärenreservates wie der bedrohte Schwarzstorch, der regelmäßig als Durchzügler, aber auch als Nahrungsgast von außerhalb gelegenen Brutplätzen anzutreffen ist. Auch die Insektenwelt mit über 700 Schmetterlingsarten, 200 Bienenarten und 50 Libellenarten ist sehr vielfältig. Von den Käfern sind insbesondere der Heldbock und ebenso der Hirschkäfer zu nennen, die zu den größten Käfern Mitteleuropas gehören und hier ihre letzten Rückzugsräume finden.

Bedrohungen für die Elbe

Auch an der Elbe wurde die typische Auenlandschaft über weite Strecken vernichtet: Deiche für den Hochwasserschutz haben ca. 80 Prozent der Auenfläche vom Fluss abgeschnitten. Die Elbe wurde begradigt, das Flussbett festgelegt, der Wasserspiegel sinkt – die Auen drohen auszutrocknen. Bauten für die Schifffahrt veränderten die Dynamik im Fluss – wertvolle Lebensräume gingen verloren. Land- und Forstwirtschaft haben Auenwälder und -wiesen zu stark genutzt – auf Kosten der biologischen Vielfalt und des Hochwasserschutzes. Denn: intakte, überflutbare Auen können große Wassermengen auffangen - umso mehr gewinnen die Naturschutzprojekte des WWF an der Mittleren Elbe auch für einen ökologischen Hochwasserschutz an Bedeutung.

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