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Stand: 28.05.2018

Garten Eden der Artenvielfalt: Mangroven in Fidschi und Papua Neu-Guinea

Neu gepflanzte Mangroven - Fidschi Inseln © Marcel Keurntjes / WWF
Neu gepflanzte Mangroven - Fidschi Inseln © Marcel Keurntjes / WWF

Sie sind ein einzigartiger ökologischer Schatz: Die grünen Mangrovenwälder an den Stränden von Fidschi und Papua Neu-Guinea im Südpazifik. Das dicht verschlungene Wurzelwerk der Mangroven im Gezeitenbereich ist nicht nur Wellenbrecher und wichtiger Küstenschutz. Die Mangroven sind auch idealer Lebensraum für Krebse, Schnecken, Langusten und Garnelen. An den langen Stelzwurzeln im kristallklaren, warmen Salzwasser siedeln Muscheln, Algen, Schwämme und Seeanemonen. Bunt schillernde, winzige tropische Fische, die später die vorgelagerten Korallenriffe bevölkern, haben hier ihre Laich- und Aufzuchtgebiete. Erst vor kurzem haben Meeresbiologen in den Mangrovengebieten an den Mündungen der Flüsse Ba und Rewa auf der Fidschi-Insel Viti Levu die weltweit größte Kinderstube für Hammerhaie entdeckt.

Ohne Mangroven sieht die Zukunft im Paradies düster aus

Gerodete Mangroven © naturepl
Gerodete Mangroven © naturepl

Doch immer mehr Mangrovenwälder im Südpazifik gehen unwiederbringlich verloren: Durch jahrzehntelangen Raubbau der Inselbewohner und durch die Folgen des Klimawandels. Der Meeresspiegel auf Fidschi steigt nach Schätzungen von Klimaforschern inzwischen jährlich um durchschnittlich sechs Millimeter. Und das Wetter wird extremer. Verheerende Wirbelstürme nehmen zu, immer öfter treffen Sturmfluten ungebremst auf die Inseln. Wo Mangrovenwälder seit Generationen als Brennholz oder zum Bauen und Kochen abgeholzt wurden, verschwinden nicht nur wertvolle Laichgebiete für Fische. Es fehlt auch das dichte, die Küsten schützende Wurzelgeflecht. Das treibt Erosion und Landverlust weiter voran. Fidschis Regierung wird deshalb voraussichtlich 600 küstennahe Dörfer ganz oder teilweise verlegen müssen. Die Menschen dort und in Papua Neu-Guinea bekommen die zerstörerischen Folgen des Klimawandels also besonders heftig zu spüren. Wenn sie ihre Mangrovenwälder nicht schützen, entziehen sie sich selbst die Lebensgrundlage und geben ihre Dörfer den Naturgewalten preis. Sie müssen umdenken und ihr Leben an die neuen Herausforderungen anpassen. Denn ohne Mangroven hat ihre Heimat keine Zukunft.

Dem Wandel trotzen – „Living with Change“

Kinder pflanzen Mangroven bei Kavewa (Fidschi) © WWF
Kinder pflanzen Mangroven bei Kavewa (Fidschi) © WWF

Das WWF-Projekt „Living with Change“ hilft, bestehende Mangrovenwälder zu erhalten und bereits geschädigte Küstenstreifen wieder aufzuforsten. In der Provinz Madang im Norden von Papua Neu-Guinea und der Provinz Ba auf Fidschis Hauptinsel Viti Levu gibt es jetzt Mangroven-Management-Komitees. Mit Hilfe von WWF-Experten kartieren die Dorfbewohner die Mangrovenbestände. Sie entscheiden, wo ihr Schutz am dringendsten nötig ist und organisieren die Neuanpflanzung. Für kommende Hurrikans erarbeitet der WWF gemeinsam mit ihnen Katastrophenschutzpläne. Schutzräume werden gebaut und Saatgutbänke eingerichtet, damit Felder und Äcker nach einer Sturmflut möglichst schnell wieder Früchte tragen. Damit die Fischbestände in der Provinz Ba auf Viti Levu nicht leer gefischt werden, erarbeitet der WWF gemeinsam mit Fischern und Behörden Fangpläne. Die Fischer vermessen ihre Fänge und ziehen anhand der Größe der Fische Rückschlüsse auf die Population. Wenn nötig, werden für bedrohte Arten befristete Fangverbote verhängt und auf den Lizenzen der Fischer vermerkt.

Navota Frauen sammeln Bananen © WWF
Navota Frauen sammeln Bananen © WWF

In der Provinz Madang in Papua Neu-Guinea prüft der WWF, ob die derzeitigen Einkommensquellen der Dorfbewohner bei voranschreitendem Klimawandel noch sinnvoll und nachhaltig sind. Staat und internationale Geldgeber hatten dort seit einiger Zeit vermehrt Land- und Viehwirtschaft gefördert, um die wachsende Überfischung einzudämmen. Allerdings vergiften Pestizide und Düngemittelreste, die über Flüsse ins Meer getragen werden, das Wasser in den Laichgebieten der Mangroven und bedrohen damit den Nachwuchs der Fische. Neue, sorgsam ausgewählte, alternative Einnahmequellen sind also gefragt. Erklärtes Ziel des WWF dabei ist, nicht nur den Männern das Geldverdienen zu überlassen, sondern auch Frauen zu stärken. Für sie könnte nachhaltiger Tourismus in kleinen Guesthouses eine Lösung sein. In dem Dorf Sarrar gibt es schon erste erfolgreiche Projekte.

Finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hilft das Projekt „Living with Change“ den Menschen im Südpazifik also, den Folgen des Klimawandels zu trotzen, den Wert der Mangrovenwälder zu verstehen, sie zu schützen und so ihre Lebensgrundlage nachhaltig zu sichern. Damit bleiben wertvolle, artenreiche Ökosysteme in zwei weltweit bedeutenden pazifischen Meeresgebieten - dem Großen Meeresriff der Fidschi-Inseln und den Küstenstreifen von Madang in Papua Neu-Guinea - erhalten.

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