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Stand: 02.03.2018

Leopard: Rückkehr nach Europa

Er gehört zu den seltensten Tierarten der Erde: Der Kaukasus-Leopard. Die auch als Persischer Leopard bekannte Raubkatze bevölkerte einst weite Teile der Kaukasus-Region bis in den europäischen Teil hinein. Lediglich 40 bis 60 lebende Exemplare, so vermuten Wissenschaftler, haben die mitleidlose Bejagung und den Rückgang der Lebensräume in teils voneinander isolierten Unterpopulationen überstanden. Nun gibt es aus dem Zangezur- (Aserbaidschan und Armenien) und Talish-Gebirge (Süd-Ost-Aserbaidschan), in dem der WWF seit vielen Jahren ein Leopardenschutzprogramm unterhält, die ersten Nachweise von Jungtieren, die sich Lebensräume zurück erobern.

Eine Zukunft für den Kaukasus Leopard © Michael Evers / WWF
Eine Zukunft für den Kaukasus Leopard © Michael Evers / WWF

Der Lebensraum des Kaukasus-Leoparden umfasst die unterschiedlichsten Ökosysteme – von sommergrünen Mischwäldern bis weit hinauf ins baumfreie Hochgebirge. Trotzdem ist der Leopard eine der seltensten und gefährdetsten Tierarten in der Ökoregion Kaukasus.

Grenzüberschreitender Artenschutz

Vor 10 Jahren begann der WWF mit einem grenzüberschreitenden Leopardenschutzprogramm im Süd-Kaukasus. Neben den Umweltministerien der Länder ist die IUCN (SSC, Cat Specialist Group) ein wichtiger Partner im Leopardenschutzprogramm. So konnte in den vergangenen Jahren eine Regionale Leopardenschutzstrategie und darauf aufbauend nationale Leopardenschutz-Aktions-Pläne (für Armenien, Georgien und Aserbaidschan) erstellt werden. Ziel ist das Schutzgebietsnetz in Schlüsselgebieten des Leoparden zu erweitern und langfristig durch identifizierte Wildkorridore zu vernetzen.

Wildhüter Nelson Stepanyan © WWF
Wildhüter Nelson Stepanyan ©  WWF

So konnte mit Hilfe des WWF in den vergangen fünf Jahren beispielsweise in der Syunik-Region (Armenien) über 80.000 Hektar (über 20 Prozent der Provinzfläche) wichtiger Leopardenlebensraum unter Schutz gestellt werden. Gleichzeitig wurden sowohl die Schutzgebiets-Verwaltungen als auch die staatliche Umweltinspektion durch den WWF unterstützt, die Wilderei effizienter zu bekämpfen. Viele Wildhüter wurden bereits geschult; Schutzhütten, Schlagbäume, Geländewagen und Feldausrüstung (wie GPS Geräte, Ferngläser etc.) wurden beschafft. Schulcamps in Schutzgebiete, Exkursionen für Studenten und kleine Leoparden-Kampagnen in den Hauptstädten sollen gleichzeitig auf die Situation der Kaukasus-Leoparden hinweisen.

Erste Erfolge: Die Wilderei geht zurück

Erste Erfolge zeigen sich jetzt: Die Wilderei ist dort nachweislich zurückgegangen. Bezoar-Ziegen und Gmelin-Mufflons, selbst gefährdete Arten und wichtige Beutetiere für Leoparden, konnten sich bereits erholen. Bis heute war der WWF im südlichen Armenien am Aufbau von 18 Schutzgebieten beteiligt. 20 Prozent der Fläche stehen bereits unter Schutz. Im Jahr 2014 ist uns ein weiterer, entscheidender Schritt gelungen: Die Einrichtung des Schutzgebietes Gnishik. Mit seiner über 6000 Hektar großen Fläche stellt das Gebiet einen wichtigen Lebensraum für den Kaukasus-Leopard dar. Erste Erfolge haben sich in Gnishik schon nach wenigen Monaten gezeigt: Wildhüter entdeckten Leoparden-Spuren. Somit ist Gnishik wieder attraktiv für den Leopard, weil seine Beutetiere wie zum Beispiel die Bezoarziege hier heimisch sind.

 

Darüber hinaus unterstützt der WWF Russland im russischen Sotschi-Nationalpark ein großes Wiederansiedlungsprojekt für den Kaukasus-Leoparden. Die ersten drei Leoparden aus dem hierfür großflächig angelegten Zucht- und Auswilderungsgehege wurden im Sommer 2016 in die freie Wildbahn entlassen.

Auch Wildbestände erholen sich

Wildbestände erholen sich © Hartmut Jungius / WWF
Wildbestände erholen sich © Hartmut Jungius / WWF

Ein umfangreiches, grenzübergreifendes Monitoring-Programm in den WWF-Projektgebieten für Leoparden und Beutetierarten bringt wertvolle Ergebnisse für weitere Leoparden-Schutzmaßnahmen und ist gleichzeitig ein wichtiger Erfolgsmesser für die geleistete Arbeit. So gibt es erste Indizien, dass sich die Schalenwildbestände in Projektgebieten des WWF-Leopardenschutzprogramms langsam, aber stetig erholen. In Südarmenien und der angrenzenden, teilautonomen Republik Nachitchevan sowie im aserbaidschanischen Teil des Talish-Gebirges konnte der WWF permanent Leoparden nachweisen.

 

Es ist noch ein weiter Weg für den Kaukasus-Leoparden. Aber es gibt Hoffnung für die wunderbaren Großkatzen. 

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