Amboseli-Kilimanjaro ist eines der drei Schutzgebietskomplexe, die zusammen die grenzüberschreitende Naturschutzinitiative „Unganisha“ ausmachen. Der Amboseli-Nationalpark ist weltweit bekannt für seine große Elefantenpopulation – hier können Besucher Elefanten aus nächster Nähe beobachten. Zu der Region gehören auch der Kilimanjaro und der Lake Natron. Der Kilimanjaro ist der größte Berg Afrikas und die größte alleinstehende Erhebung der Welt. Lake Natron ist die weltweit bedeutendste Brutstätte der Zwergflamingos.

Lage: Die Amboseli-Kilomanjaro-Region liegt im Osten Afrikas in den beiden Ländern Kenia und Tansania

Fläche: das genaue Projektgebiet ist noch nicht definiert, der Amboseli-Nationalpark hat eine Fläche von 390 Quadratkilometer, der Kilimandscharo-Nationalpark eine Fläche von 1.688 Quadratkilometer –

Lebensraum: trockene bis halbtrockene Savanne, Palmendickichte, Sümpfe, Seen

Amboseli und Ost-Kilimanjaro (Kenia)

Zebras im Amboseli National Park in Kenia © Michael Poliza / WWF
Zebras im Amboseli National Park in Kenia © Michael Poliza / WWF

Vom Amboseli-Nationalpark, der 1974 gegründet wurde, hat man eine gute Sicht auf Afrikas höchsten Berg, den Kilimanjaro. Allgegenwärtig in der Gegend ist der sodahaltige Staub, der dem Park seinen Namen gab. Der Begriff „Amboseli“ ist ein Wort der Massai und bedeutet „salzhaltiger Staub“. Der Nationalpark beeindruckt mit seinem unglaublichen Artenreichtum. Hier leben Löwen, Elefanten, Nashörner, Giraffen, Zebras, Gnus, Gazellen, Geparde und Leoparde, Büffel und Krokodile, Hyänen und Afrikanische Wildhunde, kleinere Säugetier und rund 600 Vogelarten.

Derzeit finden in der Region große Umwälzungen von Landeigentum statt, die die Artenvielfalt bedrohen. Große Gemeindeflächen, die ursprünglich von den Massai bewirtschaftet wurden, werden in Privatland umgewandelt. Zäune und andere Hindernisse werden aufgestellt und blockieren die Wanderrouten vieler Wildtiere. Durch die intensive Viehhaltung und die damit zusammenhängende Übernutzung erodiert der Boden. Auch die Wassernutzung ist ein Problem: Die Massai treiben ihre wachsenden Rinderherden in den Nationalpark – mit negativen Folgen für die Elefanten und andere Wildtiere, die von den Wasserstellen abhängig sind.

Konkrete Projekte in Amboseli-Kilimanjaro

Die Region Amboseli-Kilimanjaro ist eingebettet in das bereits bestehende umfangreiche Conservancy-Programm des WWF in der Mara.

Forest Landscape Restoration (FLR)

Das Teilprojekt innerhalb eines großen Vorhabens in vier Ländern (Ruanda, Kenia, Malawi, Kamerun) hat zum Ziel, insgesamt 120.000 Hektar degradierter Waldlandschaften in Modell-Landschaften zu verwandeln. Angesichts der fortschreitenden Degradation von Land und dem Verlust von Wäldern – verschärft durch den Klimawandel und nicht nachhaltige Praktiken der Landnutzung – ist die ökologische Stabilität des Landes, seine Produktivität, die Versorgungssicherheit von Nahrung und Wasser und die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem sich wandelnden Klima bedroht.

Hinzu kommen ein hohes Bevölkerungswachstum und schlechte Regierungsführung im Bereich der natürlichen Ressourcen. Das Programm zielt darauf ab, den sozioökonomischen, ökologischen und klimarelevanten Nutzen einer groß angelegten FLR in Ruanda, Kenia, Malawi und Kamerun zu erhöhen. In Kenia ist Ost-Kilimanjaro als Projektregion ausgewählt worden. Sie grenzt im Norden an den Chyulu Hills-Nationalpark, Westen an den Amboseli-Nationalpark, im Süden an die Grenze zu Tansania und im Osten an den Tsavo-West-Nationalpark.

West-Kilimanjaro und Lake Natron

Kilimandscharo-Nationalpark

Der Kilimandscharo-Nationalpark hat eine Größe von 1.688 Quadratkilometern und ist seit 1987 UNESCO Weltnaturerbe. Die höchste Erhebung des Kilimanjaro ist der Mount Kibo mit 5.895 Metern Höhe. In Höhenlagen bis 4.000 Meter wächst Bergwald mit mehr als 140 Baumarten, darüber herrscht Gras- und Strauchland vor. Ab 4.000 Metern ist es Ödland mit wenigen widerstandsfähigen Moosen und Flechten. Im Nationalpark gibt es mehr als 2.500 Pflanzenarten und 140 Säugetierarten. An den Hängen des Kilimanjaro lebt das Volk der Chagga; sie betreiben Landwirtschaft in Lagen bis zu 1.400 Meter – oberhalb dieser Grenze beginnt der Nationalpark. Die Landwirtschaft wird begünstigt durch hohe Niederschläge an den tiefer liegenden Hängen des Bergmassivs.

Natron-Gebiet

Das Gebiet zwischen West-Kilimanjaro und dem Lake Natron ist etwa 7.047 Quadratkilometer groß. Es ist ein Mosaik aus natürlichen Gesellschaften und ausgedehntem Weideland. Hierhin ziehen die Massai während der Trockenheit mit ihrem Vieh, um es grasen zu lassen. Dauerhafte menschliche Siedlungen sind nicht erlaubt.

Lake Natron

Der 1.040 Quadratkilometer große und maximal drei Meter tiefe See liegt zwischen Kilimandscharo und dem Viktoriasee, nahe dem Serengeti Nationalpark und 20 km entfernt vom noch aktiven Vulkan Ol Doinyo Lengai – „Gottesberg der Massai“. Die aus Natriumcarbonat (Soda) bestehende Lava des Ol Doinyo Lengai ist in großen Mengen im See gelöst. Deshalb ist das Wasser alkalisch, der pH-Wert schwankt je nach Wasserspiegel zwischen pH 9 und pH 10,5. Nicht viele Tiere können die hohe Wassertemperatur sowie den Salzgehalt ertragen; dennoch gibt es hier Buntbarsche sowie endemische Algenarten, verschiedene Wirbellose und Vögel. Die rötliche Färbung des Wassers wird verursacht von Salinenkrebsen; diese sind Hauptnahrungsquelle der Flamingos, die den See als Brutgebiet nutzen.

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