Die Masai Mara ist der kenianische Teil der Serengeti. Hier befinden sich wichtige Weidegründe für die großen Wildtier-Herden von Gnus, Zebras, Gazellen und Antilopen. Hier leben Hyänen, Löwen, Leoparden und Giraffen, den Fluss Mara bevölkern Krokodile und Flusspferde. Die Region ist von großer Bedeutung für eine der weltweit größten Tierwanderungen und ist Kernlebensraum und Kinderstube der Elefanten. In der Mara-Region lebt mit mehr als 2.500 Tieren eine noch große, gesunde Elefanten-Population.

Lage: Die Region Mara-Serengeti liegt im Osten Afrikas in den beiden Ländern Kenia und Tansania

Fläche: etwa 30.000 Quadratkilometer – darin liegen der Nationalpark Serengeti mit knapp 15.000 Quadratkilometern und das Masai Mara National Reserve mit etwa 1.500 Quadratkilometern

Lebensraum: Savanne

Das bedroht die Masai Mara

Ein Masai Mann unterwegs mit seinen Eseln, um Wasser zu holen © Kairi Aun / iStock /Getty Images
Ein Masai Mann unterwegs mit seinen Eseln, um Wasser zu holen © Kairi Aun / iStock /Getty Images

Der Schutz der Flächen außerhalb des Schutzgebiets der Masai Mara ist wichtig, denn sie sind Teil der großen Wanderrouten vieler Tiere. In manchen Jahreszeiten befinden sich fast alle Wildtierherden außerhalb des nationalen Schutzgebiets – so ziehen sie zum Beispiel durch die Savannen der nördlichen Masai Mara. Für die Tiere sind diese Flächen überlebenswichtig, denn oft finden sie nur noch hier Nahrung, wenn andernorts durch Dürre die Nahrung schon knapp ist oder es gar nichts mehr gibt.

Aufgrund des raschen Bevölkerungswachstums außerhalb der staatlichen Reservate kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Mensch und Tier. Mit der Bevölkerung wächst auch die Größe ihrer Viehherden. Die Viehhaltung wird intensiviert und privatisiert. Bisher züchteten die Massai im Einklang mit der Landschaft und den Wildtieren ihr Vieh, doch die Regierung hat diese Gemeindeflächen in kleine Parzellen aufgeteilt. Es wurden Zäune gezogen und die Flächen wurden privatisiert, sie gehören nun einzelnen Familien. Die traditionelle Lebensweise der Massai ist nicht mehr möglich.

Es ist an der Zeit, zu Handeln und die Region als Lebensraum für Mensch und Tier zu schützen. Denn sind erst einmal Tatsachen geschaffen und die Landflächen umgewandelt, bebaut und eingezäunt, neue Häuser und Straßen gebaut, ist ein Gegensteuern kaum noch möglich.

Das macht der WWF in der Masai Mara

Ausweitung der Schutzflächen

Der WWF Deutschland arbeitet daran, auch die Flächen außerhalb des staatlichen Masai Mara Nationalparks, die für die Tierwanderung von immenser Bedeutung sind, zu schützen. Dazu soll schrittweise ein Netz aus Gemeinde-Schutzgebieten erweitert werden, dabei sollen "Lücken" im Netz geschlossen und somit Wanderkorridore für die Tiere gesichert werden.

Hier arbeitet der WWF eng mit den Massai zusammen und schließt langfristige Pacht- und Kooperationsverträge für Flächen, die für den Naturschutz wichtig sind. Die gepachteten Flächen werden Teil der Gemeinde-Schutzgebiete, die untereinander mit Korridoren verbunden werden sollen.

Ziel muss es sein, ein Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur, zwischen Nutzung und Wildnis zu schaffen und die einzigartige Tierwelt und die natürlichen Ressourcen sowie die einzigartige Kultur der indigenen Massai zu erhalten.

 

Renaturierung und Schutz der Flächen

Bestehende und neue Flächen innerhalb der Gemeindeschutzgebiete sollen renaturiert werden, zum Beispiel: Wiederbegrünung nach Überweidung; Beseitigung von Zäunen, Hütten, Müll. Zum Schutz der Flächen werden Wildhüter aus der lokalen Bevölkerung ausgewählt und ausgebildet, Anti-Wilderei-Arbeit betrieben und die Bevölkerung im nachhaltigen Umgang mit den Flächen geschult.

Verbesserung der Land- und Viehwirtschaft

Bei der Gestaltung der Flächen werden die Menschen vor Ort von Anfang an einbezogen. Die nutzbaren Flächen sollen möglichst nachhaltig bewirtschaftet werden. Hier geht es um besseres Herden- und Weidemanagement (Qualität statt Quantität) und eine Verkleinerung der Größen der Herden, um eine Überweidung zu verhindern. Es sollen auch Lösungen zur Minderung von Mensch-Wildtier-Konflikten entwickelt werden.

Alternative Einkommensquellen schaffen

In der Region soll die Natur durch Ökotourismus in Wert gesetzt werden. Hier soll die Bevölkerung unmittelbart durch nachhaltigen Tourismus profitieren, so sollen z. B. kleiner Lodges aufgebaut werden, die Arbeitsplätze schaffen. Die Beiträge aus dem Naturtourismus werden zur Finanzierung von Wildhütern und Gemeinden genutzt.

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