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Stand: 18.03.2019

Mesoamerikanisches Riff – Perle in der Karibik

Mesoamerikanisches Riff © Antonio Busiello / WWF
Mesoamerikanisches Riff © Antonio Busiello / WWF

Das Mesoamerikanische Riff ist das längste grenzüberschreitende Korallenriff der Welt, und nach dem Great Barrier Reef in Australien das zweitgrößte Korallenriff überhaupt. Das über 1000 Kilometer lange Riffsystem erstreckt sich in der Karibik vor den Küsten von Mexiko, Belize, Honduras und Guatemala.

Küstengebiete gelten weltweit als besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. Nicht nur der Anstieg des Meeresspiegels stellt vor allem für flache Küstenregionen eine besondere Herausforderung dar. Auch steigende Meerestemperaturen und die zunehmende Versauerung der Meere können Korallenriffe und andere marine Lebewesen stark beeinträchtigen. Diese marinen Arten und Lebensräume spielen häufig eine besondere Rolle für Menschen, die in Küstennähe leben. Außerdem treten aufgrund des Klimawandels immer häufiger und intensivere Stürme auf, die mit Starkwinden und Flutwellen große Zerstörungen unter Wasser und entlang der Küsten anrichten können - und somit Küstenbewohner in Gefahr bringen.

Biodiversitätshotspot unter Wasser

WWF-Projektgebiet im Mesoamerikanischen Riff
WWF-Projektgebiet im Mesoamerikanischen RiffLupe

Das Mesoamerikanische Riff besticht mit einer gigantischen Artenvielfalt rund um die bunt schimmernden Korallen. Viele Arten sind von den Lebensgemeinschaften des Riffs abhängig und deshalb durch die Korallenbleiche gefährdet.

Lage: vor den Küsten von Belize, Mexiko, Honduras und Guatemala

Größe: 1000 km langes und weltweit größtes grenzübergreifendes Riff und zweitgrößtes Riff nach dem Great Barrier Reef

Arten: bis zu 4000 verschiedene Arten, darunter Delfine und Mantarochen

Bunt schimmernde Korallen bilden gigantische, pulsierende Unterwassermetropolen. Bis zu 4000 unterschiedliche Arten leben in diesem karibischen Riff, darunter Meeresschildkröten, Seesterne, Krebse, Schwämme, Würmer und Algen. Millionen schillernde tropische Fische nutzen die Höhlen und Spalten im Riff als Versteck vor Raubfischen und als sichere Kinderstube für ihren Nachwuchs. Delfine, Walhaie und Mantarochen sind von der komplexen Lebensgemeinschaft des Riffs abhängig.

Lebendige Unterwasser-Metropolen werden zu Geisterstädten

Doch der ungebremst voranschreitende Klimawandel zerstört den einzigartigen Lebensraum am Riff. Immer mehr Korallen bleichen aus und sterben ab, weil die Wassertemperaturen steigen. Wenn sich der Ozean erwärmt, zerbricht die einzigartige Symbiose zwischen Korallenpolypen und Algen, die den tropischen Riffen ihre Farbpracht verleihen. Was bleibt, sind farblose, bröckelnde Ruinen, in denen Fischschwärme kaum noch Nahrung finden. Wenn wir nicht schnellstens handeln, drohen die Baumeister der Riffe, diese wunderschönen Organismen, für immer zu verschwinden.

Wie sich der WWF engagiert – WWF Projekte im Mesoamerikanischen Riff

Mesoamerikanisches Riff als Nahrungsquelle © Antonio Busiello / WWF
Mesoamerikanisches Riff als Nahrungsquelle © Antonio Busiello / WWF

Schlaue Küsten rund um das Mesoamerikanische Riff

Damit die Küstenregionen der Länder, die an das Mesoamerikanische Riff grenzen, schlauer auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren können, arbeitet der WWF daran die Anpassungsfähigkeiten von Küstengemeinden an den Klimawandel zu stärken. Dafür identifiziert der WWF, in Zusammenarbeit mit Küstenbewohnern und politischen Entscheidungsträgern und Mithilfe von wissenschaftlich-basierten Methoden, Optionen und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Hierfür werden ökologische Risiken analysiert und Ökosystemdienstleistungen, d.h. also die Nutzen und Vorteile die die Menschen aus der Natur haben, dargestellt. Das können zum Beispiel Nutzen und Erträge für die Menschen aus der Fischerei, oder die Bedeutung schöner Küstenabschnitte für den Tourismus sein. Aufbauend auf diesen wissenschaftlichen Analysen werden Anpassungsstrategien in Küstenentwicklungspläne und Managementpläne für Meeresschutzgebiete integriert und konkrete Anpassungsmaßnahmen in ausgewählten Gebieten in Mexiko, Belize, Guatemala und Honduras umgesetzt.

Das Unterwasserparadies ist bedroht © naturepl.com / Doug Perrine / WWF
Das Unterwasserparadies ist bedroht © naturepl.com / Doug Perrine / WWF

Retter des Riffs – Resistente Korallen-Arten 

Wenn das Meerwasser zu warm ist, sterben also viele Korallen ab – aber nicht alle. Der WWF arbeitet deshalb mit Hochdruck daran, die zerstörten Lebensgemeinschaften in den Riffen im Süden von Belize, vor allem im „Laughing Bird Caye National Park“, wiederherzustellen. Dazu werden in „Unterwasser-Gärtnereien“ ganz besonders widerstandsfähige Korallen herangezogen. Und zwar solche, die warmes Meerwasser besser tolerieren als andere. Unterstützt wird der WWF dabei vor allem von Frauen der lokalen Gemeinden, von Fischern und Tourguides. Die temperaturtoleranten Korallen sind ein genetischer Schatz. Seit acht Jahren werden sie in Belize bereits erfolgreich in geschädigte Riffe verpflanzt. Der WWF hilft den Riffen mit diesem Projekt, sich an die Erderhitzung anzupassen. Der Lebensraum für tausende Arten bleibt so weitgehend intakt, ebenso wie die Schutzfunktion der Riffe für die Küste als Puffer bei Hurrikanen. Und auch den Menschen in Belize bleibt ihre wichtigste Lebensgrundlage erhalten: Tourismus und Fischerei brauchen lebendige Riffe.

Korallen – Grundstein für maritimes Leben

  • Korallen gehören zu den ökologisch und kulturell wichtigsten Arten auf unserem Planeten.
  • Korallenriffe entstehen, indem sich Polypen - also kleine, weiche, marine Tiere - an harte Oberflächen heften.
  • Korallen leben in Kolonien und scheiden Kalk aus. Dieser Kalk bildet das äußere Skelett der Koralle. Im Riff vor Belize gibt es allein 66 Arten der Steinkoralle. Vor allem durch sie entstehen die großen Korallenriffe.
  • Die kleinen Korallen-Polypen sind wichtige Nahrungsquelle für viele Lebewesen und damit Grundlage eines der komplexesten Ökosysteme der Erde.
  • Tropische Korallen leben in Gemeinschaft mit mikroskopisch kleinen Algen, die der Polyp in seinem Körper beherbergt. Diese Algen verleihen der Koralle ihre Farbe.

Korallenbleiche – weltweite Zerstörung der Riffe

  • Die durch die Erderwärmung steigende Wassertemperatur stresst die Algen im Körper der korallenbildenden Polypen. Sie verlassen den Polypen, die Korallen bleichen aus und sterben ab.
  • Korallenbleiche ist ein globales Phänomen. 50 Prozent der Korallenriffe weltweit sind bereits abgestorben.
  • Wenn diese Entwicklung nicht gestoppt wird, verlieren wir innerhalb der nächsten 30 Jahre 75 bis 100 Prozent aller Korallenriffe.
  • Von 2014 bis 2017 hat es die größte bisher dokumentierte Korallenbleiche gegeben. Mehr als 70 Prozent der Korallenriffe weltweit waren betroffen.
  • Leider muss man davon ausgehen, dass es durch die voranschreitende Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten noch häufigere und schwerwiegendere Korallenbleichen geben wird.
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