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Stand: 18.07.2018

Schaalsee-Landschaft - Refugium für Wasservögel

Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF
Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF

Hier wächst zusammen, was zusammen gehört: Eingebettet in ein eiszeitlich geformtes Hügelland, bilden 24 Seen die einzigartige Schaalsee-Landschaft. Einst verlief hier die deutsch-deutsche Grenze und zerschnitt das Gebiet auf unnatürliche Weise. Die Natur blieb andererseits vor der Zerstörung durch Infrastrukturmaßnahmen verschont. Eine Vielzahl bedrohter Arten hatte sich deshalb in dem ehemaligen innerdeutschen Grenzraum zurückgezogen. Dies zu bewahren ist unser Ziel! Der WWF setzt sich deshalb auf schleswig-holsteinischer Seite bereits seit 1972 und seit der Grenzöffnung 1989 auch auf mecklenburgischer Seite mit einem Bündel von Maßnahmen für den Schutz und die Renaturierung dieser gut 335 Quadratkilometer großen Landschaft ein.

Kleinod aus Seen und Buchenwäldern

Vielseitige Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF
Vielseitige Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF

Tiefe Klarwasser-, dunkle Moor- und nährstoffreiche Flachseen, umgeben von wasserreichen Bruchwäldern, Torfmooren und Feuchtwiesen bilden die vielgestaltige Schalsee-Landschaft zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Das Herz der 335 Quadratkilometer großen Projektregion bildet der Schaalsee: 2300 Hektar groß und mit 72 Metern der tiefste See Norddeutschlands. Sein Markenzeichen sind die vielen Buchten, Halbinseln (Werder) und Inseln.

Tierarten im Fokus

Seit der Grenzöffnung galt es, diese von massiven Grenzanlagen durchschnittenen Biotope wieder zusammenzufügen. Heute bildet die Schaalsee-Landschaft ein ideales Refugium für verschiedene störungsempfindliche Vogelarten: Hier brüten Kranich und Seeadler, Rohrdommel und Eisvogel. Jedes Jahr ab dem Spätsommer rasten mehr als 25.000 Enten und Gänse wie Reiherente, Graugans, Haubentaucher, Blessgans, Saatgans und Löffelenten auf den Wasserflächen. Der Schaalsee ist deshalb als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Schaalsee-Landschaft ist bedroht

Bedrohung des Naturparadieses Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF
Bedrohung des Naturparadieses Schaalsee-Landschaft © Angelika Warmuth / WWF

Bereits seit der Grenzöffnung drohen sich jedoch Bodenspekulation und Intensivnutzungen in die attraktiven Landschaftsteile zu fressen. Die Schutzgebietsflächen werden heute zusehends durch die intensive Landwirtschaft, besonders durch Mais-Monokulturen sowie durch Agro-Chemikalien, geschädigt.

Wie auch andere Regionen Deutschlands, sieht sich auch die Schaalsee-Landschaft einer weiteren Herausforderung ausgesetzt: Wilderei. 2012 überschattete eine Anschlagsserie den Naturschutzerfolg rund um den Schaalsee, der u.a. 48 Kolkraben, ein Rotmilan sowie ein Seeadler-Pärchen durch vergiftete Köder zum Opfer fielen.

Das tut der WWF

Wasserrückhaltende Maßnahmen können in der Regel nur auf Naturschutz-Eigentumsflächen umgesetzt werden. Wir sprechen daher mit den Betroffenen. Einige wären bereit, ihre Flächen zu veräußern, andere wünschen sich eine Tauschfläche oder eine Entschädigung des Nutzungsausfalls. Für die Herstellung dieser Flächenverfügbarkeit sind in den nächsten Jahren umfängliche, weitere Mittel notwendig. Dank Ihrer Unterstützung können wir weitere Flächen kaufen und schützen.

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