Je mehr Wildnis in landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt wird, desto größer werden die Gebiete, die von Menschen und Wildtieren gemeinsam genutzt werden – gefährliche Konflikte sind vorprogrammiert. Die Toleranz gegenüber Wildtieren und Schutzmaßnahmen sinkt. Helfen Sie mit, diesen Teufelskreis mit zukunftsweisenden Ideen zu durchbrechen und eine friedliche Koexistenz von Mensch und Tier zu ermöglichen!

Die Enduimet Wildlife Management Area ist eine wichtige Wanderroute für Wildtiere. Hier bewegen sich Elefanten, Giraffen, Gnus, Zebras und viele andere Arten zwischen der offenen Savanne des Amboseli-Nationalparks in Kenia und den bewaldeten Berggebieten des Kilimandscharo-Nationalparks in Tansania. Ein entscheidendes Puzzleteil in der Naturregion Unganisha!

Elf Dörfer gehören dem selbstverwalteten Gemeindeschutzgebiet an. Mittendrin: Das Dorf Tinga Tinga. Zusammenstöße zwischen Menschen und Elefanten standen hier bis vor kurzem noch auf der Tagesordnung. Zieht eine Herde Elefanten auf der Suche nach Wasser oder Nahrung über ein Feld, bleibt von der Ernte der meist sehr armen Familien nicht mehr viel übrig, ganz zu schweigen von der Gefahr für Leib und Leben.

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Mit Bienen Elefanten schützen

Bienenzaun in der Wildlife-Management-Area Enduimet © Nina Dohm / WWF Deutschland
Bienenzaun in der Wildlife-Management-Area Enduimet © Nina Dohm / WWF Deutschland

Abhilfe schafft ein sogenannter Bienenzaun, denn die kleinen Lebewesen flößen den Dickhäutern großen Respekt ein: Auf einer Länge von zwei Kilometern hat der WWF gemeinsam mit den Einwohner:innen von Tinga Tinga 200 Bienenstöcke aufgestellt und untereinander mit Draht verbunden. Berührt ein Elefant den Draht, geraten die Bienenstöcke in Bewegung, die alarmierten Bienen schwärmen aus und vertreiben die Tiere – denn nichts fürchten Elefanten mehr, als schmerzhafte Stiche an den Augen oder im Inneren ihres Rüssels.

Rund 1.640 Hektar Ackerland sichert der Bienenzaun vor Elefanten! Den Einfall zu den Bienenzäunen hatte Dr. Lucy King von der Organisation „Save the Elephants“.

Mit Honig in die Zukunft investieren

Das Weitsichtige an dieser Idee: Bienen schützen nicht nur die Elefanten und die Felder der Menschen, sie sind auch eine Investition in die Zukunft. Imkerei und Honigverkauf sind für die lokale Bevölkerung eine zusätzliche und nachhaltige Einkommensquelle, da der Klimawandel den Erträgen aus Ackerbau schon jetzt Grenzen setzt.

50 Personen aus der Enduimet Wildlife Management Area hat der WWF bereits in Bienenzucht und den Vermarktungsmöglichkeiten von Honig ausgebildet!

Mit Solarlampen Löwen retten und Lebensunterhalt sichern

Lion Lights schützen doppelt: Mensch und Tier © WWF
Lion Lights schützen doppelt: Mensch und Tier © WWF

Genauso genial wie Bienenzäune sind sogenannte Lion Lights. Erfunden hat sie Richard Turere, ein junger Kenianer, der von Kindesbeinen an für das Vieh seiner Familie verantwortlich war.

Weil Löwen im Schutz der Dunkelheit immer und immer wieder die für den Lebensunterhalt der Menschen so wichtigen Nutztiere reißen, sind sie den Bäuerinnen und Bauern oft verhasst – nicht selten töten sie Löwen aus Rache oder aus Angst vor zukünftigen Angriffen.

Das hat Auswirkungen auf den Bestand der Löwen, in manchen Regionen drohen sie gar auszusterben. Und weniger Löwen bedeuten weniger Tourismus, eine wichtige Einnahmequelle der lokalen Bevölkerung.

Diese Abwärtsspirale hat Richard Turere mit den Löwenlichtern gestoppt: Weil sich die Großkatzen zwar nicht grundsätzlich vor Licht fürchten, wohl aber vor beweglichen Lichtquellen, entwickelte Richard aus Solarzellen, einer alten Autobatterie und einem Motorradblinker ein Beleuchtungssystem, das sich nachts abwechselnd und unregelmäßig an- und ausschaltet. Ganz so, als kontrollierte ein Mensch mit einer Taschenlampe die Gegend. Er brachte die Lichter am Viehgehege an und siehe da, die Löwen ließen die Nutztiere in Ruhe. Eine Idee, die mittlerweile Schule gemacht hat!

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Gemeinsam Großes schaffen: Das haben wir bereits erreicht

Im tansanischen Teil von Unganisha haben wir den Gemeinden 400, im kenianischen Teil von Unganisha sogar 1.200 Bienenstöcke bereitgestellt und zahlreiche Gemeindemitglieder in Bienenzucht geschult. Insgesamt 800 Bienenstöcke sind in Tansania in den Wildlife Management Areas Enduimet, Ikona, Lake Natron und in der Lake Natron Area im Einsatz, um Elefanten von den Feldern fernzuhalten.

In den gleichen Regionen haben wir 80 Bomas – das sind raubtiersichere Viehgehege – mit Löwenlichtern aufgebaut. Den Schutzgebieten im kenianischen Teil von Unganisha haben wir 444 Löwenlichter zur Verfügung gestellt. Doch das reicht noch nicht aus!

Helfen Sie mit, noch mehr innovative Ideen zum Schutz der Wildtiere und der Menschen umzusetzen!

Bienenzäune und Löwenlichter habe eines gemeinsam: Wildtier und Mensch profitieren gleichermaßen von ihnen. Mit solchen und anderen wegweisenden Projekten schaffen wir in Unganisha eine Naturregion, in der Wildtiere auch in Zukunft ihren Platz haben – und in der die seit Jahrhunderten ansässigen Menschen in Einklang mit der Natur leben können.

Helfen Sie uns, Unganisha zu schützen

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Arbeit für die grenzübergreifende Naturregion Unganisha.

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