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Stand: 13.06.2018

Die Halligen: Top-Standort für Küstenvögel ist bedroht

Eine WWF-Studie zeigt die dramatischen Folgen des Klimawandels für die Natur der Halligen auf, wenn der Meeresspiegel zukünftig schneller ansteigt.

Ringelgänse leben vor allem im Frühjahr in großer Zahl auf den Halligen (hier: Hallig Hooge), bevor sie sich auf den Weg in ihr Brutgebiet in Nordsibirien machen © H.-U. Rösner / WWF

Die Halligen, kleine Eilande im Nordfriesischen Wattenmeer, haben eine herausragende Bedeutung für Küstenvögel. Rund 60.000 Küstenvögel wie die Austernfischer brauchen die Halligen zum Brüten. Zusätzlich rasten und fressen eine vielfache Anzahl an Wat- und Wasservögeln, die in der Arktis brüten, auf den Hallig-Salzwiesen. Dort leben zahlreiche auf diesen Lebensraum spezialisierte Pflanzen­ und Tierarten.

Etwa 250 Menschen wohnen auf den Halligen, inmitten des Nationalparks und Weltnaturerbes Wattenmeer. Ihre Häuser stehen auf Warften. Das sind Wohnhügel, auf denen sie vor Überflutungen geschützt sind. Denn das Halligland wird mehrmals im Jahr bei Sturmfluten überschwemmt. Der Schutz der Menschen vor Sturmfluten ist daher ein ganz wichtiges Ziel.

Klimawandel im Wattenmeer – Halligen vor dem Meeresspiegelanstieg retten

Der Klimawandel und der dadurch zu erwartende, beschleunigte Meeresspiegelanstieg sind eine große Bedrohung für das gesamte Wattenmeer (Näheres wwf.de/watt/klima und Strategie für das Wattenmeer 2100). Auch die Halligen werden davon stark betroffen sein. Klar ist, die Ufer der Halligen müssen auch zukünftig gegen den Abbruch geschützt werden, den Wellen und Strömung verursachen. Doch dabei braucht es Umsicht. Denn: Werden die Halligen seltener überflutet („Land unter“), kommt es zur sogenannten Aussüßung der Salzwiesen, der Lebensraum verliert an Wert für die Natur. Überdies gelangen so weniger Schlick und Sand mit dem Wasser auf die Halligen und können sich dort nicht mehr absetzen. Dies hat die Folge, dass die Halligen nicht ausreichend mit dem Meeresspiegelanstieg in die Höhe wachsen können. Es geht also darum, dem Meeresspiegelanstieg etwas entgegenzusetzen, ohne dass die Halligen langfristig zu Schaden kommen, damit ihre hohen Naturwerte erhalten bleiben.

Für die Halligen sind Landunter eine Voraussetzung zu ihrer Erhaltung. Nur bei Landunter kommen Schlick, Sand und Muscheln als „Sediment“ auf die Halligen, setzen sich ab, und ermöglichen es so der Hallig, mit dem Meeresspiegel in die Höhe zu wachsen. Auf dem Foto eines Landunters auf Langeneß sind links und rechts die Halligkante, die aus dem Wasser herausragenden Warften und das von Sediment getrübte Wasser zu erkennen © M. Stock
Sedimentation Halligen © M. Stock

WWF-Studie: „Hallig-Brutvögel in Gefahr“

Die WWF-Studie (2018) „Land unter im Wattenmeer“ benennt die Gefahren, die für die hohen Naturwerte auf den Halligen bestehen, allen voran für die dort brütenden Küstenvögel. Sie sucht nach Möglichkeiten, wie vor allem Küstenschutz und Naturschutz gemeinsam zu einer naturverträglichen Anpassung der Halligen an den Meeresspiegelanstieg beitragen können. In einem Zukunftsszenario für das Jahr 2030 zeigen wir mögliche Lösungen auf einer typischen Hallig auf. Dies könnten z.B. besser steuerbare Sieltore, eine grünere Uferbefestigung sowie an einigen Stellen unterstützende Sandaufspülungen sein. Diese und andere Ideen sollten diskutiert und getestet werden.

So könnte eine typische Hallig im Jahr 2030 aussehen © studio urbane landschaften
Zukunftsbild Hallig © studio urbane landschaftenLupe

Die WWF-Studie steht hier zum Download bereit.

 

Grundlage der WWF-Studie sind u.a. zwei Untersuchungen, die Sie in vollem Umfang hier herunterladen können:

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Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), im Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“. Förderkennzeichen: 03DAS049, Projektlaufzeit: 01.01.2015 – 30.04.2018. Betreut durch den Projektträger Jülich.

   
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