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Stand: 12.04.2018

Pilotprojekt zur Klimaanpassung im Wattenmeer

Im Projekt „Pilotmaßnahmen zur Klimaanpassung mit Kommunen in der schleswig-holsteinischen Wattenmeer-Region“ (PiKKoWatt) hat der WWF gemeinsam mit Partnern innovative Konzepte zum „Wachsen mit dem Meer“ entwickelt und erprobt. Projektförderung: Bundesumweltministerium (BMUB) im Rahmen des Förderprogramms für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Was bedeutet „Wachsen mit dem Meer“?

Auf Wattflächen und Salzwiesen lagert sich mit jeder Überflutung feiner Meeresschlick ab. Bei einem beschleunigten Meeresspiegelanstieg stößt dieses Wachstum jedoch an Grenzen: Das als Nationalpark und Weltnaturerbe geschützte Wattenmeer kann nicht schnell genug mitwachsen und droht dann zu „ertrinken“. „Wachsen mit dem Meer“ steht also symbolisch für die Klimaanpassung des Wattenmeeres.

Die Salzwiese – hier bei Westerhever – wird oft bei Hochwasser vom Meer teilweise überflutet und wächst durch Ablagerung von Schlick und Sand langsam in die Höhe. © Hans-Ulrich Rösner / WWF
Die Salzwiese – hier bei Westerhever – wird oft bei Hochwasser vom Meer teilweise überflutet und wächst durch Ablagerung von Schlick und Sand langsam in die Höhe. © Hans-Ulrich Rösner / WWF

Pilotgebiete im PiKKoWatt-Projekt

Auf den nordfriesischen Halligen hat der WWF gemeinsam mit Partnern untersucht, wie diese einmalige und schützenswerte Landschaft trotz des Meeresspiegelanstiegs auch in der Zukunft für Mensch und Natur erhalten werden kann. Dabei ging es um diese Fragen:

 

  • Wie gut wachsen die Halligen durch Sedimentation mit dem Meeresspiegelanstieg auf?
  • Was bedeutet der Meeresspiegelanstieg für die Brutvögel der Halligen?
  • Mit einem Naturschutzblick betrachtet: wie könnte eine Hallig in der Zukunft aussehen?

 

Die Projektergebnisse zu den Halligen sind auf Hallig Langeneß und Hallig Oland in Runden Tischen vorgestellt und mögliche Maßnahmen diskutiert worden.

Priel und Salzwiese auf der Hallig Langeness © Jannes Fröhlich / WWF
Priel und Salzwiese auf der Hallig Langeness © Jannes Fröhlich / WWF

Die Küstenniederung des Husumer Dockkooges liegt im Westen der Stadt Husum und direkt am Wattenmeer. In einem gemeinsamen Planungsprozess haben Vertreter der Stadt und aus Küstenschutz, Tourismus und Naturschutz, sowie einer Bürgerinitiative von 2015 bis 2016 erarbeitet, wie sich der Dockkoog am Wattenmeer im Einklang mit der Natur entwickeln, an den Meeresspiegelanstieg anpassen, und zugleich ein wirtschaftlicher Impuls für die Stadt Husum gesetzt werden kann. Der WWF hatte den Anstoß gegeben und den Prozess koordiniert. Als Ergebnis stellte die Projektgruppe Ende 2016 drei Zukunftsvarianten vor.

Eine von drei Zukunftsvarianten, die für das Pilotgebiet Dockkoog erarbeitet wurden: die „Husumer Hallig“. Von unten: Husumer Badestelle, Warft mit einem möglichen Hotel, Naturlandschaft im geöffneten Dockkoog, neuer Seedeich. Im Hintergrund die Stadt Husum. © studio urbane landschaften – hamburg
Zeichnung der Planungsvariante „Husumer Hallig“ © studio urbane landschaften – hamburg

Auf der Insel Sylt setzt sich der WWF gemeinsam mit anderen Organisationen für den Erhalt eines Dünengebiets an der Sylter Südspitze ein. Für das Gebiet schlagen wir einen naturverträglicheren Küstenschutz vor, d. h. Alternativen zum bestehenden Bollwerk aus Beton (Tetrapoden). Strände und Dünen sollen sich wieder natürlicher entwickeln und in Zukunft an den steigenden Meeresspiegel anpassen können.

Alternativen sind gefragt: Beton-Tetrapoden gehören nicht ins Wattenmeer und können auch negative Folgen für den Küstenschutz haben. © Hans-Ulrich Rösner / WWF
Alternativen sind gefragt: Beton-Tetrapoden gehören nicht ins Wattenmeer und können auch negative Folgen für den Küstenschutz haben. © Hans-Ulrich Rösner / WWF

Küstenschutz mit der Natur – zwei Konzeptstudien

Der WWF setzt sich dafür ein, Naturschutz und Küstenschutz besser miteinander zu verbinden. Zwei ganz wichtige Ziele, die miteinander vereinbart werden müssen, sind: die Menschen an der Nordseeküste vor Sturmfluten zu schützen, und das Wattenmeer vor der Zerstörung aufgrund des Meeresspiegelanstiegs zu retten. Im PiKKoWatt-Projekt sind zusammen mit Partnern zwei Konzeptstudien mit Ideen für einen naturverträglicheren Küstenschutz entstanden:

Wo die Wattenmeerküste heute mit harten Ufern aus Stein und Asphalt befestigt ist, könnte der Hochwasserschutz zukünftig teils mit Sand („Weiche Kanten“) aus dem Offshore-Bereich ergänzt werden. Vorteile: mehr Artenvielfalt und Sedimente für das Mitwachsen mit dem Meeresspiegelanstieg (Zeichnung: studio urbane landschaften hamburg)
"Weiche Kante" Konzept fürs Wattenmeer © studio urbane landschaften hamburgLupe

Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), im Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ (Förderschwerpunkt „Kommunale Leuchtturmvorhaben“)

Förderkennzeichen: 03DAS049, Projektlaufzeit: 01.01.2015 – 31.04.2018

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