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Stand: 11.12.2017

Zukunftsplanung für den Husumer Dockkoog

Wegen des steigenden Meeresspiegels muss in der Küstenniederung Dockkoog etwas getan werden. Der Deich soll sicherer werden. Die Niederung liegt unter dem Meeresspiegel. Der Zustand der Natur soll genau wie die Bade- und Erholungsmöglichkeiten verbessert werden. Lokalpolitik und Wirtschaft wollen ein neues Hotel.

Husum Dockkoog: der Seedeich (rechts) schützt die bereits unter dem mittleren Meereshochwasser liegende Niederung (links) vor Überflutungen, im Hintergrund ist der Campingplatz und ein Hotel erkennbar, 2016 © Jannes Fröhlich / WWF
Husum Dockkoog: der Seedeich (rechts) schützt die bereits unter dem mittleren Meereshochwasser liegende Niederung (links) vor Überflutungen, im Hintergrund ist der Campingplatz und ein Hotel erkennbar, 2016 © Jannes Fröhlich / WWF

Das Gebiet Dockkoog liegt im Westen der Stadt Husum und direkt am Wattenmeer. 2015 startete der WWF einen gemeinsamen Planungsprozess und gründete eine Projektgruppe mit Stadt, Behörden, Wirtschaft, Tourismus und der Bürgerinitiative Dockkoog. Als Ergebnis stellte die Projektgruppe Ende 2016 in ihrem Abschlussbericht drei Zukunftsvarianten vor: Alle drei Varianten sorgen für einen besseren Schutz vor Sturmfluten, unterscheiden sich aber in anderer Hinsicht (weitere Informationen im Bericht „Zukunft Dockkoog“).

Eine neue Landschaft für Husum? Drei Zukunftsvarianten

In der Variante „Weites Land“ wird der Deich auf der vorderen Linie (Dockkoog-Deich) verstärkt und kein Hotelneubau errichtet. Im Mittelpunkt der Variante stehen der Erhalt der historischen Kulturlandschaft und der Schutz des Landschaftsbildes. Störungen der offenen Marschlandschaft werden vermieden. Ein Campingplatz kann bestehen bleiben. Bild © studio urbane landschaften – hamburg
Projekt Dockkoog - Variante Weites LandLupe
In der Variante „Hotel am Deich“ wird der Deich auf der vorderen Linie (Dockkoog-Deich) verstärkt und es kann ein größeres Hotel im Westen des Dockkooges und hinter dem zu verstärkenden alten Deich neu gebaut werden. Im Mittelpunkt der Variante stehen das Hotel und der daran angelehnte Ausbau der touristischen Entwicklung. Bild © studio urbane landschaften – hamburg
Projekt Dockkoog - Variante Hotel am DeichLupe
In der Variante „Husumer Hallig“ wird der Deich auf der hinteren Linie (Porrenkoog-Deich) verstärkt und es entsteht eine über eine überflutungssichere Zufahrt erreichbare neue Warft im westlichen Bereich des Dockkooges, auf der ein Hotel gebaut werden kann. Der alte Dockkoog-Deich wird nördlich der Dockkoogspitze abgetragen. Ein Bohlenweg führt an dessen Stelle über die dort neu entstehenden Wattflächen und Salzwiesen und macht diese erlebbar. Die Variante steht für die Entwicklung eines Alleinstellungsmerkmals für Husum (Hotel auf einer Warft wie auf einer Hallig und direkt an der Natur), wesentliche Verbesserungen für die Natur sowie für eine möglichst klimaangepasste Entwicklung (Aufwachsen des Gebiets durch Sedimentation). Bild © studio urbane landschaften – hamburg
Projekt Dockkoog - Variante Husumer HalligLupe

Reges Interesse an der Hallig-Idee vor Ort - aber keine Mehrheit in der Lokalpolitik

Die Planungsvarianten für den Dockkoog wurden in den Ausschüssen der Husumer Stadtpolitik vorgestellt und debattiert. Die Küstenschutzbehörde bescheinigte allen Varianten einen gleich guten Sturmflutschutz. Die Lokalzeitung „Husumer Nachrichten“ berichtete intensiv während des gesamten Prozesses und eine Podiumsdiskussion der Tageszeitung „taz“ („taz.meinland“) hatte den Dockkoog zum Thema. In einer Informationsveranstaltung im Januar 2017 im Husumer Rathaus wurde deutlich, dass viele Husumerinnen und Husumer die Hallig-Idee spannend finden. Fast 200 Teilnehmende kamen zur WWF-Veranstaltung ins Husumer Rathaus. Im Mai 2017 hat die Kommunalpolitik dann jedoch mehrheitlich die Entscheidung getroffen, die von vielen als sehr innovativ angesehene Variante einer „Husumer Hallig“ nicht weiter zu verfolgen und den Deich auf der bestehenden Linie verstärken zu wollen (Variante „Hotel am Deich“). Der WWF bedauert diese Entscheidung, wird so doch die Chance verpasst, an der Nordseeküste beispielhaft eine integrierte Zukunftsplanung mit Vorteilen für viele Seiten auf den Weg zu bringen.

Mögliche Zukunftsvariante „Husumer Hallig“ – Blick vom Bohlenweg über die neue Natur zur neuen Warft (Visualisierung: studio urbane landschaften – hamburg)
Mögliche Zukunftsvariante „Husumer Hallig“ – Blick vom Bohlenweg über die neue Natur zur neuen Warft (Visualisierung: studio urbane landschaften – hamburg)

Im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS), im Programm „Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ (Förderschwerpunkt „Kommunale Leuchtturmvorhaben“)

Förderkennzeichen: 03DAS049, Projektlaufzeit: 01.01.2015 – 31.03.2018

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