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Stand: 23.07.2018

Flusslandschaft Wümme – ein Wasserreich mit Tradition

Wümme © W. Schlechtweg
Wümme © W. Schlechtweg

Die Überschwemmungslandschaft zwischen Fischerhude und Bremen-Borgfeld bietet im Winter ein faszinierendes Naturschauspiel, das schon vor hundert Jahren die Fischerhuder Maler in ihren Bann gezogen hat. Im Frühjahr bereichern blumenreiche Feuchtwiesen mit Sumpfdotterblume, Kuckuckslichtnelke, Wiesenschaum- und Wassergreiskraut das Naturerlebnis. Die geheimnisvollen Rufe des Wachtelkönigs kündigen vom Einzug des Sommers. Wenn Kiebitz und Weißstorch sich auf ihren Weg in die Winterquartiere machen und die ersten Herbstnebel aufsteigen, beginnt eine weitere spannende Jahreszeit an der Wümme.

Die Borgfelder Wümmewiesen sind mit 677 Hektar Bremens größtes Naturschutzgebiet und Teil des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Seit Juni 2006 wird die Fläche von BUND und der Stiftung NordWest Natur in Zusammenarbeit mit dem WWF betreut. Gemeinsames Ziel ist es, die Wümmewiesen als Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. Heute bieten die Wiesen wieder einen durch regelmäßige Überschwemmungen geprägten Brut-, Rast-, und Lebensraum für Flora und Fauna.

Rohrweihe © W. Schlechtweg
Rohrweihe © W. Schlechtweg

Tierarten im Fokus

Im Winter stehen die Niederungen oft wochenlang unter Wasser. Scharen von Zugvögeln aus dem hohen Norden – Sing- und Zwergschwäne, Gänse und Enten – rasten hier. Im Frühjahr brüten Bekassinen, Kiebitze und, überregional bedeutsam, da stark gefährdet, auch Brachvögel erfolgreich auf den wiedervernässten Feuchtflächen. Rohrweihe, Fischotter, das fischähnliche Neunauge sowie das vom Aussterben bedrohte Tüpfelsumpfhuhn und der bestandsgefährdete Wachtelkönig sind dort wieder zu Hause.

Bedrohungen für die Wümme

Wümme-Landschaft © W. Schlechtweg
Wümme-Landschaft © W. Schlechtweg

Das prachtvolle Naturschauspiel der Wümmewiesen im Fluss der Jahreszeiten darf jedoch über eines nicht hinweg täuschen: Gewässerausbau und Landwirtschaft auf den benachbarten Flächen des Naturschutzgebietes zehren am natürlichen Gleichgewicht des Naturschutzgebietes. Maisanbau auf wertvollen Niedermoorflächen und unnatürlich hohe Nährstoffeinträge durch Überdüngung der angrenzenden Landwirtschaftsflächen sowie der naturferne Ausbau langer Flussabschnitte der Wümme schädigen das sensible Ökosystem. Vom Menschen verursachte, steigende Temperaturen belasten die Region zusätzlich. Ausgeprägte Frühjahrstrockenheit und unbeständige Sommer präsentieren sich als Vorboten des Klimawandels.

Das macht der WWF

1985 wurden die Borgfelder Wümmewiesen auf Antrag des WWF in das Förderprogramm „Gebiete mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ des Bundesumweltministeriums aufgenommen. Mit Mitteln des Bundes, des Landes Bremen und des WWF können Flächen gekauft und die Landschaft naturnäher gestaltet werden. Entwässerungen werden geschlossen, Deiche zurückverlegt und die Landwirtschaft naturverträglicher praktiziert oder eingeschränkt. Wege können gesperrt und gemeinsam mit Anglern und Wassersportlern können naturverträgliche Regelungen erlassen werden.

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