Fast jeder von uns verwendet sie und dennoch führen sie ein Mauerblümchendasein im Natur- und Artenschutz und im öffentlichen Bewusstsein: die Heilpflanzen. In vielen Kräutern schlummern heilende Wirkungen, auch wenn die Pflanzen auf den ersten Blick recht unscheinbar aussehen können.

Catharanthus roseus Madagaskar © Martin Harvey / WWF
Catharanthus roseus Madagaskar © Martin Harvey / WWF

Uns Menschen ziehen zwar besonders die schönen Blüten vieler Pflanzen in ihren Bann, aber die medizinisch wirksamen Substanzen sitzen je nach Art in ganz verschiedenen Teilen der Pflanze: mal in den Blättern oder im Spross, mal in den Wurzeln, in den Blüten und manchmal gar im Harz, der Rinde oder den Samen.

So wie keine Pflanzenart der anderen gleicht, so unterscheiden sich auch ihre Heilwirkungen. Viele unserer Vorfahren kannten sich noch bestens damit aus. Auch wenn in den Industriestaaten heute vielfach das Breitenwissen über Heilpflanzen verloren gegangen ist, so greifen auch wir gerne – und in den letzten Jahren in zunehmendem Umfang – auf Omas Heilkräuter zurück. Aber nicht nur auf die.

Ein beträchtlicher Teil der in der Medizin verwendeten Heilpflanzen wird importiert. Sei es, weil sie woanders noch in größeren Mengen vorkommen, oder weil es sich um nicht einheimische Pflanzenarten handelt. Das birgt Chancen und Risiken: Der Eröffnung neuer Märkte und wertvoller lokaler Einkommensquellen für die ländliche Bevölkerung in manchen Ländern steht eine zunehmende Übernutzung und Gefährdung vieler Heilpflanzenarten gegenüber.

  • Echinacea © WWF / Elma Okic FairWild:Heilpflanzen vor dem Aussterben schützen

    Heilkräuter sind beliebt und werden jährlich tonnenweise für medizinische Produkte verwendet. Doch der Boom bedeutet auch den Ausverkauf. Weiterlesen ...