„Der internationale Walschutz ist – mal wieder – am Widerstand der Pro-Walfangstaaten gescheitert“, kritisiert Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland die Ergebnisse auf Jersey. „Es wird immer schwerer dieses Forum noch ernst zu nehmen. Politische Ränkespiele werden auf dem Rücken bedrohter Walarten ausgetragen."

Die 63. Konferenz der Internationalen Walfangkommission IWC ging im Juli 2011 ohne Durchbruch zu Ende

Diese Konferenzen bleiben so lange eine Verschwendung von Ressourcen, wie sich die IWC-Mitgliedstaaten nicht endlich den Herausforderungen eines modernen Walschutzes stellen, so der WWF-Experte. Zum Eklat war es gekommen, als die Pro-Walfangstaaten, angeführt von Japan, Island und Norwegen, vor der Abstimmung über einen Antrag südamerikanischer Mitgliedsnationen für ein südatlantisches Walschutzgebiet, für Stunden den Saal verließen. Aufgrund dieses Verhaltens wurden die weiteren Tagesordnungspunkte zum Walschutz fallen gelassen.

„Über Schutzgebiete wurde ohne Ergebnis debattiert und andere Bedrohungen wurden erst gar nicht thematisiert“, so Homes. Weder sei eine internationale Meldepflicht für Schiffskollisionen beschlossen worden, noch hätten die Staaten zur Lärmbelastung der Ozeane, dem Abbau von Bodenschätzen oder der Beifang-Problematik auch nur gesprochen.

Wer den Walschutz effektiv voranbringen wolle, der müsse nach Lösungen jenseits der IWC suchen, so die abschließende Beurteilung des WWF. So kündigte die Umweltstiftung an, sich weiter gegen die geplanten Öl- und Gasförderungsprojekte Russlands vor Sachalin, wo eine letzte Grauwalpopulation von etwa 130 Tieren lebt, zu stemmen.

Auch beim Thema Beifang werde man jetzt auf europäischer und internationaler Ebene den politischen Druck verstärken. Im Fokus des WWF steht hier die anstehende EU-Fischereireform, in der ein wirksames Rückwurfverbot von Beifang verankert werden müsse.