Content Section

Stand: 16.04.2020

Nachruf auf Garth Owen-Smith

Garth Owen-Smith © NACSO / WWF in Namibia
Garth Owen-Smith © NACSO / WWF in Namibia

Pionier und Naturschützer Garth Owen-Smith ist am Samstag, den 11.04.2020, im Alter von 76 Jahren verstorben. Damit verlor nicht nur Namibia, sondern auch der internationale Umweltschutz einen wichtigen Vorreiter. Mit seiner Weitsicht veränderte er den Naturschutz nachhaltig.

 

Denn Owen-Smith hat den Schutz der natürlichen Ressourcen und die Entwicklung und Mitarbeit der lokalen Gemeinde zusammengebracht und so den gemeindebasierten Naturschutz – auch CBNRM genannt – in Namibia maßgeblich voran getrieben.

 

Ihm zufolge muss Naturschutz auch als Möglichkeit zur Armutsbekämpfung gesehen werden. Nur so kann auf die Unterstützung der Gemeinden gezählt werden. In Namibia belebte Owen-Smith dadurch den Stolz für die heimische Tierwelt und das Verantwortungsbewusstsein für die Natur wieder. Zusammen mit den lokalen Gemeinden kämpfte Owen-Smith für die Artenvielfalt und gegen Wilderei. Heute stehen 43 Prozent der Landfläche Namibias unter Naturschutz. Owen-Smiths Vision beeinflusste viele weitere Projekte, auch außerhalb Namibias. 

WWF-Projekte verfolgen den Ansatz von Garth Owen-Smith

Auch der WWF bekundet seine Trauer über den Verlust eines langjährigen Partners. Seit den 1990er Jahren leitet der WWF Projekte in Namibia, die den Ansatz von Owen-Smith verfolgen. In den WWF-Projekten wird die lokale Bevölkerung immer eingebunden. Damit unterstützen diese Projekte den Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen vor Ort auf Basis der dortigen natürlichen Ressource. Dies schützt gleichzeitig die Wildtiere vor Wilderei und den Lebensraum vor Abholzung und Umwandlung in Rinderweiden. Der WWF setzt außerdem auf Maßnahmen zur Eindämmung von Mensch-Wildtier-Konflikten, um diesen entgegenzuwirken.

 

Owen-Smith und seine langjährige Partnerin, Dr. Margaret Jacobsohn, gründeten in den 1980er Jahren die Organization Integrated Rural Development and Nature Conservation (IRDNC). Sein Ansatz trug schnell die Früchte des Erfolgs. Die Nashorn- und Elefantenpopulationen verdreifachten sich seit 1980. Namibia ist das einzige Land, in dem sich Löwen auch außerhalb der Schutzgebiete ausbreiten. Aber nicht nur die Tiere profitierten. Durch Angebote für Ecotourismus haben die Gemeinden um die Nationalparks nun ein gesichertes Einkommen.

 

Owen-Smith und Dr. Jacobsohn erhielten den Goldman Grassroots Environmental Prize for Africa, den United Nations Global Environmental 500 Award, den Netherlands Knights of the Order of the Golden Ark Award und den Prince Willian Lifetime Conservation Award from the Tusk Foundation für ihre Arbeit. Neben seiner Arbeit für den Naturschutz setzte sich Garth Owen-Smith auch gegen die Apartheid in Südafrika ein.

 

Leider konnten auf Grund der aktuellen Reisebeschränkungen seine Söhne Tuareg und Kyle und sein Enkelsohn Garth nicht mit ihm in Namibia sein. Seine Frau Dr. Margaret Jacobsohn begleitete ihn seinen letzten Tage. Wir danken Garth Owen-Smith für sein Engagement und drücken der Familie unser Beileid aus. 

  • Facebook
  • Twitter
  • Pinterest
  • drucken