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9. UN-Umweltgipfel in Bonn (19.-30. Mai 2008): Wird Merkel zur Kanzlerin der Vielfalt?

27. Mai 2008

WWF: Verhandlungen in Bonn stocken.

 

Einen Tag vor Ankunft von Bundeskanzlerin Merkel und über 100 Umweltministern auf dem Bonner UN-Gipfel zur biologischen Vielfalt stecken die Verhandlungen in einer Sackgasse. „Die Gespräche stocken in allen wichtigen Punkten. Hier wird um jedes Komma gestritten, als ginge es um Leben und Tod. Das Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2010 zu bremsen, ist in weite Ferne gerückt“, so WWF-Naturschutzexperte Joerg Roos in Bonn. Bei Themen wie Schutzgebieten, Finanzierung, Bioenergie, Nutzung genetischer Ressourcen oder der Verzahnung von Klimaschutz und Bewahrung der biologischen Vielfalt seien im Moment noch keine wesentlichen Fortschritte in Sicht.  

 

„Ein starker Auftritt von Kanzlerin Merkel könnte die Blockade lösen“, hofft Roos. Der WWF fordert von Deutschland und anderen Industrieländern weitere Finanzzusagen. Der Gipfel müsse sich auf ein klares Ziel zur Finanzierung von Schutzgebieten einigen. Nach einer Schätzung des WWF investiert die Weltgemeinschaft derzeit etwa 3,8 bis 6,3 Milliarden Euro in Schutzgebiete – erforderlich sind jedoch 20 bis 30 Milliarden Euro. Derzeit werde ein Vorschlag disktuiert, die Finanzmittel bis 2015 zu verdoppeln. Ob dieser jedoch Erfolgschancen habe, sei fraglich.

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