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Öko-Tipps für den Lebensraum vor Ihrer Haustür

© Andreas Eistert / WWF
© Andreas Eistert / WWF

Mit nur wenigen Schritten kann man bei der Gartenarbeit und sogar beim Grillen jede Menge für die Umwelt tun.

 

Giftfrei gärtnern

Beim Kampf gegen so genanntes Ungeziefer wie Ameisen, Schnecken, Käfer und Blattläuse oder wildwachsende Kräuter und Moose werden jedes Jahr hunderte Tonnen Pestizide in deutschen Gärten verspritzt, vergossen oder ausgelegt. Die Folge: Die Gifte gelangen ins Grundwasser oder in die Luft und setzen sich auf Kleider und Lebensmittel.

 

Manche dieser Umweltgifte sind wahre Biowaffen: Beispiele aus dem Tierreich legen nahe, dass schon geringste Mengen Krebs auslösen, die Fruchtbarkeit beeinflussen und zu Verhaltensstörungen führen können. Und sie vernichten nicht nur die unerwünschten „Schädlinge“, sondern haben auch zu oft negative Auswirkungen auf andere Lebewesen wie zum Beispiel Vögel.

Naturnah gestalten

Wer den Schädlingen im Garten auch ohne Gift den Kampf ansagen will, kann dies durch einfache Maßnahmen tun. Zuallererst gilt: Vielfalt im Garten schützt vor Schädlingen. Hecken, Stein- und Reisighaufen oder begrünte Fassaden bieten zum Beispiel einen guten Lebensraum für Igel, Vögel und nützliche Insekten, die Schädlinge von bevorzugten Pflanzen fernhalten und die starke Vermehrung bestimmter Kleintiere verhindern.

 

Der richtige Standort gibt Pflanzen natürlichen Schutz. Gärtnereien geben Tipps für den idealen Platz für Sträucher und Blumen. Zweitens gilt: Wo kein Platz ist und nur wenig Licht hinkommt, da wächst auch kein Unkraut. Pflanzen sollte man deshalb möglichst dicht aneinander setzen und die Zwischenräume mit Mulch abdecken. Wo dennoch ungewünschte Moose oder Gräser wachsen, sollte man zu „grobem“ Gerät wie einer Harke oder einem Vertikutierer greifen. Netze versperren größeren tierischen Eindringlingen den Weg.

Die richtigen Pflanzen wählen

Bevorzugen Sie heimische Pflanzen und setzen Sie Exoten möglichst sparsam ein. Entscheiden Sie sich für Gewächse, die zu ihrem Boden passen und mit denen die Tierwelt ihres Garten etwas anfangen kann. Mauern aus Zypressen, japanischem Kirschlohrbeer und ähnlichen immergrünen exotischen Gewächsen sehen nicht nur nach Friedhof aus, sie verwandeln ihren Garten zumeist auch in einen solchen.

 

Verzichten Sie beim Einkauf auch nach Möglichkeit auf exotische Pflanzen und Blumenzwiebeln, die aus Wildentnahmen stammen könnten.

Natürlich düngen: Am besten mit Kompost oder torffreier Erde

© Donné Beyer / WWF
© Donné Beyer / WWF

Biologische Garten- und Küchenabfälle sind am besten auf dem eigenen Komposthaufen aufgehoben. Dort ersetzen Regenwürmer, Asseln und Mikroorganismen die Arbeit der Müllverbrennungsanlage und verwandeln den Bio-Müll in kostenlosen Dünger. Das Ausbringen von Grasschnitt oder Holzschnitzeln schützt den Boden vor Austrocknung und führt ihm zugleich Nährstoffe zu. Auch Hornspäne sind ein wirkungsvoller Langzeitdünger.

 

Wer beim Düngen nicht ganz auf „fremde Hilfe“ verzichten möchte, sollte beim Kauf von Pflanzenerde ausschließlich torffreie Produkte wählen, denn der Jahrhunderte lange Torfabbau hat den Hochmooren in Europa schwer zugesetzt. In Deutschland gelten nur noch rund fünf Prozent der einstigen Hochmoorflächen als natürlich oder naturnah.

 

Torffreie Blumenerde ist mittlerweile in vielen Märkten erhältlich und besteht aus Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien und Lavagranulaten, die Wasser und Nährstoffe optimal speichern.

Mit Regen bewässern

Sauberes Wasser wird zunehmend zum kostbaren Gut. Das zeigen auch die steigenden Kosten für Trinkwasser und Kanalnutzung. Regenwasser sollte deshalb nicht ungenutzt direkt in die Abwasserkanäle geleitet werden, sondern in einer Tonne aufgefangen und zum Blumengießen verwendet werden

 

Den Rasen sollte man ausschließlich bei extremer Trockenheit sprengen. Um die Verdunstung möglichst gering zu halten, sollte der Garten grundsätzlich nur morgens oder abends bewässert werden.

Lebensräume für Tiere schaffen

Alte Baumstämme oder ein kleiner Haufen alter Äste sind ein beliebter Platz für zahlreiche nützliche Insekten. Naturnahe dichte Hecken zum Beispiel aus Haselnuss oder Weißdorn, die Vögeln und Insekten Lebensraum und Nahrung bieten, sind die besten Begrenzungen. Für den Rasenmäher schwer zugängliche Ecken kann man als Blumenwiese oder Kräuterbeet anlegen. Darüber freuen sich ganz besonders Schmetterlinge.

Auf naturfreundlichen Gartenmöbeln wohlfühlen

Auf Holz ists doch viel schöner! © Andreas Eistert / WWF
Auf Holz ists doch viel schöner! © Andreas Eistert / WWF

Plastikstühle im Biogarten? Naja. Holz ist viel schöner! Noch besser sind Gartenmöbel, die aus naturnaher und sozial verträglicher Forstwirtschaft stammen. Für die also keine Wälder kahl geschlagen oder wertvolle Tropenwälder vernichtet wurden. Solche Gartenmöbel erkennen Sie am FSC-Siegel. Auch mit dem Kauf von FSC-Produkten leisten Sie einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz.

 

Die ökologisch beste Wahl trifft, wer FSC-Gartenmöbel aus heimischen Hölzern wie Eiche und Lärche wählt. Die Transportwege und der damit verbundene Schadstoffausstoß sind um ein Vielfaches geringer als beim Import von Tropenhölzern.

 

Stehen die Möbel dann im Garten oder auf der Terrasse, kommt es auf die richtige Pflege an: Alle Holzarten, darunter auch Eiche, Kiefer und Lärche, "leben" und sind nur bedingt wetterfest. Sie vertragen keine andauernde Feuchtigkeit und sollten deshalb mit natürlichen Ölen oder Wachsen widerstandsfähiger gemacht und vor "nassen Füßen" geschützt werden. Dann halten sie auch schlechter Witterung lange stand.


Leckeres vom Öko-Grill genießen

Auch beim Kauf von Holzkohle sollten Sie auf das Siegel des FSC achten. FSC-Holzkohle wird in Deutschland in Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen angeboten. Zum Anfeuern eines möglichst ökologischen Grillfeuers empfiehlt der WWF, statt übel riechender chemischer Brandbeschleuniger einen Kaminanzünder zu verwenden.

 

Perfektioniert wird der Öko-Grill mit dem Kauf des passendem Grillzubehörs: Fleisch, Fisch, Gemüse und Kartoffeln sind auf Bratplatten aus Metall oder Speckstein besonders gut aufgehoben. Wer die Leckereien sorgfältig aufspießt und über dem Feuer dreht, sorgt am besten dafür, dass das Grillgut nicht verkohlt oder in die Glut fällt. Austretendes Fett sollte nicht in die Glut geraten, da der entstehende Rauch giftige Substanzen enthalten kann.

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