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Berggorillas trotzen dem Krieg im Kongo

28. Januar 2009

Seltene Menschenaffen-Population ist gewachsen – Wilderei größtes Problem

 

Berlin - Trotz der jüngsten Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der seltenen Berggorillas gewachsen. Bei der ersten Zählung seit über einem Jahr stießen Ranger im ältesten Nationalpark Afrikas, dem Virunga Nationalpark, auf sechs Gorilla-Gruppen mit insgesamt 81 Mitgliedern. 2007 wurden dort nur 72 Tiere registriert. „Scheinbar wissen die Berggorillas sehr genau, wie sie sich in einer Krise verhalten müssen“, kommentiert WWF-Artenschützer Stefan Ziegler das Ergebnis. Der Nationalpark liegt mitten in der umkämpften Krisenregion. „Deshalb hatten wir für die Berggorillas das Schlimmste befürchtet, zumal einige Gorilla-Gruppen für den Naturtourismus systematisch an Menschen gewöhnt worden sind und deshalb auch nicht vor bewaffneten Milizen oder Wilderern flüchten.“ Mit insgesamt 720 Exemplaren zählen Berggorillas zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Säugetierarten der Erde.  

 

Die Berggorillas wurden von Angestellten des kongolesischen Instituts für Naturschutz gezählt, das für den Virunga-Nationalpark verantwortlich ist und vom WWF finanziell unterstützt wird. Den Wildhütern war es im Dezember nach zähen Verhandlungen mit Kräften des mittlerweile entmachteten Rebellenführers Laurent Nkunda erstmals seit 16 Monaten gelungen, wieder Zugang zum Park zu erhalten. „Die Gorilla-Hüter arbeiten unter Einsatz ihres Lebens“, so der WWF-Artenschützer. Erst vor zwei Wochen sei ein Ranger im Park getötet, ein weiterer von Milizen entführt worden.  

 

Auch für die Berggorillas ist die Gefahr trotz der neuen Zahlen laut WWF noch nicht gebannt. „Die Scharmützel gehen weiter und auch die Wilderei lässt nicht nach“, sagt WWF-Experte Stefan Ziegler. Innerhalb von nur fünf Tagen hätten die Wildhüter im Virunga Nationalpark über 400 Wilderer-Fallen aufgespürt.  

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