Die Ausbreitung der Überfischung
Die Infografik zeigt, wie sich die Fanggebiete der weltweiten Flotten seit 1950 ausgebreitet haben. Bis zum Jahr 2006 (aus diesem Jahr stammen die aktuellsten flächendeckenden Informationen) verzehnfachten sie ihren Radius von 10 auf rund 100 Millionen Quadratkilometer.
Die Meere galten lange Zeit als unerschöpfliche Nahrungsquelle. Doch in vielen Teilen der Welt wird mehr Fisch gefangen, als nachwächst – die Bestände sind gefährdet. In Europa sind drei von vier Fischbestände überfischt. In der EU sanken die Erträge im letzten Jahrzehnt um rund ein Drittel. Um dennoch die steigende Nachfrage an Fisch und Fischprodukten sicher zu stellen, fangen die industriellen Fangflotten aus Europa zunehmend auch außerhalb europäischer Gewässer: Afrika, Indien, Asien, Südamerika… . Bereits 30 Prozent des unter EU-Flagge gefangenen Fisches stammen aus nicht-europäischen Fanggebieten. Die Folge: Auch außerhalb Europas geraten immer mehr Fischbestände in Bedrängnis.
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Im Auftrag des WWF hat das Projekt „Sea around us“ der Universität von Vancouver die Ausbreitung der weltweiten und europäischen Fischereiflotten untersucht. Die Infografik auf dieser Seite zeigt, wie sich die Fanggebiete der weltweiten Flotten seit 1950 ausgebreitet haben. Bis zum Jahr 2006 verzehnfachten sie ihren Radius von 10 auf rund 100 Mio. Quadratkilometer.
Die Karte verdeutlicht, dass nicht nur die befischte Fläche zugenommen hat, sondern auch die Intensität der Nutzung: Eine immer größere Meeresfläche wird immer stärker genutzt. Um die Auswirkungen der Fischerei auf die Ökosysteme zu messen, analysierten die Wissenschaftler die benötigte Primärproduktion (PPR*). Sie steht für die Energie, die einem Fisch bis zum Fang von seinem Ökosystem bereitgestellt wurde und setzt sie ins Verhältnis zur gesamten verfügbaren Energie in diesem Gebiet. Die blauen Flächen in der Karte stehen für wenigstens 10 ProzentEntnahme der PPR, orange für wenigstens 20 Prozent und rot weist auf eine Entnahme von mindestens 30 Prozent der PPR hin. Ein Wert von 30 Prozent PPR-Entnahme bedeutet, dass die Fischerei ein knappes Drittel der gesamten Primärproduktion ein einem Gebiet vernichtet/verbraucht. Ein Vergleich mit den Fangstatistiken der FAO zeigt, dass die meisten der roten Gebiete überfischt sind. Im globalen Maßstab trägt die Europäische Fischerei signifikant zu der Belastung der Fischbestände bei.
Wir müssen diese Entwicklung dringend stoppen und nachhaltiger mit den Ressourcen der Meere umgehen. Um die Ökosysteme langfristig zu schützen und die Nahrungsgrundlage von Millionen Menschen in den Entwicklungsländern zu sichern. Aber auch, um in Europa in Zukunft und mit gutem Gewissen noch Fisch essen zu können. Die anstehende Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU bietet eine einmalige Chance, strengere Kriterien für eine nachhaltige Fischerei innerhalb und auch außerhalb der EU-Gewässer festzuschreiben.
*PPR = benötigte Primärproduktion: Der Parameter beschreibt die von Fischen aufgenommene Nahrungsenergie. Die von der Fischerei entnommene Biomasse steht damit in einem Verhältnis zur gesamten bereitgestellten Primärproduktion in einem Gebiet. Dieses Verhältnis ist von Art zu Art und von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich. Der Parameter PPR ermöglicht einen weltweiten Vergleich von den ökologischen Auswirkungen der Fischerei. Nach Aussagen von Wissenschaftlern ist die Entnahme von mehr als 30% PPR ein sehr hoher Wert und ein deutliches Indiz für Überfischung.











