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Konsequenter Klimaschutz jetzt – Globaler Klimaaktionstag am 8. Dezember

03. Dezember 2007

 

Berlin, 3.12.2007. Zum ersten Mal in Deutschland werden am globalen Klimaaktionstag am 8.12. bundesweit Tausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstrieren. Die Klima-Allianz ruft zu zentralen Kundgebungen in Berlin und am Braunkohlekraftwerk Neurath bei Düsseldorf auf, um ihre Forderung nach einem Stopp neuer Kohlekraftwerke zu unterstrei­chen. Gleichzeitig appelliert die Klima-Allianz an alle Regierungen, bei der Klimakonferenz in Bali zukunftsweisende Ergebnisse zu erzielen.

 

Roland Hipp, Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace: „Beim Klimaaktionstag am kom­menden Samstag werden viele Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gehen. Der Klimawandel ist in den Köpfen der Leute angekommen. Gleichzeitig will die Bundesregierung am Mittwoch ein Klimapaket beschließen, mit dem sie ihre eigenen Klimaschutzziele ver­fehlen wird. Statt der groß angekündigten Reduzierung von Treibhausgasen um 270 Millio­nen Tonnen CO2 pro Jahr bis 2020 werden es im Endeffekt maximal 160 Millionen Tonnen sein. Das 40-Prozent-Ziel bei Einsparungen rückt damit in weite Ferne. Angesichts der glo­balen Klimaveränderung tut die Regierung zu wenig. Im Gegenteil: 24 in Deutschland ge­plante Kohlekraftwerke sind ein großer Rückschritt. So wird man kein Vorreiter im Klima­schutz. Die Regierung muss diesen Plänen endlich einen Riegel vorschieben, statt sie zu verteidigen. Mit Erneuerbaren Energien, Effizienzstrategien und der Kraft-Wärme-Kopplung können wir die Klimakatastrophe noch aufhalten, mit Kohle sicher nicht.“  

 

„Bali muss zur Ouvertüre für ein kraftvolles Klimaschutzabkommen nach 2012 werden. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie aufs Tempo drückt und den Takt vorgibt. Wir dürfen keine Zeit verlieren. Bis 2009 muss ein Klimaschutzabkommen beschlossen sein, das auf Kyoto aufbaut“, betont Regine Günther, Leiterin für Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. Die Klima-Allianz fordert von der internationalen Staatengemeinschaft mehr als warme Worte. Wenn es nicht gelinge, den Anstieg der globalen Durchschnitts-temperaturen unter zwei Grad zu begrenzen, werden die Konsequenzen überall auf der Welt sehr schmerzhaft sein.  

 

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“ und der Diakonie Katastrophen­hilfe ergänzt: „Während wir im Norden die Folgen mit hohem finanziellen Aufwand abfedern können, stellen sie für viele Menschen im Süden eine existenzielle Bedrohung dar. Denn sie leben von der Landwirtschaft und sind daher besonders anfällig gegenüber Veränderungen der Niederschläge und der Temperaturen, die zu Missernten führen können. Noch können wir es schaffen, dass auch zukünftige Generationen in allen Regionen der Erde menschen­würdige Lebensbedingungen vorfinden, doch dazu bedarf es eines konsequenten Handelns seitens der Bundesregierung - sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene.“  

 

„Die mit 1,5° C überdurchschnittliche Erwärmung im Alpenraum zeigt bereits deutlich sicht­bare Folgen: Gletscher schmelzen, Permafrostböden tauen auf, Hangrutsche und Steinschlag verursachen Kosten in Milliardenhöhe. Gleichzeitig werden sich bei der prognostizierten Klimaentwicklung die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere immer mehr verändern, was einen immensen Artenverlust zur Folge haben könnte,“ so Jörg Ruckriegel, Ressort­leiter Natur- und Umweltschutz des Deutschen Alpenvereins. Um diese gravierenden Aus­wirkungen, die Ökosysteme weltweit betreffen, noch abmildern zu können, müsse die Öffentlichkeit Druck auf die Politik ausüben, um den Versprechen Taten folgen zu lassen. Jörg Ruckriegel: „Der globale Klimaaktionstag am 8.12 ist dafür der geeignete Rahmen.“

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