13.09.2004, Artenschutz, Politik
Herbstzeit = Haizeit
Zum Kinostart des Trickfilms 'Große Haie, kleine Fische' am 14. Oktober 2004 und zur Konferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (2. bis 14. Oktober 2004):

Der Weiße Hai gehört zu den am meisten gefragten Tier- und Pflanzenarten auf dem Weltmarkt.
Frankfurt a. M., 13. September 2004: Der Herbst wird in diesem Jahr die Zeit der Haie sein: Am 14. Oktober startet bundesweit der neue Dreamworks-Animationsfilm 'Große Haie, kleine Fische', der ein Jahr nach dem Erfolg von 'Findet Nemo' erneut die faszinierende Unterwasserwelt tricktechnisch auf die Leinwand bringt. Die Geschichte rankt sich um den Kampf zwischen dem kleinen Fisch Oscar und seinen Freunden gegen die Bande des Hai-Mafiosi Don Lino. Zeitgleich zum Filmstart verhandeln die Delegationen von 166 Staaten auf der Weltartenschutzkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of wild Fauna and Flora) in Bangkok über die Zukunft der Weißen Haie. Mit dabei sind die Artenschützer des WWF. Sie setzen sich in Bangkok dafür ein, dass der internationale Handel mit Produkten des Weißen Hais künftig strikt kontrolliert wird.
Der Weiße Hai gehört nach Einschätzung des WWF zu den am meisten gefragten Tier- und Pflanzenarten auf dem Weltmarkt. Die großen Fische werden wegen ihrer Kiefer und Zähne gejagt, die für viel Geld als Souvenirs angeboten werden. Für ein kürzlich in Südafrika gestohlenes Gebiss wurden 50.000 Euro gezahlt. Einzelne Zähne kosten bis zu 600 Euro. In Bangkok werden die Delegierten über einen Antrag von Madagaskar und Australien zum Schutz der Weißen Haie verhandeln. Beide Länder beantragten, dass der Handel mit Produkten der 'Großen Weißen' strikt kontrolliert wird. Der WWF unterstützt diesen Antrag, denn die Umweltschützer sorgen sich um die Zukunft der Haie: Die Weißen Haie wachsen nur sehr langsam und bekommen erst spät und dann nur sehr wenig Nachwuchs. Deshalb erholen sich Hai-Bestände nur sehr schwer von intensiver Fischerei und Jagd und sind weltweit bedroht. Man schätzt, dass jedes Jahr 100 Millionen Haie gefangen werden - um sie als Souvenirs zu verkaufen, oder weil Gourmets ihr Fleisch und ihre Flossen als Delikatesse schätzen. Der WWF hofft, dass die Entscheidung in Bangkok ähnlich gut ausfällt wie bei der letzten Weltartenschutzkonferenz im Jahr 2002: Damals gelangten die Riesen- und Walhaie nach zähen Verhandlungen über die Ziellinie des Artenschutzes. Seither wird der Handel mit Produkten der beiden Arten stark kontrolliert.
Haie gehören zu den ältesten Wirbeltieren, die es gibt: Die 'lebenden Fossilien' tauchten bereits vor 400 Millionen Jahren auf-also 200 Millionen Jahre, bevor die Dinosaurier die Erde bevölkerten, und lange vor Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren. Man unterscheidet mehr als 400 Arten, vom nur 15 cm großen Steuerschwanz-Katzenhai bis zum größten Fisch der Welt, dem Walhai. Walhaie werden so groß wie Omnibusse und können bis zu 100 Jahre alt werden.
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