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Stand: 29.10.2013

WWF-Artenlexikon

Abgottschlange / Königsboa (Boa constrictor)

Lebensraum Abgottschlangen findet man in Regenwäldern ebenso wie im Buschland oder gar Halbwüsten, dort jedoch immer in der Nähe von Wasser.
Geografische Verbreitung Das Verbreitungsgebiet der einzelnen elf Unterarten erstreckt sich vom Norden Mexikos (Sonora, Chihuahua) über ganz Mittelamerika und Südamerika bis hinunter nach Argentinien.
Gefährdungsstatus IUCN: "noch nicht gelistet"
CITES: Anhang II, außer B.c. occidentalis (Anhang I)
Bestandsgröße keine genauen Bestandsangaben bekannt
Boa constrictor. © Anton Vorauer / WWF

Die Kleinste unter den Riesenschlangen

Die bis zu 4,5 Meter lange Abgottschlange oder Königsboa gilt als die Riesenschlange schlechthin, obwohl sie weit kleiner bleibt als die Anakonda oder einige Pythonarten. Sie ist in elf Unterarten von Mexiko bis Nordargentinien vertreten und besiedelt in erster Linie tropische Tiefland-Regenwälder, aber auch trockene Pampas-Steppen, Buschländer und andere Lebensräume. Die Abgottschlange erreicht ein Gewicht von bis zu 45 Kilogramm.

Das auch unter seinem lateinischen Namen Boa constrictor berühmt gewordene Reptil hat einen deutlich vom Körper abgesetzten, dreieckigen Kopf. Die Färbung variiert sehr stark und ist abhängig von der Unterart und der geografischen Verbreitung des Tieres. Die Boa constrictor unterscheidet sich von den meisten anderen Schlangen dadurch, dass ihr zwei Lungenflügel zum Atmen zur Verfügung stehen. Ein weiteres interessantes Detail im Erscheinungsbild der Abgottschlange sind zwei wenige Millimeter bis zu einem halben Zentimeter großen klauenartigen Gebilde links und rechts neben der Kloake (Geschlechtsteil), die so genannten Aftersporne. Hierbei handelt es sich um rudimentäre Überreste von Hinterextremitäten, die als Hinweis auf die evolutionäre Abstammung der Schlangen von vierbeinigen Reptilien angesehen werden.

Weiterführende Informationen

Die Königsboa ist lebendgebärend. Abhängig von Lebensraum, Nahrungsangebot, Unterart und Feinddruck, bringt sie nach 100 bis 150 Tagen Entwicklungszeit zwischen 5 und 60 Jungtiere mit einer Körperlänge von etwa 45 Zentimetern zur Welt. Die neugeborenen Boas sind vom ersten Moment an auf sich allein gestellt. Schon wenige Stunden nach der Geburt verlassen sie als Nestflüchter ihre Mutter. Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind Königsboas Einzelgänger.

Abgottschlangen ernähren sich überwiegend von kleinen Säugetieren, Vögeln und deren Brut, aber auch von Teju-Echsen und Leguanen. Sie zählen zu den Würgeschlangen und wenden zum Töten ihrer Beute diese namensgebende Technik an. Wie andere Schlangen ist auch die Königsboa imstande, Beute zu schlucken, die viel größer ist als ihr eigener Kopf.

Noch wird die Königsboa nicht in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN geführt. Doch ihr Lebensraum schrumpft von Tag zu Tag vor allem durch die voranschreitende „Urbarmachung“ der Regenwälder.

Der Schutz des Lebensraumes hat für alle bedrohten Tier- und Pflanzenarten Amazoniens, nicht nur für die Boa constrictor, absolute Priorität. Daher hat sich der WWF zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren den größten Teil der Biodiversität im brasilianischen Amazonasbecken durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk zu sichern. Nach einer Initiative des WWF gab die brasilianische Regierung 1998 das Versprechen, zehn Prozent des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes unter Schutz zu stellen und rief in der Folge eines der weltweit ambitioniertesten Naturschutz-Programme ins Leben – das „Amazon Region Protected Areas Programme“ (ARPA), dessen Umsetzung vom WWF maßgeblich mitgestaltet wird. Am Ende sollen 50 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Spanien, dauerhaft geschützt sein. Im Jahr 2007 verstärkte der WWF Deutschland sein Engagement für den Amazonas-Regenwald und übernahm mit seinem Projekt „Juruena-Nationalpark“ Verantwortung für einen wichtigen Teil des ARPA-Programmes.

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