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Stand: 06.01.2016

WWF-Artenlexikon

Afrikanisches Stinkholz (Prunus africana)

Lebensraum Afrikanische Bergwälder in Höhen von 1.500 bis 2.000 Meter
Geografische Verbreitung Afrika, von Madagaskar über Uganda, Äthiopien bis nach Sao Tomé und Kamerun. Der Baum kommt nur in Bergwäldern vor. Diese sind aufgrund ihrer Standortansprüche nur lückenhaft verbreitet
Gefährdungsstatus • Nordwest-Kamerun, Uganda: "gefährdet"
• IUCN: „gefährdet“
• CITES: Anhang II (seit 1995)
• Europäische Artenschutzverordnung (EG-Verordnung 338/97): Anhang B
Bestandsgröße Abschätzungen für Bestandesgrößen liegen bei Pflanzen generell bisher nur lokal oder regional vor, nicht aber überregional oder für deren gesamtes Verbreitungsgebiet
Afrikanisches Stinkholz. © Sandra Mbanefo Obiago / WWF-Canon
Afrikanisches Stinkholz. © Sandra Mbanefo Obiago / WWF-Canon

Rinde gegen Prostataleiden

Ihren Namen verdankt die immergrüne Baumart , die in afrikanischen Bergwäldern vorkommt, dem unangenehmen Geruch, den die frisch geschnittene Rinde verströmt. Dieser verflüchtigt sich aber während der Trocknung. Die getrocknete Rinde des Baumes wird traditionell in der afrikanischen Volksmedizin genutzt, beispielsweise gegen Malaria, Fieber und Bauchschmerzen.
Seit einigen Jahren werden Stinkholzpräparate zunehmend gegen Prostataleiden eingesetzt. Die steigende Nachfrage verstärkt den Druck auf die Bestände, denn die Pflanzensubstanz stammt praktisch ausschließlich aus Wildsammlung. Sie könnten jedoch baumschonend gewonnen werden, indem man mindestens 50 Prozent der Rinde am Baum belässt.

Weiterführende Informationen

Das Rindengewebe regeneriert sich (ähnlich wie bei der Korkeiche). Nach sieben Jahren können die bei der Ersternte unberührten Bereiche geerntet werden. Die derzeitige Nutzung findet allerdings meist nicht in dieser schonenden Art statt. Bei illegalen Sammeleinsätzen werden ganze Bäume gefällt oder die gesamte Rinde entfernt. Diese unsachgemäße Beerntung und die Übernutzung der Art hat bei vielen Populationen ernsthafte Schäden verursacht und ist zu einer Gefahr für das Fortbestehen des Afrikanischen Stinkholzes geworden.
Eine weitere Bedrohung geht von der Ausweitung der Landwirtschaft aus, die zur Zerstörung vieler Bergwälder und damit der Lebensräume von Prunus africana führt.

WWF und TRAFFIC erarbeiten konkrete Konzepte zur nachhaltigen Nutzung von Medizinal- und Aromapflanzen.

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