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Stand: 11.04.2016

WWF-Artenlexikon

Amur-Tiger (Panthera tigris altaica)

Lebensraum Gemäßigte Laub- und Mischwälder der Amur-Region
Geografische Verbreitung Das heutige Verbreitungsgebiet im Amur-Becken ist durch die massive Einflussnahme des Menschen nur noch etwa 200.000 Quadratkilometer groß. Die letzten Amur-Tiger gibt es nur noch im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas.
Gefährdungsstatus Rote Liste IUCN: stark gefährdet
CITES: Anhang I
Im gesamten Verbreitungsgebiet sind die Tiere durch nationale Gesetze geschützt und dürfen nicht gejagt oder getötet werden.
Bestandsgröße mindestens 523 Tiere (inklusive Jungtiere) in Russland und ca. 10 Tiere im Nordosten Chinas
Amur-Tiger © Igor Zhorov / WWF
Amur-Tiger © Igor Zhorov / WWF

Der Größte unter den Tigern

Der Amur-Tiger, auch als Sibirischer Tiger bekannt, ist die größte lebende Katze auf der Erde und einer der sechs überlebenden Unterarten des Tigers.

Ursprünglich besiedelte der Amur-Tiger ein riesiges Gebiet, das sich vom Zusammenfluss der Flüsse Argun und Shilka (ab da heißt der entstehende Fluss Amur) im Westen bis zum Japanischen Meer im Osten erstreckte. Durch den Einfluss des Menschen hat sich sein Verbreitungsgebiet aber auf eine Fläche von etwa der halben Größe Deutschlands im Russischen Fernen Osten und im angrenzenden Gebiet in Nordost-China reduziert.

Massive Bejagung der Tiger und ihrer Beutetiere und die großflächige Zerstörung ihres Lebensraumes ließen die Tigerpopulation in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts auf etwa 30 bis 40 Individuen schrumpfen. Durch intensive Schutzbemühungen konnte sich der Bestand auf ein immer noch kritisches Maß von etwa 523 Tieren in Russland erholen. In den letzten zehn Jahren war die Bestandsentwicklung positiv und mit ca. zehn Tigern, die sich dauerhaft im Nordosten Chinas aufhalten, existiert auch dort eine kleine Population. Daher hat die Weltnaturschutzunion IUCN den Gefährdungsgrad des Amur-Tigers von „von Aussterben bedroht“ auf „stark gefährdet“ herabgestuft. Sollte sich der Bestand aber durch die vielseitigen Bedrohungen wieder verringern, wird er wieder hochgestuft.

Weiterführende Informationen

Der Amur-Tiger jagt vor allem große Paarhufer wie Sika- und Rotwild, Wildschweine, Rehe und Elche. Dort, wo diese Beutetiere übermäßig von Jägern geschossen oder von verarmten Landbewohnern in Schlingen gefangen werden, kann auch der Tiger langfristig nur schwer überleben. Das größte Gefährdungspotenzial für das Überleben des Amur-Tigers geht von der Wilderei aus, die vom lukrativen illegalen Handel mit Tigerteilen angetrieben wird.

Auch die fortschreitende Lebensraumzerstörung macht dem Amur-Tiger zu schaffen. Wald wird durch nicht-nachhaltigen Holzeinschlag, durch vom Menschen verursachte Brände oder die Ausweitung von Agrar- und Bergbauflächen vernichtet. Die zunehmende Zerschneidung durch Straßen, Siedlungen und andere Großprojekte und die damit einhergehende Fragmentierung des Lebensraumes sind weitere Faktoren, die das Überleben des Tigers in seinem natürlichen Lebensraum gefährden.

In Zusammenarbeit mit führenden nationalen und internationalen Institutionen hat der WWF einen Schutzplan für den Amur-Tiger und seinen Lebensraum erarbeitet. Ziele sind unter anderem Erhalt und Vergrößerung der existierenden Tigerbestände, der Erhalt seines Lebensraums und die Verbesserung und konsequente Umsetzung der bestehenden Gesetze zum Schutz des Amur-Tigers. Die Schaffung alternativer Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, soll dem Handel mit Tigerteilen, der Wilderei und dem teilweise illegalen Holzeinschlag die Attraktivität nehmen.

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