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Stand: 12.01.2016

WWF-Artenlexikon

Arnika (Arnica montana)

Lebensraum kalkarme Magerrasen und Bergwiesen, liebt sand- und humushaltige, saure Lehmböden, auch auf torfigen Böden
Geografische Verbreitung Europa: vom südlichen Norwegen und südlichen Lettland bis nach Südportugal, dem nördlichen Apennin und in die Südkarpaten
Gefährdungsstatus • Belgien, Luxemburg, Kroatien, Bosnien-Herzegowina: "vom Aussterben bedroht"
• Holland, Weisrussland: "stark gefährdet"
• Deutschland, Litauen, Lettland, Estland, Rumänien, Kaliningrad: "nicht gefährdet"
• Norwegen, Dänemark: "potenziell gefährdet"
• Europäische Artenschutzverordnung (EG-Verordnung 338/97): Anhang D
• FFH-Richtlinie: Anhang V
Bestandsgröße Abschätzungen für Bestandesgrößen liegen bei Pflanzen generell bisher nur lokal oder regional vor, nicht aber überregional oder für deren gesamtes Verbreitungsgebiet
Arnica. © Frank Barsch / WWF
Arnica. © Frank Barsch / WWF

Leuchtende Bergschönheit

Wer sie in der Natur finden möchte, muss hoch hinaus: Auf nicht oder nur wenig gedüngten Bergwiesen ist sie zuhause und reckt dort von Juni bis in den August ihre leuchtend gelben Blütenköpfe in die Luft. Wie bei allen Korbblütengewächsen bestehen diese aus vielen kleinen Einzelblütchen.

Heute wird Arnika bei Verletzungen sowie rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden äußerlich angewandt. Vermutlich fand Arnika aber schon im frühen Mittelalter in der Volksmedizin Verwendung. Einst über ganz Europa verbreitet, ist die Arnika inzwischen fast überall bedroht, vor allem durch den Verlust geeigneter Standorte aufgrund intensiverer landwirtschaftlicher Nutzung.

Arnika ist eine in großen Mengen gehandelte und genutzte Heilpflanze. Der jährliche Bedarf in Deutschland wird auf etwa 50.000 Kilogramm geschätzt. Die wichtigsten Herkunftsländer von Arnikablüten sind Rumänien und Spanien. Ihr Handelswert ist relativ hoch: Der Preis eines Kilogramms getrockneter Blüten liegt bei etwa 80 bis 90 US-Dollar.

Die Pflanzensubstanz stammt fast ausschließlich aus Wildsammlung. Die starke Nutzung hat zum Rückgang der Art beigetragen. Arnikapflanzen zu züchten und anzubauen war lange Zeit schwierig, doch sind mittlerweile erste Erfolge zu verzeichnen. Arnica montana gehört zu den von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und IUCN, nominierten vorrangigen Arten, deren Handel besser untersucht und kontrolliert werden muss. WWF und TRAFFIC erarbeiten konkrete Konzepte zur nachhaltigen Nutzung von Medizinal- und Aromapflanzen.

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