WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

WWF-Artenlexikon

Asiatischer Elefant (Elephas maximus)

Lebensraum tropische und subtropische Monsunregenwälder, immergrüne Wälder, Laubwälder und Dornbuschland
Geografische Verbreitung in 13 Ländern Asiens: Indien, Sri Lanka, Nepal, Bangladesch, Bhutan, Myanmar, Thailand, Malaysia (Halbinsel und Sabah auf Borneo), Indonesien (Sumatra und wenige Tiere in Ost-Kalimantan), China, Laos, Kambodscha und Vietnam
Gefährdungsstatus IUCN: "stark gefährdet"
CITES: Anhang I
Bestandsgröße zwischen 25.600 und 32.750 Individuen
Waldelefant auf Sumatra. © c naturepl.com Nick Garbutt / WWF

Etwas kleiner als der afrikanische Bruder, aber stärker bedroht

Der Asiatische Elefant ist das größte Landsäugetier Asiens. Er wird zwar häufig als der kleinere Cousin seines afrikanischen Verwandten bezeichnet, doch sind die Bullen mit ihren bis zu fünf Tonnen Gewicht und bis zu drei Metern Höhe ebenfalls eindrucksvolle Tiere. Der lange Rüssel, das Markenzeichen des Elefanten, ist ein Gebilde aus Oberlippe und Nase. Er dient zum Atmen, Riechen, Grüßen, Drohen, zum Verteilen von Wasser und Staub auf dem Körper, zur Nahrungsaufnahme, zum Wasseransaugen, als Schnorchel beim Schwimmen sowie zum Laute bilden und verstärken. Mit dem Rüssel lassen sich kleine Stöckchen zum Kratzen greifen wie auch schwere Baumstämme heben. Die Asiatischen Elefanten verbringen drei Viertel ihrer Zeit mit der Nahrungssuche und -aufnahme und fressen täglich bis zu 150 Kilogramm pflanzliches Futter.

Ähnlich wie ihre afrikanischen Verwandten bilden auch die asiatischen Elefantenkühe und ihre Nachkommen enge Familiengruppen mit bis zu zehn Tieren und einer Leitkuh an der Spitze. Elefantenkühe bringen erstmals im Alter von zehn bis zwölf Jahren nach einer Tragzeit von etwa 22 Monaten ein Kalb zur Welt.

Weiterführende Informationen

In historischer Zeit war der Asiatische Elefant von China im Osten bis zum heutigen Irak im Westen verbreitet. Sein heutiges Verbreitungsgebiet umfasst verstreute Populationen in 13 Ländern. Es gibt zwar viele Asiatische Elefanten als Haus- oder Arbeitstiere in Südostasien. In freier Wildbahn sind die beeindruckenden Tiere jedoch stark gefährdet. Hauptgrund hierfür ist die schnell wachsende menschliche Bevölkerung, welche den Elefanten den Lebensraum streitig macht und die Großsäuger zunehmend verdrängt. Freilebende Elefantenpopulationen sind größtenteils klein und isoliert und können ihren historischen Wanderrouten nicht mehr folgen, da diese durch menschliche Siedlungen und Plantagen für Elefanten blockiert sind.

Der WWF hat die beeindruckenden Großsäuger zu einer seiner Leitarten erklärt. Leitarten sind charakteristische und charismatische Vertreter eines bestimmten Lebensraumes, für die sich die Naturschutzorganisation besonders engagiert. Ihr Schutz und der ihres Lebensraums gewährleistet gleichzeitig auch das Überleben vieler anderer Arten im gleichen Verbreitungsgebiet.

Eine Schutzstrategie für die Asiatischen Elefanten sieht besonders wichtige Projekte in acht Regionen vor: In Indien und Sumatra zum Beispiel sollen neue Wanderkorridore geschaffen, alte besser geschützt und damit der Konflikt zwischen Mensch und Tier entschärft werden. Das soll – auf lange Sicht gesehen – den Erhalt der Elefanten dort garantieren. Zusammen mit seinen lokalen Partnern, dem Sabah Wildlife Department und der französischen Naturschutzinitiative Hutan, engagiert sich der WWF seit Anfang 2000 auch im Verbreitungsgebiet der Borneo-Zwergelefanten. In ganz Asien untersucht wiederum TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, die lokalen Elfenbeinmärkte und hilft dabei den Regierungen, das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES umzusetzen.

Weitere Tierporträts im WWF-Artenlexikon

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF