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Stand: 29.10.2013

WWF-Artenlexikon

Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum)

Unterarten Nördliches Breitmaulnashorn Ceratotherium simum cottoni
Südliches Breitmaulnashorn Ceratotherium simum simum
Lebensraum tropische und subtropische Grasflächen, Savannen und Buschvegetation
Geografische Verbreitung Nördliches Breitmaulnashorn: Kenia
Südliches Breitmaulnashorn: Botswana, Kenia, Namibia, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Swasiland, und Uganda
Gefährdungsstatus IUCN: Nördliches Breitmaulnashorn "vom Aussterben bedroht" und Südliches Breitmaulnashorn "gering gefährdet"
CITES: Anhang I und Anhang II (nur Populationen Südafrikas und Swasilands)
Bestandsgröße Nördliches Breitmaulnashorn: etwa 4 Tiere
Südliches Breitmaulnashorn: über 20.400 Individuen

Horn so teuer wie Gold

Breitmaulnashorn. © Michael Poliza / WWF

Nashörner sind nach ihrem auffälligsten Merkmal benannt: ihren Hörnern. Diese haben allerdings keinen knochigen Kern, sondern bestehen aus zusammengewachsenen Keratinfasern (Keratin: Hornsubstanz). Die beiden Hörner des Breitmaulnashorns sind hintereinander angeordnet, wobei das vordere meist das größere ist. Das vordere Horn der Weibchen kann mit einer maximalen Länge von bis zu 165 Zentimetern etwa 45 Zentimeter länger werden als das der männlichen Tiere. Die beiden Unterarten, das Nördliche und das Südliche Breitmaulnashorn, bewohnen die Gras bewachsenen Savannen und Offenflächen innerhalb der Buschvegetation Afrikas, wobei die Verbreitungsgebiete der beiden Unterarten mehr als 2.000 Kilometer auseinander liegen.

Breitmaulnashörner sind die drittgrößten Landsäugetiere der Erde. Mit einer Schulterhöhe von 1,90 Metern und einem Gewicht von bis zu 3,6 Tonnen sind die Männchen größer als gleichaltrige Weibchen. Breitmaulnashörner haben einen außerordentlich gut ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn, können dafür aber nicht sehr weit sehen. 

Weiterführende Informationen

Gefahr geht für die massigen Tiere vor allem vom Menschen aus. Historisch gesehen zählten die unkontrollierte Jagd und die Wilderei zu den Hauptursachen des dramatischen Bestandsrückgangs der Breitmaulnashörner. Ihr Horn ist als Trophäe sehr begehrt und stellt auch, vor allem in Vietnam, ein Statussymbol dar. Das Horn ist in der traditionellen asiatischen Medizin zur Fiebersenkung und als angebliches Heilmittel gegen Krebs sehr begehrt. Sein Wert übersteigt den Wert von Gold. Heute ist der Einsatz von Nashorn in der traditionellen Medizin in Asien verboten und es wird mitunter durch Büffelhorn ersetzt. Neben der Bejagung waren und sind die Breitmaulnashornbestände vor allem aufgrund von Lebensraumverlust durch Ausbreitung menschlicher Siedlungen und landwirtschaftlicher Flächen bedroht.

Vom Nördlichen Breitmaulnashorn gibt es heute nur noch etwa vier Exemplare. Die Südlichen Breitmaulnashörner hingegen werden auf über 20.400 Tiere geschätzt. Deren Bestand hat sich nach intensiven Schutzbemühungen wieder erholt. Gemäß des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES fallen seit 1977 alle fünf Nashornarten unter das internationale Handelsverbot. Alle afrikanischen und asiatischen Staaten mit Nashornpopulationen in freier Wildbahn haben die kommerzielle Jagd auf Nashörner und den Handel mit Nashornprodukten untersagt.

Der WWF setzt sich seit seiner Gründung 1961 für den Schutz der Nashörner ein. Neben Walen, Tigern, Großer Panda, großen Menschenaffen, Elefanten und Meeresschildkröten gehören sie zu den sieben Leitartengruppen des WWF, für die sich die Umweltstiftung besonders engagiert. Zwischen 1962 und 2001 hatte der WWF bereits über 30 Millionen Euro in den Schutz afrikanischer Nashörner investiert. Bei den Projekten handelt es sich vor allem um Bekämpfung der Wilderei, Ausbildung und Finanzierung von Wildhütern und Anti-Wilderer-Einheiten, Schutz der natürlichen Lebensräume sowie Unterstützung bei der Kontrolle des Handels mit Nashornprodukten.

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