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WWF-Artenlexikon

Eisbär (Ursus maritimus)

Lebensraum Eisbären leben in der Arktis – der lateinische Name verrät es – meist auf der küstennahen Packeisschicht, die das Nordpolarmeer rund um den Nordpol bedeckt.
Geografische Verbreitung Kanada (Provinzen Manitoba, Neufundland, die Nordwest-Territorien, Nunavut, Ontario, Quebec, Yukon), Grönland, Norwegen (Spitzbergen), Russland (Krasnoyarsk, Magadan, das nordeuropäisches Russland, Westsibirien, Jakutien), USA (Alaska)
Gefährdungsstatus • IUCN: "gefährdet"
• CITES: Anhang II
Bestandsgröße • weltweit: 20.000 bis 25.000 Eisbären (IUCN 2006). Es gibt 19 Eisbärpopulationen mit je einigen 100 bis mehreren 1.000 Tieren.
• Trend: zukünftig vermutlich abnehmend
Eisbären. © Michael Poliza / WWF

S.O.S. Eisbär

Der Eisbär ist – nach dem Kodiakbär – das zweitgrößte lebende Landraubtier. Er lebt vor allem auf dem Packeis der Arktis, welches das Polarmeer rund um den Nordpol bedeckt. Erwachsene Männchen können über zwei Meter groß werden und wiegen durchschnittlich 400 bis 600 Kilogramm. Eisbärweibchen sind etwas kleiner und deutlich leichter: Bei einer Körpergröße von etwa zwei Metern wiegen sie ca. 200 bis 350 Kilogramm.

Das Fell der Eisbären erscheint durch die Reflexion des Sonnenlichtes weiß, besitzt aber selbst keine Farbpigmente. Es ist durchsichtig und hat hohle Haare, welche die Wärme der Sonnenstrahlen direkt auf die darunter liegende schwarze Haut leiten. Bis auf die Nasenspitze und die Fußballen bedeckt das Eisbärenfell den gesamten Körper. Mit dieser raffinierten Körperbehaarung, dem stämmigen Körperbau und einer bis zu zehn Zentimeter dicken Speckschicht ist der Eisbär gut geschützt gegen die extreme Kälte in der Arktis, die im Winter durchschnittlich minus 30 Grad Celsius beträgt.

Weiterführende Informationen

Eisbären sind sehr gute Schwimmer und fast reine Fleischfresser. Ihre bevorzugte Beute sind Eismeer-Ringelrobben und andere Robbenarten wie Sattel- und Bartrobben. Gelegentlich machen Eisbären auch Jagd auf Walrosse, Belugas, Narwale, Fische und Seevögel sowie deren Eier. Auch Kadaver gestrandeter Wale und anderer Tiere verschmähen sie nicht.

Eisbären verbringen die langen Winter und das Frühjahr auf dem Packeis. In dieser Zeit jagen sie Robben und fressen sich große Fettreserven an. Mit dem Tauwetter im Frühling und im Sommer beginnt das Packeis im Süden zu schmelzen. So wie die Robben ihrer Nahrungsquelle mit dem Rückzug des Eises nach Norden folgen, so wandern Eisbären ihnen kilometerweit hinterher, um nah bei ihrer Beute zu sein. Vor allem Eisbären der südlichen Populationen können dem raschen Rückzug des Eises oft nicht folgen und „stranden“ schließlich auf dem Festland. In dieser Zeit müssen Eisbären fasten und von ihren Fettreserven zehren. Gelegentlich ernähren sie sich von kleinen Säugetieren und Vögeln sowie von Gras, Moos und Beeren.

Weltweit leben 20.000 bis 25.000 Eisbären. Die Weltnaturschutzunion IUCN befürchtet, dass dieser Bestand um mindestens 30 Prozent in den nächsten 45 Jahren schrumpfen wird – als Folge der verstärkten Packeisschmelze, die durch die globale Erderwärmung verursacht wird. Auch Meeresverschmutzung, die zunehmende Schifffahrt, mehr Touristen sowie die Erforschung und Förderung von Öl- und Gasvorkommen in der Arktis gefährden die bestehenden Eisbärpopulationen. Seit dem Jahr 2006 wird der Eisbär deshalb in der Kategorie „gefährdet“ auf der Roten Liste der IUCN geführt. Mit Maßnahmen zur Dämpfung des Klimawandels und negativer Auswirkungen des wachsenden Arktistourismus’ versucht der WWF, den Eisbären und seinen Lebensraum zu schützen.

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