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WWF-Artenlexikon

Europäischer Flussaal (Anguilla anguilla)

Lebensraum Offene Gewässer (Meere und Ozeane), Küstengewässer, Lagunen, Flussmündungen (Ästuare) sowie Flüsse und Seen.
Geografische Verbreitung Atlantischen Küste Nordafrikas und Europas (inklusive Nordsee, Ostsee und Mittelmeer) sowie in Teilen Asiens. Auch entlang der Kanarischen Inseln, Madeira, den Azoren und Island ist er beheimatet. Die Art ist außerdem in Süßgewässern (Flüsse, Seen) Europas und Nordafrikas verbreitet. Auf seiner Wanderung schwimmt der Europäische Aal durch den Atlantik in die östliche Sargassosee (Atlantischer Ozean, weit vor der Mittelamerikanischen Küste, in der Nähe des Bermudadreiecks).
Gefährdungsstatus IUCN Rote Liste: „vom Aussterben bedroht“
CITES: Anhang II
Bestandsgröße Keine genauen Informationen über Bestandsgrößen bekannt. Insgesamt wurde jedoch ein dramatischer Bestandseinbruch des Europäischen Aals fast im gesamten Verbreitungsgebiet festgestellt. Besonders deutlich wird die Bestandsabnahme bei der Untersuchung der Glasaalbestände: Zwischen 1980 bis 1999 sind sie in 19 Flüssen zwölf verschiedener Länder im Durchschnitt um 95 bis 99 Prozent zurückgegangen.
Trend: abnehmend.
Europäischer Flussaal. © Erling Svensen / WWF-Canon
Europäischer Flussaal. © Erling Svensen / WWF-Canon

Der "Schlangen-Fisch"

Der Europäische Flussaal gehört zur Ordnung der Aalartigen (Angulliformes). Zur Familie der Echten Aale (Anguillidae) zählt man 15 bis 17 Arten, die alle zur Gattungen Anguilla gehören. Der Flussaal zeichnet sich durch einen schlangenartigen Körper und schleimige Haut mit winzigen Schuppen aus. Sehr charakteristisch ist auch der lange Flossensaum, den Rücken-, Schwanz- und Afterflossen zusammen bilden. Der Europäische Aal ist eine so genannte katadrome Fischart: Er lebt die meiste Zeit seines Lebens im Süßwasser und schwimmt nur zur Fortpflanzung ins offene Meer. Insgesamt besitzt der Europäische Flussaal einen komplexen und einzigartigen Lebenszyklus mit verschiedenen Entwicklungsstadien (Glasaal, Gelbaal, Silberaal), zu denen auch eine weite Wanderung über tausende von Kilometern von Europa in die Sargassosee zählt (Atlantischer Ozean, weit vor der Mittelamerikanischen Küste), wo sie laichen.

Das Vorkommen des Europäischen Flussaals erstreckt sich über die Atlantische Küste Nordafrikas und Europas (inklusive Nordsee, Ostsee und Mittelmeer) sowie über Teile Asiens. Auch entlang der Kanarischen Inseln, Madeira, den Azoren und Island ist er beheimatet. Die Art ist außerdem über Flüsse und Seen in Europa und Nordafrika verbreitet. Zu den Lebensräumen zählen offene Gewässer (Meere und Ozeane), Küstengewässer, Lagunen und Flussmündungen (Ästuare). Das Nahrungsspektrum ist je nach Entwicklungsstadium verschieden: Die Weidenblattähnlichen Larven ernähren sich von Plankton, die heranwachsenden Aale von Insektenlarven, kleinen Muscheln, Schnecken und Würmern, die ausgewachsenen Aale schließlich von größeren Tieren wie Krebsen, Fischen und Fröschen.

Europäische Flussaale besitzen in ihrem Lebenszyklus viele Merkmale, die sie für Überfischung sehr anfällig machen: Langlebigkeit, große Körpergröße, späte Geschlechtsreife (zwischen vier und zwanzig Jahren), Laichung zur gleichen Zeit, hohe Sterblichkeitsrate und eine Transatlantische Wanderroute. 

Weiterführende Informationen

Überfischung ist auch die Hauptbedrohung für den Rückgang der Tiere. Die Fangquote in allen Verbreitungsregionen liegt zusammen bei etwa 30.000 Tonnen Aal jährlich. Die vorrangig von den südeuropäischen Staaten gefangenen Glasaale werden zu über 50 Prozent in Aquakulturen im asiatischen Raum exportiert. Vor allem in Asien gelten Glasaale als besondere Delikatesse. Schätzungsweise wurden zwischen 1995 und 2005 eine halbe Milliarde lebende Glasaale jährlich von der EU nach Asien exportiert. Allein 1997 wurden geschätzte 30 Millionen Euro für den Export von 100 bis 130 Tonnen Glasaalen umgesetzt.

Die Bestände des Europäischen Aals sind fast im gesamten Verbreitungsgebiet dramatisch eingebrochen. Besonders deutlich wird die Bestandsabnahme bei der Untersuchung der Glasaalbestände: Zwischen 1980 bis 1999 sind sie in 19 Flüssen zwölf verschiedener Länder im Durchschnitt um 95 bis 99 Prozent zurückgegangen. Ausgehend von Fischereistatistiken haben auch die Bestände der ausgewachsenen Aale zwischen 1968, der Blütezeit der Aalfischerei, und 2005, einen Einbruch von 76% verzeichnet.

Der Europäische Aal wird in der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als „vom Aussterben bedroht“ geführt und in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands als „gefährdet“. Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist die Art auf Anhang II gelistet, somit darf Aal nur noch kontrolliert gehandelt werden. 

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