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Stand: 18.05.2016

WWF-Artenlexikon

Fischotter (Lutra lutra)

Lebensraum Brack-, Salz- und Süßwasserlebensräume in Gebieten unterhalb der Meereshöhe bis in Regionen von über 4.000 Metern Höhe: unverbaute Hochgebirgs- und Tieflandseen, Flüsse, Marsche, Sumpfgebiete, Fjorden, Meeresküsten
Geografische Verbreitung Auf drei Kontinenten verbreitetet: Europa, Asien und Afrika: Eurasien bis hin zur Arktis, von Irland nach Kamtschatka bzw. von Nordafrika, über Sri Lanka bis nach Indonesien.
Gefährdungsstatus IUCN: „potenziel gefährdet“
FFH: Anhang II und IV
Rote Liste Deutschland: „gefährdet“
Erhaltungszustand nach FFH-Richtlinie Deutschlandweit ungünstig, landesspezifisch unterschiedlich
Fischotter. © Peter Wernicke / WWF
Fischotter. © Peter Wernicke / WWF

Weltenbürger mit Problemen

Der Fischotter ist ein an das Wasser- und Landleben angepasstes Raubtier aus der Familie der Marder. Er ist mit seinem lang gezogen Körper, stromlinienförmigen Schädel und den Schwimmhäuten an seinen vier Pfoten ein hervorragender und wendiger Schwimmer. Fischotter erreichen eine Gesamtkörperlänge von 100 bis 130 Zentimetern, wobei ihr Schwanz davon etwa 40 Zentimeter einnimmt. Sie wiegen ungefähr sieben bis zwölf Kilogramm. Die Ohren der Otter sind klein und rund und werden ebenso wie die Nasenlöcher unter Wasser verschlossen. Besonderes Merkmal der Fischotter ist ihr dichtes braunes Fell, das sie im Wasser vor Kälte und Feuchtigkeit schützt. Das Fell hat rund 50.000 Haare pro Quadratzentimeter. Zum Vergleich: Beim Menschen sind es nur etwa 120.

Fischotter sind die am weitesten verbreitete aller Otterarten. Sie leben auf drei Kontinenten: Europa, Asien und Afrika. Auch ihr Lebensraum weist eine große Bandbreite auf, obwohl sie hohe Ansprüche an ihn stellen. Fischotter brauchen saubere, unverbaute Gewässer mit ausreichend Nahrung und Versteckmöglichkeiten im Uferbewuchs. Sie leben sowohl in Brack-, als auch in Salz- und Süßwasserlebensräumen und besiedeln Gewässer und Feuchtgebiete zwischen weniger als null und über 4.000 Höhenmetern. Fischotter sind Einzelgänger und leben in Revieren. Als Unterschlupf dienen dem Fischotter meist Uferunterspülungen, Wurzeln alter Bäume oder auch Bisambaue. Jeder Otter nutzt mehrere, zum Teil zwanzig und mehr, Unterschlüpfe in seinem Revier.

Weiterführende Informationen

Die Fortpflanzung der Fischotter erfolgt ganzjährig in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot. Nach der etwa 65-tägigen Tragzeit bringt das Weibchen meist zwei bis drei Junge zur Welt. Etwa ein Jahr lang bleiben die Jungtiere bei der Mutter und lernen von ihr die Jagd auf Fische und andere Beutetiere. Fischotter ernähren sich hauptsächlich von Fischen, besonders von langsamen, am Gewässerboden lebenden Arten wie Aalen und einigen Barschartigen. Sie fressen aber auch Frösche, Krebse, Würmer, Mäuse und auch mal ein Vogelgelege.

Fischotter wurden in der Vergangenheit besonders wegen ihres wertvollen Fells und als Konkurrent der Fischereiwirtschaft stark bejagt. Außerdem waren vor allem die Gewässerverschmutzung und die Anreicherung landwirtschaftlicher Chemikalien in den Beutetieren des Fischotters Gründe für das lokale Aussterben ihrer Populationen. Dank zahlreicher Naturschutzmaßnahmen und dem Verbot gefährlicher Pestizide erholt sich ihr Bestand seit einigen Jahren vor allem in Westeuropa und es gibt wieder überlebensfähige Populationen in Russland. Bedrohungen für die Fischotter sind aber weiterhin die Zerstörung ihrer Lebensräume und Lebensgrundlagen durch das Trockenlegen von Feuchtgebieten, Entfernung der Ufervegetation, Flussbegradigungen, Dammbau und Straßenbau. In Westeuropa ist mittlerweile eine der Hauptbedrohungen für die Fischotter der Straßenverkehr, der für viele Verluste verantwortlich ist. Ein weiteres Problem ist der ungewollte Beifang der Otter in Fischereigeräten.

In jedem der fünf deutschlandweiten Naturschutzgroßgebiete, die der WWF gemeinsam mit seinen Partnern pflegt und unterhält, ist der Fischotter zu Hause oder wurde wieder heimisch gemacht. Durch zahlreiche Naturschutzmaßnahmen am Schaalsee und im Drömling konnten bedrohte Arten wie der Fischotter wieder angesiedelt und ihre weitere Verbreitung gefördert werden. Auch an den Uckermärkischen Seen, den Naturlandschaften im Süden Brandenburgs, in der Feldberger Seenlandschaft und an der Elbe schützt der WWF die Fischotterpopulation durch Vernetzung und Sicherung von Otterlebensräumen.

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