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WWF-Artenlexikon

Gepard (Acinonyx jubatus)

Lebensraum Afrika: trockene Grassteppen, Trockenwald sowie Berge der Sahara
Nordiran: Tiefebenen der Wüste
Geografische Verbreitung Norden Irans, südliches Afrika und vereinzelte Teile Ostafrikas. In der Sahara kommen sie noch in geringer Populationsdichte vor.
Gefährdungsstatus IUCN Rote Liste: "gefährdet"
Afrikanischer Gepard A. j. heckii und Asiatischer Gepard A. j. venaticus "vom Aussterben bedroht"
CITES: Anhang I
Bestandsgröße 7.000 bis 10.000 Individuen
A. j. heckii: weniger als 250 Individuen
A. j. venaticus: 60 bis 100 Individuen
Trend: abnehmend
Gepard. © Michael Poliza / WWF
Gepard. © Michael Poliza / WWF

Die untypischen Katzen

Geparde sind die schnellsten Landtiere der Erde: In drei Sekunden können sie eine Geschwindigkeit von circa 95 Kilometer pro Stunde erreichen. Als einzige Katzenart können Geparde ihre Krallen nicht einziehen. Auch untypisch für Katzen: sie sind tagaktiv. Der englische Name "cheetah" kommt aus dem Sanskrit "chitraka", was "der Gefleckte" bedeutet.

Vor einem Jahrhundert waren Geparde noch über weite Teile des asiatischen Kontinents verbreitet: Von der arabischen Halbinsel über die nördlichen Küstengebiete des Kaspischen Meeres und Aralsees, von Afghanistan über Pakistan bis nach Indien. Heute lebt der Asiatische Gepard nur noch im Norden Irans.

Auf dem afrikanischen Kontinent wiederum hat der schnelle Sprinter etwa 75 Prozent seines Lebensraumes eingebüßt. Verbreitet ist er heute noch vor allem im südlichen Afrika und vereinzelten Gebieten im Osten. Im Norden und Westen sind die Gepardenbestände drastisch zurückgegangen; in der Sahara kommen sie noch in geringer Populationsdichte vor. „Vom Aussterben bedroht“ sind nach der Roten Liste der IUCN der Nordwestafrikanische und der Asiatische Gepard.

Die Bestände des nordwestafrikanischen Gepards sind hauptsächlich aufgrund der starken Dezimierung der Gazellen-Vorkommen eingebrochen. Da Gazellen das Hauptbeutetier des nordwestafrikanischen Gepards sind, wurde ihm die Nahrungsgrundlage entzogen. In Folge dessen verlegte sich der Gepard auf die Bejagung von Nutztieren, was wiederum zu Mensch-Tier-Konflikten führte, die für den Gepard oft tödlich endeten.

Weiterführende Informationen

Bekannt ist, dass die Sumerer im vierten Jahrtausend vor Christus Geparden zur Jagd dressierten. Auch aus dem Mogulreich (heutiges Indien) ist die Haltung von Geparden bekannt. Bereits im frühen 20. Jahrhundert waren die Tiere auf dem Subkontinent jedoch bereits so selten, dass sie für die Zucht aus Afrika importiert wurden. Geparde lassen sich in Gefangenschaft aber sehr schlecht vermehren, weshalb dieser Plan fehlschlug.

Heute schätzt man die Größe der letzten Population im Nordiran auf höchstens 100 Tiere (Stand 2007). Der Bestand gilt als weitgehend stabil, ist aber aufgrund seiner geringen Größe sehr anfällig für Krankheit und Naturkatastrophen. Mangels größerer Beutetiere ernähren sich die Geparde im Iran hauptsächlich von Hasen.

Wegen ihrer geringen Populationsdichte brauchen Geparde weitläufige Lebensräume und entsprechend auch großflächiges Flächenmanagement. Die meisten Schutzgebiete sind jedoch nicht groß genug, um ein langfristiges Überleben von Gepardenbeständen zu gewährleisten.

Im südlichen Afrika entsteht derzeit das grenzüberschreitende Kavango-Zambesi-Naturschutzgebiet (KAZA) mit rund 287.000 Quadratkilometern – in etwa der Größe Italiens. Dieser weltgrößte zusammenhängende Verbund von Naturschutzgebieten wird 36 Nationalparks, Wildtierreservate und kommunale Schutzgebiete umfassen und die bisher fragmentierten Lebensräume für Wildtiere in ein miteinander verbundenes Areal von geschützten Gebieten und grenzüberschreitenden Wildtier-Korridoren verwandeln. Dieses Schutzgebiet soll unter Einbeziehung der lokalen Gemeinden gemeinschaftlich überwacht, nachhaltig verwaltet und bewirtschaftet werden.

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