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WWF-Artenlexikon

Harpyie (Harpia harpyja)

Lebensraum intakte, ausgedehnte Tiefland-Regenwälder unter 900 Metern Höhe (lokal bis 2.000 Meter Höhe), mittlerweile auch in forstlich genutzten Wäldern
Geografische Verbreitung Mittel- und Südamerika vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Argentinien
Gefährdungsstatus IUCN: "Gefährdung anzunehmen"
CITES: Anhang I
Bestandsgröße keine Bestandsangaben vorhanden
Harpyie. © Anton Vorauer / WWF
Harpyie. © Anton Vorauer / WWF

Federschopf am Hinterkopf

Die Harpyie ist einer der größten Greifvögel weltweit. Sie wird bis zu 115 Zentimetern groß, erreicht eine Flügelspanne von ungefähr 250 Zentimetern und bringt fünf bis zehn Kilogramm auf die Waage. Das herausragendste Merkmal der Harpyie ist ihr schwarzer, zweizipfliger, kronenähnlicher Federschopf am Hinterkopf, den sie bei Erregung aufstellt. Ansonsten ist das Gefieder der Harpyien am Rücken, im Brustbereich und auf den Flügeldecken grau bis schwarz gefärbt. Die Bauchseite ist überwiegend weiß befiedert. Die Schwanzunterseite, die befiederten Beine und die Flügelunterseiten weisen eine dunkelgraue Querbänderung auf.

Harpyien sind in der Regel Einzelgänger und leben nur zur Jungenaufzucht als Paar zusammen. Erst im Alter von sechs bis acht Jahren werden Harpyien geschlechtsreif. Ihr Nest errichten sie in sehr hohen Bäumen, in welches das Weibchen zwischen ein und zwei Eiern legt. Die Brutzeit beträgt etwa acht Wochen, was die längste, bisher festgestellte Brutzeit für Greifvögel ist. Sobald das erste Küken geschlüpft ist, wird das zweite Ei nicht mehr weiter bebrütet. Nach etwa sechs Monaten ist der Jungvogel flügge, wird aber noch über mehrere Wochen von den Eltern weiter gefüttert.

Aufgrund ihres kräftigen Körperbaus sind Harpyien in der Lage, große Wirbeltiere zu fangen, die sie vor allem in den Baumkronen des Regenwaldes erlegen. Die meisten der Beutetiere sind Säugetiere wie Affen, Faultiere, Opossums, Nasenbären, Baumstachler und einige Boden bewohnende Arten. Harpyien fangen mitunter auch große Vögel, Schlangen oder Leguane. Mit ihren etwa zwölf Zentimeter großen Fängen können sie bis zu vier Kilogramm schwere Beutetiere transportieren. Die Jagdreviere der Harpyien sind bis zu 100 Quadratkilometer groß.

Die Harpyie ist sehr selten und auch in ihrem großen Verbreitungsgebiet von Südmexiko bis Nordargentinien kommt sie nur spärlich vor. Vor allem durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, durch Abholzung und Brandrodung für Plantagen, Siedlungen und Rinderweiden sowie durch direkte Bejagung wird die Harpyie bedroht. Aufgrund ihrer geringen Populationsdichte, der großen Raumansprüche und ihrer geringen Geburtenrate können Verluste der Harpyien nur sehr langsam ausgeglichen werden. Die Harpyie kann aber auch in einer durch Rodungen stark zerstückelten Landschaft überleben, solange die verbliebenen Waldinseln groß genug sind und die Bejagung gestoppt wird. Langfristig wird sie vermutlich nur überleben, wenn es gelingt, ausreichend große Flächen des tropischen Regenwaldes unter Schutz zu stellen. Auch deshalb arbeitet der WWF schon seit langem auf den verschiedensten Ebenen für die Rettung des Amazonas-Regenwaldes. Das Naturschutz-Programm „Amazon Region Protected Areas Programme“ (ARPA), dessen Umsetzung vom WWF maßgeblich mitgestaltet, will innerhalb von zehn Jahren 50 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Spanien, im Amazonas-Regenwald dauerhaft unter Schutz stellen.

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