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WWF-Artenlexikon

Mohrenkaiman (Melanosuchus niger)

Lebensraum fließendes oder stilles Süßwasser wie Flüsse, Seen, Altwasser, Feuchtgebiete, Schwarzwassersümpfe und saisonal überflutete Savannen- und Waldgebiete
Geografische Verbreitung ausschließlich im tropischen Südamerika: Bolivien, Brasilien, Ekuador, Französisch-Guyana, Guyana, Kolumbien Peru, Suriname
Gefährdungsstatus IUCN: "Gefährdung anzunehmen"
CITES: Anhang I, außer Populationen Brasiliens und Ekuadors Anhang II
Bestandsgröße Brasilien: 12 bis 20 Millionen Individuen
Trend: steigend
Mohrenkaiman. © André Bärtschi / WWF-Canon
Mohrenkaiman. © André Bärtschi / WWF-Canon

Mitternachtsnack im Regenwald

Der Mohrenkaiman ist mit über fünf Metern Länge einer der größten Fleischfresser Südamerikas. Er lebt ausschließlich im tropischen Südamerika und besiedelt Flüsse, Seen, Feuchtgebiete, Schwarzwassersümpfe und saisonale Überflutungsgebiete im Amazonas-Becken. In der Überflutungszeit zwischen Mai und Juli sind die Mohrenkaimane über ausgedehnte Flächen innerhalb der sonst trockenen Wälder und Savannen verteilt. In der Trockenzeit von September bis Dezember sammeln sich die Mohrenkaimane aufgrund der zurückgehenden Wasserstände rund um permanente Flüsse und Seen, zu denen sie oft weite Strecken über Land zurücklegen.
Die Körperoberseite der Mohrenkaimane ist dunkel bis schwarz, die Körperseiten weißgelb und der Unterkiefer graubraun gefärbt. Die recht großen Augen des Mohrenkaimans deuten auf seine nachtaktive Lebensweise hin. Er hat, wie alle Krokodile, eine senkrecht stehende Pupille, die stark erweitert werden kann, damit mehr Licht ins Augeninnere fällt. Damit kann der Mohrenkaiman auch in der Nacht oder Dämmerung jagen. Zum Nahrungsspektrum der Mohrenkaimane gehören neben großen Fischen auch an Land lebende Wirbeltiere. Erwachsene Tiere verlassen nachts oft das Wasser, um beispielsweise Wasserschweine zu jagen. Junge Mohrenkaimane dagegen fressen überwiegend Krebstiere, kleinere Welse, Piranhas, Insekten und Weichtiere.

Die Paarung der Mohrenkaimane erfolgt während der Trockenzeit. Danach häuft das Weibchen verrottetes Pflanzenmaterial zu einem etwa 1,5 Meter breiten Hügelnest und legt je nach Individuum zwischen etwa 30 bis 32 Eier (maximal 60) hinein. Das Hügelnest erwärmt sich durch die einfallenden Sonnenstrahlen und die bei der Kompostierung des organischen Materials frei werdende Wärme. Die Brutzeit, während der das Weibchen das Nest bewacht, dauert ungefähr zehn Wochen. Sobald die Jungen die ersten Laute von sich geben, scharrt das Mohrenkaiman-Weibchen das Nest auf und hilft seinem Nachwuchs beim Schlupf. Allerdings müssen die Jungtiere danach aufpassen, dass sie nicht von Raubfischen, Wasservögeln oder gar einer Anakonda verspeist werden.

Die Populationen der Mohrenkaimane sind derzeit im Amazonas-Becken weit verbreitet und haben sich nach der starken Übernutzung besonders zwischen 1950 und 1970 heute wieder gut erholt. Dennoch degradieren und zerstören menschliche Aktivitäten wie Wilderei, Dammbau und Waldabholzung ihre Lebensräume und gefährden ihre Bestände. Deshalb arbeitet der WWF schon seit langem auf den verschiedensten Ebenen für die Rettung des Amazonas-Regenwaldes. Das Naturschutz-Programm „Amazon Region Protected Areas Programme“ (ARPA), dessen Umsetzung vom WWF maßgeblich mitgestaltet wird, soll helfen, innerhalb von zehn Jahren 50 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Spanien, im Amazonas-Regenwald dauerhaft unter Schutz zu stellen.

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