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WWF-Artenlexikon

Riesenhai (Cetorhinus maximus)

Lebensraum Einzelne Tiere halten sich im Sommer für einige Monate an einer bestimmten Küste auf. Wo sie die übrige Zeit des Jahres verbringen, ist unklar.
Geografische Verbreitung Riesenhaie besiedeln Meere der nördlichen und südlichen Hemisphäre. Sie kommen hauptsächlich in Küstennähe des gesamten gemäßigten und kälteren Atlantik und Pazifik vor. Riesenhaie leben auch im westlichen Mittelmeer. Ihr Hauptverbreitungs¬gebiet ist aber der nordöstliche Atlantik von Nordafrika über die Gewässer Großbritanniens bis nach Island. In der südlichen Hemisphäre kommen sie primär in Südaustralien, Teilen von Südamerika und an der Spitze von Südafrika vor.
Gefährdungsstatus • IUCN: als "gefährdet" eingestuft

• 2005 wurde der Riesenhai in den Anhang I der Bonner Konvention (CMS) aufgenommen und erhielt somit den höchsten Schutzstatus (globaler Schutzstatus)

• CITES: Im Jahr 2006 wurde der Riesenhai auf Drängen von WWF, der Weltnaturschutzunion IUCN und deren gemeinsamen Artenschutzprogramms TRAFFIC auf den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES aufgenommen (internationaler Handel nur mit Genehmigung möglich)
Bestandsgröße keine Gesamtbestandszahlen bekannt
Riesenhai. © naturepl.com, Alan James / WWF

Wandernde Riesen mit begehrten Flossen

Der Riesenhai (Cetorhinus maximus) ist nach dem Walhai der zweitgrößte bekannte Fisch der Weltmeere. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu zwölf Metern und ein Gewicht von rund fünf bis sieben Tonnen. Er hat einen sehr langen, zylinderförmigen Körper, der fast einfarbig von dunkelgrau bis schwärzlich sein kann. Die Schnauze ist verlängert, konisch zugespitzt und überragt das auf ihrer Unterseite liegende riesige, kräftig gebogene Maul deutlich.

Riesenhaie kommen in vielen Meeren der Erde vor. Sie bevorzugen aber die kühlen und warm gemäßigten Gewässer in der Nähe der Kontinentalsockel. Man findet sie sowohl in unmittelbarer Ufernähe als auch im offenen Wasser. In der Nordhemisphäre findet man Riesenhaie vor China, Korea und um Japan herum, an der Ostküste der USA, von Neufundland bis nach Florida, um Großbritannien und Norwegen, aber auch im Mittelmeer

Der Riesenhai gehört zu den wandernden Tierarten. Einzelne Tiere halten sich im Sommer für einige Monate an einer bestimmten Küste auf. Wo sie die übrige Zeit des Jahres verbringen, ist unklar. Die Wanderrouten der Riesenhaie können im Jahr über 3.000 Kilometer betragen. Riesenhaie gehören zu den wenigen Planktonfressern unten den Haien. Daher kann auch die vertikale Wanderung zwischen flachen und tiefen Meeresregionen über den Jahres- oder auch Tagesverlauf je nach Verbreitung des Planktons groß sein. Sie filtern pro Stunde bis zu 2.000 Tonnen Meer¬wasser durch ihr offenes Maul.

Weiterführende Informationen

Riesenhaie wachsen sehr langsam und erlangen ihre Geschlechtsreife erst sehr spät. Sie besitzen nur eine geringe Fortpflanzungsrate, bedingt durch lange Tragzeit und Pausen zwischen den Schwangerschaften. Diese Faktoren bewirken eine geringe Nachwuchsrate. Verluste durch zu starke Nutzung des Menschen sind schwer zu kompensieren.

Die Hauptbedrohung für den Riesenhai ist die gezielte Befischung und das Ende als Beifang beim Abfischen anderer Meerestiere. Die große Nachfrage in ostasiatischen Ländern nach Haifischflossen und -fleisch von Riesenhaien und auch zur Ölgewinnung aus deren Leber verstärkt den Jagddruck auf die Tiere.

In der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion IUCN wird der Riesenhai als „gefährdet“ gelistet. Im Jahr 2006 wurde der Riesenhai dann auf Drängen des WWF, der Weltnaturschutzunion IUCN und ihrem gemeinsamen Artenschutzprogramm TRAFFIC in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES aufgenommen. Damit ist ein internationaler kommerzieller Handel mit dem Riesenhai und seinen Produkten nur noch mit den erforderlichen behördlichen Dokumenten möglich.

Der WWF und TRAFFIC setzen sich dafür ein, bestehende Populationen zu erhalten und nicht weiter zu reduzieren. Der WWF engagiert sich weltweit dafür, Meeresnationalparks und Schutzgebiete einzurichten, die auch den Riesenhaien zugute kommen. Außerdem fördert der WWF die Erforschung zum Schutz der Riesenhaie. In einem Projekt wurden Riesenhaie markiert und mit Sendern versehen, um ihre Wanderungen und Lebensweise via Satellitenverfolgung dokumentieren zu können.

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