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WWF-Artenlexikon

Schlüsselblume (Primula veris, Primula elatior)

Lebensraum P. elatior: feuchte Wiesen und Laubwälder
P. veris: kalkreiche, trockene Standorte und Waldgesellschaften
Geografische Verbreitung vom östlichen Asien durch ganz Zentral- und Vorderasien bis Europa
Gefährdungsstatus P. elatior:
• Weißrussland: "vom Aussterben bedroht"
• Schweden: "gefährdet"
• Deutschland, Sachsen: "gefährdet"
• Brandenburg: "vom Aussterben bedroht" (BfN, 1996), in anderen Bundesländern nicht gelistet
• BArtSchV: Anhang I

P. veris:
• Luxemburg, Holland: "gefährdet"
• Moldawien: "selten"
• Deutschland: in sechs Bundesländern "potenziell gefährdet" bis "stark gefährdet" (BfN, 1996), in anderen Bundesländern nicht gelistet
• BArtSchV: Anhang I
Bestandsgröße Abschätzungen für Bestandesgrößen liegen bei Pflanzen generell bisher nur lokal oder regional vor, nicht aber überregional oder für deren gesamtes Verbreitungsgebiet.
Schlüsselblume. © Jürgen Matijevic / WWF
Schlüsselblume. © Jürgen Matijevic / WWF

Hilft durchzuatmen

Die von April bis Juni gelb blühende Pflanze kommt in ganz Europa und Vorderasien vor.
Die Schlüsselblume ist eine wichtige und, besonders in der Erkältungszeit, häufig genutzte Heilpflanze. Arzneien mit Inhaltsstoffen aus der Schlüsselblume werden vor allem bei chronischer Bronchitis, Erkrankungen der Atemwege, aber auch bei Rheuma eingesetzt.

Der hohe Bedarf wird ausnahmslos aus Wildsammlungen gedeckt. Ein einziger großer deutscher Händler importiert jährlich 10.000 Kilogramm Schlüsselblumen, was etwa 30 Millionen Blüten entspricht. Die unkontrollierte Nutzung der Bestände ist eine wachsende Gefahr. Um ein Kilogramm Schlüsselblumen zu sammeln, muss sich ein Pflücker etwa 3.000mal bücken. Für diese Mühe wird er – ob in den Alpen oder der Türkei – schlecht entlohnt. Ein schonungsloser Raubbau ist die Folge.

Daneben führt auch der Verlust natürlicher Standorte durch Intensivierung der Landwirtschaft zu einem starken Rückgang der Art. Die Schlüsselblumen sind daher in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes bereits selten oder sogar vom Aussterben bedroht. In der Türkei zählen sie zu den am stärksten bedrohten Medizinalpflanzen des Landes.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist Primula veris besonders geschützt. Wilde Populationen sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung ebenfalls geschützt und dürfen nicht gesammelt werden.

WWF und TRAFFIC erarbeiten konkrete Konzepte zur nachhaltigen Nutzung von Medizinal- und Aromapflanzen.

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