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WWF-Artenlexikon

Spitzkrokodil (Crocodylus acutus)

Lebensraum Süß- und Salzwasser (Flüsse, Seen, Sümpfe, Mangroven, Lagunen)
Geografische Verbreitung Belize, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Jamaika, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru, USA, Venezuela
Gefährdungsstatus • IUCN: "gefährdet"
• CITES: Anhang I (außer Populationen in Kuba)
• CITES: Anhang II für Populationen in Kuba
Bestandsgröße aktuelle Bestandszahl aufgrund mangelnder Datengrundlage unbekannt
Spitzkrokodil. © Fritz Pölking / WWF
Spitzkrokodil. © Fritz Pölking / WWF

Amerikaner mit spitzer Schnauze

Das Spitzkrokodil zeichnet sich durch eine schmale, spitz zulaufende Schnauze aus. Meist werden Spitzkrokodile vier bis sechs, in seltenen Fällen sieben Meter lang. Auch wenn seit den 1970er Jahren die Jagd auf Krokodile rapide zurückging, gibt es aufgrund der bis dahin sehr starken Bejagung heute immer noch nur wenige große Individuen. Besonderes Kennzeichen der Spitzkrokodile sind unregelmäßige und reduzierte Verknöcherungen besonders im Rückenbereich. Zudem haben Spitzkrokodile markante, beulenförmige Aufwölbungen vor den Augen.

Das Verbreitungsgebiet des Spitzkrokodils ist sehr ausgedehnt, es besiedelt Regionen von Mittel- bis Südamerika. Vom südlichen Florida im Norden über die atlantischen und pazifischen Küsten Mittelamerikas sowie einiger karibischer Inseln bis nach Kolumbien im Süden ist das Spitzkrokodil anzutreffen. Grund für das großflächige Vorkommen der Spitzkrokodile ist ihre hohe Salzverträglichkeit. Ihre Zunge besitzt Salzdrüsen, die überflüssiges Natrium ausscheiden. Damit ist es dem Spitzkrokodil möglich, Meerespassagen zu überwinden und auch entfernt gelegene Lebensräume zu besiedeln. Die Art lebt sowohl im Süß- als auch im Salzwasser.

Mit etwa 10 Jahren, wenn die Spitzkrokodile etwa drei Meter groß sind, erreichen sie ihre Geschlechtsreife. Etwa drei Monate nach der Paarung legt das Spitzkrokodil-Weibchen 30 bis 60 Eier in ein selbst gebautes Nest. Die arteigenen Grubennester werden dabei in Überschwemmungsregionen durch Hügelnester ersetzt. Meist wird das Gelege dann auch bis zum Schlupf der Jungtiere von der Mutter bewacht. Die nach etwa drei Monaten geschlüpften Jungtiere messen anfangs etwa 30 Zentimeter.

Zur Nahrung junger Spitzkrokodile gehören kleine Fische und Frösche, Insekten und andere wasserlebende Wirbellose. Mit zunehmendem Alter ernähren sie sich auch von größeren Fischen, Vögeln und Säugetieren. Auch Jungtiere der eigenen Art werden gelegentlich gefressen.

Von den 1930er bis 1960er Jahren wurden Spitzkrokodile besonders intensiv bejagt, da ihre Haut als sehr wertvoll galt. Durch die Aufnahme von Spitzkrokodilen in das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES im Jahr 1975 konnten sich die Bestände in vielen Regionen wieder erholen. Die heutige Hauptbedrohung der Spitzkrokodile stellt der Lebensraumverlust durch Trockenlegungen von Feuchtgebieten und die Zerstörung von Mangrovenwäldern dar.

Der WWF und TRAFFIC setzen sich für eine strenge Einhaltung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES durch Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und Kooperation mit Behörden und Zollämtern ein. Außerdem werden unter Beteiligung von Regierungen, Wissenschaftlern und Naturschutzorganisationen weitere Schutzgebiete ausgewiesen, die auch Spitzkrokodilen zu gute kommen.

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