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Stand: 19.11.2014

WWF-Artenlexikon

Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis)

Unterarten Südliches Spitzmaulnashorn D. bicornis minor
Südwestliches Spitzmaulnashorn D. bicornis bicornis
Westliches Spitzmaulnashorn D. bicornis longipes
Östliches Spitzmaulnashorn D. bicornis michaeli
Lebensraum tropische und subtropische Grasflächen, Savannen, Buschvegetation und Wüsten
Geografische Verbreitung Angola, Kenia, Malawi, Namibia, Sambia, Simbabwe, Swasiland, Südafrika und Tansania
Gefährdungsstatus IUCN: D.b. longpipes „ausgestorben“, D.b. minor und D.b. michaeli „Vom Aussterben bedroht“, D. b. bicornis „gefährdet“
CITES: Anhang I
Bestandsgröße etwa 5250 Individuen

Das Horn als Dolchgriff oder Medizin

Spitzmaulnashorn. © naturepl.com, Tony Heald / WWF

Nashörner sind nach ihrem auffälligsten Merkmal benannt: ihren Hörnern. Diese haben allerdings keinen knochigen Kern, sondern bestehen aus zusammengewachsenen Keratinfasern (Keratin: Hornsubstanz). Die beiden Hörner des Spitzmaulmaulnashorns sind hintereinander angeordnet, das vordere ist meist das größere. Im Durchschnitt wird das vordere Horn 50 Zentimeter lang, kann aber in seltenen Fällen sogar Längen bis zu 135 Zentimetern erreichen. Die drei Unterarten des Spitzmaulnashorns bewohnen tropische und subtropische Grasflächen, Savannen, Buschvegetation und Wüsten Afrikas südlich der Sahara.

Das Spitzmaulnashorn lässt sich vom Breitmaulnashorn gut durch seine spitze, zum Greifen von Zweigen geeignete Oberlippe unterscheiden. Die Art hat zudem im Gegensatz zum Breitmaulnashorn keinen deutlichen Buckel im Nacken und ist kleiner von Statur. Doch sind auch die Spitzmaulnashörner stattliche Tiere. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 1,80 Metern und einem Gewicht von bis zu 1,4 Tonnen bestehen kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Spitzmaulnashörner haben einen außerordentlich gut ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn. Die Ohrmuscheln lassen sich auf jedes Geräusch ausrichten. Außerdem ist das Volumen der Riechzellen in den Nasengängen größer als das ihres Gehirns. Solch gut ausgeprägte Sinne benötigen sie unbedingt, da sie mit ihren kleinen, seitlich am Kopf sitzenden Augen nur wenige Meter weit gut sehen können.

Gefahr für die massigen Tiere geht vor allem vom Menschen aus. Nashörner wurden über Jahrhunderte gejagt. Historisch gesehen zählten die unkontrollierte Jagd und Wilderei zu den Hauptursachen des dramatischen Bestandsrückgangs der Spitzmaulnashörner. Ihr Horn ist als Trophäe sehr begehrt und wird in der traditionellen asiatischen Medizin zur Fiebersenkung und seit neuestem als Heilmittel gegen Krebs in Vietnam und China eingesetzt. Sein Wert überstieg den Wert von Gold.

Um 1960 gab es noch etwa 70.000 Spitzmaulnashörner in Afrika. Nur 33 Jahre später war der Bestand 1993 auf 2.475 Exemplare gesunken. Nach intensiven Schutzbemühungen, auch durch den WWF, ist die Zahl der Tiere wieder leicht angestiegen. Bis Ende 2012 hatte sich der Bestand an Spitzmaulnashörnern aufgrund intensiver Schutzbemühungen wieder auf über 5.050 Tiere erholt.

Gemäß des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES fallen seit 1977 alle fünf Nashornarten unter das internationale Handelsverbot. Alle afrikanischen und asiatischen Staaten mit Nashornpopulationen in freier Wildbahn haben die kommerzielle Jagd auf Nashörner und den Handel mit Nashornprodukten untersagt.

Der WWF setzt sich seit seiner Gründung 1961 für den Schutz der Nashörner ein. Neben Walen und Delfinen, Tigern, Meeresschildkröten, großen Menschenaffen, Elefanten und dem Großen Panda gehören sie zu den sieben Leitartengruppen des WWF, für die sich die Umweltstiftung besonders engagiert. Bei den Projekten handelt es sich vor allem um Bekämpfung der Wilderei, Ausbildung und Finanzierung von Wildhütern und Anti-Wilderer-Einheiten, Schutz der natürlichen Lebensräume sowie Unterstützung bei der Kontrolle des Handels mit Nashornprodukten.

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