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Stand: 06.09.2016

WWF-Artenlexikon

Tibetantilope (Tschiru) (Pantholops hodgsonii)

Lebensraum alpine Bergwiesen und Geröllfelder sowie semiaride Steppenlandschaften in Höhenlagen zwischen 3.200 und 5.500 Meter Meereshöhe
Geografische Verbreitung Asien, Nordwest-Tibet
Gefährdungsstatus IUCN: "gering gefährdet"
CITES: Anhang I
Bestandsgröße etwa 100.000 bis 150.000 Individuen
Trend: zunehmend
Tibetantilope. © naturepl.com / George Chan / WWF-Canon
Tibetantilope. © naturepl.com / George Chan / WWF-Canon

Sterben für Schals

Die Tibetantilope, auch Tschiru genannt, kommt in den Steppen des tibetanischen Hochplateaus in Höhen ab 3.200 bis etwa 5.500 Meter vor. Dort leben die Tibetantilopen einzeln oder in kleinen Herden von vier bis 20 Tieren. Gelegentlich schließen sie sich zu riesigen Herden von bis zu 2.000 Tieren zusammen. Vor 100 Jahren lebten noch fast eine Million Tibetantilopen in freier Wildbahn. Zwischenzeitlich war ihre Zahl auf geschätzte 75.000 Tiere geschrumpft, weniger als ein Zehntel des ursprünglichen Bestandes. Mittlerweile konnte sich der Bestand jedoch mit 100.000 bis 150.000 Individuen deutlich erholen.

 

Bejagt werden die Tschirus wegen ihres warmen Felldkleids, denn zu feiner Wolle verarbeitet und als Shahtoosh-Schals in den Handel gebracht, erzielen diese Höchstpreise von 4.000 bis 10.000 Euro pro Stück. Für jeden einzelnen Schal werden etwa 300 bis 600 Gramm Rohwolle benötigt. Dafür werden bis zu fünf wild lebende Tibetantilopen illegal von Wildererbanden getötet. Und noch mehr, wenn man die verendeten Jungtiere mitrechnet.

Weiterführende Informationen

Der internationale kommerzielle Handel mit Produkten der Tibetantilope ist bereits seit 1979 durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES verboten. Da letztlich die Nachfrage den illegalen Handel und die Wilderei der bedrohten Antilope bedingt, setzt der WWF verstärkt auf weltweite Aufklärungsarbeit, um die illegalen Märkte zum Erliegen zu bringen.

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