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Stand: 11.04.2016

WWF-Artenlexikon

Tiger (Panthera tigris)

Lebensraum Tiger besiedeln die tropischen Wälder Südostasiens, die Laubwälder und Mangrovenwälder Südasiens, dichtes und hohes Gras am Fuße des Himalajas sowie die Nadel- und Birkenwälder des Russischen Fernen Ostens.
Geografische Verbreitung China, Russlands Ferner Osten, indischer Subkontinent (Bangladesch, Bhutan, Indien und Nepal), Sumatra, kontinentales Südostasien (von Myamar über Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha bis nach Malaysia). Java (†), Bali (†), Zentralasien und Türkei (†)
Gefährdungsstatus Tiger als Art insgesamt stark gefährdet
Gefährdungsstatus der Unterarten (nach IUCN)
Amur- oder Sibirischer Tiger (P. tigris altaica): "stark gefährdet"
Bengal- oder Königstiger (P. tigris tigris): "stark gefährdet"
Südchinesischer Tiger (P. tigris amoyensis): "vom Aussterben bedroht", (möglicherweise in freier Wildbahn bereits ausgestorben)
Sumatra-Tiger (P. tigris sumatrae): "vom Aussterben bedroht"
Indochinesischer Tiger (P. tigris corbetti): "stark gefährdet"
Malaysia-Tiger (P. tigris jacksoni): "vom Aussterben bedroht"
Bali-Tiger † (P. tigris balica): "ausgestorben"
Kaspischer Tiger † (P. tigris virgata): "ausgestorben"
Java-Tiger † (P. tigris sondaica): "ausgestorben"

• CITES: alle lebenden Unterarten Anhang I
Bestandsgröße Aktuell schätzungsweise 3890 Tiger in der Wildnis weltweit. Hierbei werden nur die erwachsenen Tiere gezählt. Dies ist eine rein wissenschaftliche Methode, da die Jungensterblichkeit so hoch ist, dass man zunächst einmal nur die fortpflanzungsfähigen Erwachsenentiere statistisch erfasst. Zählt man die Jungtiere dazu, ist die Tigerzahl in einigen Ländern wie zum Beispiel Russland erfreulicherweise um einiges höher.

Bengal-Tiger: ca. 2633 Individuen
Sumatra-Tiger: 371 Individuen
Südchinesischer Tiger: vermutlich in freier Wildbahn ausgestorben
Malaysia-Tiger: 250 Individuen
Indochinesischer Tiger: 196 Individuen
Amur-Tiger: mind. 523 Individuen inklusive Jungtieren (Russland) und ca. 10 Individuen (China)

Trend: zunehmend
Bengal-Tiger. © Vivek R. Sinha / WWF-Canon

Die größte Wildkatzenart der Erde hat eine ungewisse Zukunft

Streiften vor 100 Jahren noch etwa 100.000 Tiger durch die Wälder zwischen Anatolien und dem Russischen Fernen Osten, sind es heute gerade noch etwa 3890 Tiere. Nur sechs von einst neun Unterarten des Tigers haben das vergangene Jahrhundert überlebt. Damit sie auch das begonnene Jahrhundert überleben, setzt sich der WWF bereits seit 1966 in mittlerweile 35 Projekten in nahezu allen Tiger-Verbreitungsstaaten aktiv für die Sicherung ihrer Lebensräume und den Schutz vor Wilderern ein.

Der Respekt des Menschen vor den Großkatzen ist nicht ohne Grund: Ausgewachsene Männchen etwa des Amurtigers, der größten Unterart, werden bis zu 300 Kilogramm schwer und über drei Meter groß. Bereits die kleinste Unterart, der Sumatratiger, wiegt 100 bis 150 Kilogramm.

Tiger besiedeln die tropischen, immergrünen Wälder Südostasiens genauso wie die Laubwälder Südasiens oder die Nadel- und Birkenwälder des russischen fernen Ostens. Selbst in Sumpf- und Mangrovenwäldern fühlen sich Tiger heimisch. Tiger können in der Wildnis etwa 15 Jahre alt werden. Dazu benötigen sie einen Lebensraum mit dichter Vegetation, ausreichender Beute aus Hirschen, Wildschweinen oder Wildrindern sowie die Nähe zum Wasser.

Weiterführende Informationen

Der Verlust des Lebensraumes, Wilderei und Rückgang ihrer Beutetiere sind die Hauptursachen für den massiven Bestandsrückgang der Tiger im 20. Jahrhundert. Große Waldgebiete wurden für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung gerodet. In den letzten 150 Jahren sind insgesamt 93 Prozent des Tigerlebensraums verschwunden. Tiger leben heute nur noch in etwa 7 Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes.

Die fatale Folge: inselartig verteilte Habitate, die den Kontakt zwischen den Tiger-Populationen erschweren oder verhindern. Zudem macht die große Nachfrage nach Tigerprodukten in der traditionellen asiatischen Medizin das Wildern von Tigern zu einem lukrativen Geschäft. Mittlerweile haben Staaten wie China bei Androhung hoher Strafen den Einsatz von Tigerbestandteilen in Medikamenten verboten. Aber noch viel mehr bleibt zu tun. Neben der Bekämpfung des Handels mit Tigerprodukten kümmert sich der WWF bereits seit 1966 um den Schutz der Tiger in ihren letzten Verbreitungsgebieten.

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