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Stand: 24.06.2016

WWF-Artenlexikon

Tiger (Panthera tigris)

Lebensraum Tiger besiedeln die tropischen Wälder Südostasiens, die Laubwälder und Mangrovenwälder Südasiens, dichtes und hohes Gras am Fuße des Himalajas sowie die Nadel- und Birkenwälder des Russischen Fernen Ostens.
Geografische Verbreitung China, Russlands Ferner Osten, indischer Subkontinent (Bangladesch, Bhutan, Indien und Nepal), Sumatra, kontinentales Südostasien (von Myamar über Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha bis nach Malaysia). Java (†), Bali (†), Zentralasien und Türkei (†)
Gefährdungsstatus Tiger als Art insgesamt stark gefährdet
Gefährdungsstatus der Unterarten (nach IUCN)
Amur- oder Sibirischer Tiger (P. tigris altaica): "stark gefährdet"
Bengal- oder Königstiger (P. tigris tigris): "stark gefährdet"
Südchinesischer Tiger (P. tigris amoyensis): "vom Aussterben bedroht", (möglicherweise in freier Wildbahn bereits ausgestorben)
Sumatra-Tiger (P. tigris sumatrae): "vom Aussterben bedroht"
Indochinesischer Tiger (P. tigris corbetti): "stark gefährdet"
Malaysia-Tiger (P. tigris jacksoni): "vom Aussterben bedroht"
Bali-Tiger † (P. tigris balica): "ausgestorben"
Kaspischer Tiger † (P. tigris virgata): "ausgestorben"
Java-Tiger † (P. tigris sondaica): "ausgestorben"

• CITES: alle lebenden Unterarten Anhang I
Bestandsgröße Aktuell schätzungsweise 3890 Tiger in der Wildnis weltweit. Hierbei werden nur die erwachsenen Tiere gezählt. Dies ist eine rein wissenschaftliche Methode, da die Jungensterblichkeit so hoch ist, dass man zunächst einmal nur die fortpflanzungsfähigen Erwachsenentiere statistisch erfasst. Zählt man die Jungtiere dazu, ist die Tigerzahl in einigen Ländern wie zum Beispiel Russland erfreulicherweise um einiges höher.

Bengal-Tiger: ca. 2633 Individuen
Sumatra-Tiger: 371 Individuen
Südchinesischer Tiger: vermutlich in freier Wildbahn ausgestorben
Malaysia-Tiger: 250 Individuen
Indochinesischer Tiger: 196 Individuen
Amur-Tiger: mind. 523 Individuen inklusive Jungtieren (Russland) und ca. 10 Individuen (China)

Trend: zunehmend
Bengal-Tiger. © Vivek R. Sinha / WWF-Canon

Ungewisse Zukunft für die größte Raubkatze der Erde

Der Tiger mit seiner typischen Fellzeichnung, die sich übrigens individuell unterscheidet, ist mit bis zu 325 Kilogramm die größte Raubkatze der Erde und weltweit ein Symboltier für den Artenschutz.

Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts schätzungsweise noch etwa 100.000 Tiger durch die Wälder Asiens streiften, wurde ihre Zahl gut 100 Jahre später, im Jahr 2009, auf nur noch etwa 3200 Tiere in freier Wildbahn geschätzt. Drei von neun Unterarten sind zudem bereits ausgestorben. Eine vierte Unterart, der Südchinesische Tiger, ist wahrscheinlich ebenfalls aus der Natur verschwunden und kommt wohl nur noch in Zoos vor.

War in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch die Trophäenjagd die Hauptbedrohung für Tiger, so sind es heute vor allem Wilderei und der Verlust ihrer Lebensräume. Seit Jahrzehnten ist der WWF daher weltweit in zahlreichen Projekten zum Schutz und zur Erforschung der Tiger aktiv.

Weiterführende Informationen

Im Jahr 2010 – nach dem chinesischen Kalender das „Jahr des Tigers“ – rief der WWF ein erweitertes Tigerschutz-Programm ins Leben. Dieses soll die dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten dabei unterstützen, den Bestand der Raubkatzen bis zum Jahr 2022 – dem nächsten Jahr des Tigers – wieder etwa auf 6000 Tiere zu verdoppeln.

Erste positive Ergebnisse konnte der WWF 2015 vermelden. In einer der WWF-Schwerpunktregionen, der Amur-Heilong-Region in Nordostasien, wurde beim zweiten großen Tiger-Zensus ein Anstieg der Tigerpopulation auf mindestens 523 Tiere verzeichnet. Das sind rund 50 Tiger mehr als noch vor zehn Jahren. Doch in einigen anderen Verbreitungsländern stagnieren die Bestände und nehmen zum Teil sogar ab.

Einer der Gründe hierfür ist die immer noch weit verbreitete Wilderei von Tigern und der Handel mit Tigerprodukten in Asien. Obwohl die Jagd im gesamten Verbreitungsgebiet und der Handel verboten sind, ist die Nachfrage nach Tigerbestandteilen für die Traditionelle Asiatische Medizin weiterhin hoch.

Ein weiteres sehr großes Problem für das Überleben der Tiger ist der Verlust ihres Lebensraumes. Große, ehemals von Tigern besiedelte Waldgebiete fielen der menschlichen Nutzung zum Opfer. So wurden in den letzten 100 Jahren rund 93 Prozent des ursprünglichen Lebensraumes zerstört, 40 Prozent davon allein im Zeitraum 2000 bis 2010. Zum (Über-)Leben benötigen Tiger eine dichte Vegetation, ein ausreichendes Beutetierangebot sowie die Nähe zum Wasser. Die Zerstörung des Lebensraumes und die Überjagung wirken sich aber zusätzlich auf die Bestände der Beutetiere aus. In vielen Regionen sind sie mittlerweile zu klein, um Tiger ernähren zu können.

Um das ambitionierte Ziel der Verdoppelung der Tigerbestände zu erreichen, müssen daher die Tiger, ihre Beute und Lebensräume effektiv geschützt, aber vor allem auch der illegale Handel mit Tigern massiv reduziert werden.

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