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WWF-Artenlexikon

Tukane (Ramphastos spp.)

Lebensraum Tukane sind reine Baumbewohner und besiedeln verschiedene tropische und subtropische Wälder unterer Höhenlagen. Sie benötigen alte, große und dicke Bäume mit Höhlen, die sie zum Brüten nutzen können.
Geografische Verbreitung Das Verbreitungsgebiet der Tukane reicht vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Argentinien. In der Karibik kommen sie nur auf Trinidad vor.
Gefährdungsstatus IUCN: "Gefährdung anzunehmen"
CITES: vier Arten Anhang II; eine Art Anhang III
Bestandsgröße Die Größe des Gesamtbestandes aller elf Tukanarten der Gattung Ramphastos ist nicht bekannt.
Weißbrusttukan. © Fernando Trujillo / WWF

Großschnäbel des Regenwaldes

Die Familie der Tukane (Ramphastidae), gehört mit den Spechten zur Ordnung der Spechtvögel (Piciformes). Obwohl die Tukane mit ihren großen Schnäbeln den Nashornvögeln (Bucerotidae) Afrikas ähnlich sehen, sind sie doch nicht näher mit diesen verwandt. Die größten Angehörigen der Familie sind die Tukane i.e.S. (Gatt. Ramphastos), zu der elf Arten gehören.

Der größte Tukan ist der Riesentukan (Ramphastos toco) mit einer Gesamtlänge von 60 Zentimetern. Allen Tukanen gemein ist ihr auffällig farbenfroher, gewaltiger Schnabel, der zum Beispiel beim männlichen Riesentukan 22 Zentimeter lang werden kann. Der Schnabel ist nicht massiv, sondern mit einem Netzwerk knochiger Spangen gefüllt, wodurch bei minimalem Gewicht ein Höchstmaß an Festigkeit erzielt wird.

Die buntesten Arten sind der Bunttukan (Ramphastos dicolorus) und der Regenbogen- oder Fischertukan (Ramphastos sulfuratus). Generell ist das Gefieder der Gattung Ramphastos vorwiegend schwarz, an drei gut abgesetzten Stellen leuchtet es in hellen Farben. Vor allem die Kehle und Brust ist je nach Art oder Unterart weiß, orange, orangerot oder gelb, oft mit einem roten Band von der schwarzen unteren Körperhälfte abgegrenzt.

Das Verbreitungsgebiet der Tukane erstreckt sich beinahe über das gesamte tropische Mittel- und Südamerika. Ihr Vorkommen reicht von Südmexiko bis ins nördliche Argentinien, besonders zahlreich ist die Familie im Amazonasgebiet vertreten. Tukane sind reine Baumbewohner und besiedeln verschiedene tropische und subtropische Wälder unterer Höhenlagen. Sie benötigen vor allem alte, große und dicke Bäume mit Höhlen, die sie zum Brüten nutzen können.

Weiterführende Informationen

In vielen Bereichen ihrer Verbreitungsgebiete haben die Tukane in der jüngeren Vergangenheit merklich unter den Nachstellungen durch den Menschen gelitten. Teils werden sie für den Verzehr oder ihrer Federn wegen abgeschossen, teils für den Heimtiermarkt gefangen. Darüber hinaus rauben heute Waldrodungen und der wachsende Bedarf an landwirtschaftlichen Nutzungsflächen den Tukanen ihren natürlichen Lebensraum und drängen sie auf immer kleinere Waldgebiete zurück. Von großer Bedeutung ist insbesondere der Verlust alter, großer Bäume, die dick genug sind, um Tukanen darin einen Platz für ihre Bruthöhle zu bieten

Alle elf Arten der Gattung Ramphastos werden von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste der bedrohten Arten mit „Gefährdung anzunehmen“ geführt. Jedoch sind bereits fünf Arten aufgrund ihrer zurückgehenden Bestände im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) gelistet.

Der Schutz des Lebensraumes hat für alle bedrohten Tier- und Pflanzenarten des Amazonas, nicht nur für die Tukane, absolute Priorität. Daher hat sich der WWF zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren den größten Teil der Biodiversität im brasilianischen Amazonasbecken durch ein umfassendes Schutzgebietsnetzwerk zu sichern. Aufgrund einer Initiative des WWF gab Brasiliens Regierung 1998 das Versprechen, zehn Prozent des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes unter Schutz zu stellen und rief in Folge dessen eines der weltweit ambitioniertesten Naturschutz-Programme ins Leben – das „Amazon Region Protected Areas Programme“ (ARPA), dessen Umsetzung vom WWF maßgeblich mitgestaltet wird. Am Ende sollen 50 Millionen Hektar, eine Fläche so groß wie Spanien, dauerhaft geschützt sein. Mit dem Jahr 2007 verstärkt der WWF Deutschland sein Engagement für den Amazonas-Regenwald und übernimmt mit seinem neuen Projekt „Juruena-Nationalpark“ Verantwortung für einen wichtigen Teil des ARPA-Programmes.

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