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WWF-Artenlexikon

Weißstorch (Ciconia ciconia)

Lebensraum offene Landschaften, Feuchtgrünland, Flussniederungen und Auen mit regelmäßigen Überschwemmungen, extensiv genutzte Wiesen und Weiden, in Südeuropa und Nordafrika auch in Trockengebieten.
Geografische Verbreitung Europa, Westasien und Nordafrika
Gefährdungsstatus IUCN: "Gefährdung anzunehmen"
EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I
Rote Liste Deutschland: "gefährdet"
Bestandsgröße Weltweit etwa 230.000 Brutpaare
Weißstorch. © J. Fieber, igreen media / WWF

Adebar

Der Weißstorch bringt zwar keine Kinder, aber er ist dennoch eine sehr beeindruckende Erscheinung. Neben seiner Flügelspanne von über zwei Metern und einer Körperlänge von mehr als einem Meter sind hervorstechende Merkmale seine langen roten Beine sowie der rote Schnabel. Das Gefieder des Weißstorchs ist weiß, nur die Schwungfedern und Teile der Oberflügeldecken sind schwarz. Im Flug streckt der Weißstorch seinen Hals gerade nach vorn.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts konnte, verursacht durch intensive Landwirtschaft und den verstärkten Einsatz von Pestiziden ein erheblicher Bestandrückgang des Weißstorchs beobachtet werden. Ende der 80er Jahre setzte eine beginnende Trendwende mit zunehmenden Bestandszahlen unter anderem in Spanien, Deutschland und Lettland ein. Lebten im Jahr 1934 noch über 9.000 Storchenpaare auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, so wurde 1988 mit weniger als 3.000 Brutpaaren der Tiefpunkt im Bestand erreicht. Mittlerweile leben in Deutschland wieder fast 4.500 Brutpaare. Weltweit ist der Bestand der Art seit 1994/95 um 39 Prozent auf etwa 230.000 Paare gestiegen.

Weiterführende Informationen

 

Die Bestandserholung des Weißstorchs kann nicht als generelles Zeichen für eine dauerhafte Trendwende gewertet werden. Der Bruterfolg der Störche reicht in vielen Regionen nicht aus, um die natürlichen Verluste auszugleichen. Immer noch machen zahlreiche Gefahren dem Weißstorch das Leben schwer. Eine Ursache für die Gefährdung des Weißstorchs liegt in der Zerstörung seiner Lebensräume durch Entwässerung und Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzfläche. Damit wird dem Weißstorch auch die Nahrungsquelle entzogen. Viele Tiere sterben auch durch Stromschläge oder verletzen sich an Leitungen und Masten. Gefahr droht dem Weißstorch auch während des Zuges und in die Winterquartiere, da Weißstörche in einigen Ländern gejagt werden.

 

Damit die positiven Bestandsentwicklungen des Weißstorches anhalten, müssen zunächst einmal die Bemühungen beibehalten und verstärkt werden, die seinen Lebensraum schützen und erweitern. Deshalb engagiert sich der WWF global für die Bewahrung von Süßwasser-Feuchtgebieten: Naturzerstörende Eingriffe werden verhindert, geschädigte Biotope wiederhergestellt, Schutzgebiete ausgewiesen und eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft gefördert. In Deutschland setzt sich der WWF zum Beispiel am Schaalsee, an den Uckermärkischen Seen, im Drömling oder in den Wümmewiesen für den Schutz und die Erhaltung wertvoller Feuchtgebiete ein. Durch Landkauf konnte der WWF dort bereits über 25.000 Hektar natürliche Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen sicherstellen.

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