WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

WWF-Artenlexikon

Der Wolf (Canis Lupus)

Lebensraum unterschiedlichste Lebensräume – von der baumlosen Tundra im Norden über die Nadelwaldzone der Taiga, Wälder der gemäßigten Breiten bis in die Steppen und sogar Wüsten Mexikos und der Arabischen Halbinsel
Geografische Verbreitung Gebietsweise in Kanada, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Asien und Europa.
Gefährdungsstatus IUCN: "ungefährdet"
• Rote Liste Deutschland: "vom Aussterben bedroht"
• CITES: Anhang I (Populationen in Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan) und II (alle anderen Populationen)
Bestandsgröße • weltweit: etwa 170.000 Tiere
• Europa: rund 12.000 Individuen (außerhalb Russlands).
• Deutschland: ca. 200 erwachsene Tiere
Wolf. © Ralph Frank / WWF

Ein Räuber kehrt zurück

Ursprünglich war der Wolf unter den Großsäugern das Tier mit der größten weltweiten Verbreitung. Er bevölkerte die gesamte nördliche Halbkugel nördlich des 15. Breitengrades (inklusive Mexiko, Nordafrika, Arabien und Indien). Doch haben die gnadenlose Verfolgung und Lebensraumzerstörung dazu geführt, dass der Wolf in Westeuropa und selbst in Skandinavien schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet war. Auch in Deutschland galt die Art über hundert Jahre als „ausgestorben“. Allerdings kehren die Beutegreifer seit rund 20 Jahren wieder aus dem Osten zurück und haben sich mittlerweile wieder angesiedelt – beispielsweise auf alten Truppenübungsplätzen in Sachsen und Brandenburg. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hessen und Bayern werden immer wieder Sichtungen gemeldet. Derzeit ist der Wolf in der deutschen Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ gelistet.

 

Auch nach Italien, Österreich und der Schweiz wandern wieder Wölfe ein – in die Gebiete, die sie, wie in Deutschland auch, bereits früher besiedelten. Insgesamt leben derzeit zwischen rund 12.000 Wölfe in Europa (außerhalb Russlands).

 

Die Rückkehr der Wölfe klappt dort, wo die sie ausreichend Nahrung und ungestörte Gebiete vorfinden, um ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen können. Und wo sie vor Nachstellungen des Menschen sicher sind.

Weiterführende Informationen

Als Hauptbedrohungsfaktoren galten im letzten Jahrhundert Lebensraumverlust durch Bevölkerungswachstum, Industrialisierung sowie die direkte Verfolgung mit Hilfe von Fallen, Schusswaffen und Gift. Diese Bedrohungsfaktoren sind teilweise auch heute noch aktuell. Hinzu kommt der Verkehr: Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2000 sind 100 Tiere durch den Straßenverkehr zu Tode gekommen. Auch illegale Tötungen stellen eine Bedrohung für den Wolf dar. Eine dauerhafte Rückkehr ist zudem von der Akzeptanz in der Bevölkerung abhängig.

Imagewandel für Isegrim

Seit den 1970er Jahren engagiert sich der WWF für die Wölfe in Europa. Gemeinsam mit dem WWF Polen, dem WWF Österreich und dem WWF Schweiz unterstützen wir aktiv den Schutz des Wolfes und arbeiten mit anderen WWF-Büros für den Erhalt dieser Art. Nach 150 Jahren der Abwesenheit müssen die Menschen hierzulande erst wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. Wir beraten deshalb Behörden und Nutztierverbände, sind bei der Erarbeitung von Managementplänen beteiligt, unterstützen das Monitoring, fördern Herdenschutzmaßnahmen und wissenschaftliche Studien. Darüber hinaus engagieren wir uns mit Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung dafür, um Akzeptanz für den Wolf zu erreichen - und damit seine Zukunft zu sichern.

 

Die WWF-Organisationen in Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien und der Schweiz haben ein Herdenschutzprojekt initiiert. Denn in Regionen, in denen Wölfe über lange Zeit fehlten und dort wiederum vor allem in Gebieten, in denen heute Schafzucht betrieben wird, gibt es Konflikte zwischen Mensch und Wolf. In den Jahrzehnten ohne Wölfe hatten Schäfer ihre Herden ohne Aufsicht in die Berge geschickt. Für die "neuen" Wölfe sind die Haustiere nun ein willkommenes Fressen. Jetzt müssen die Hirten dort den Umgang mit Hütehunden, Elektrozäunen und anderen Schutzmethoden erlernen. 

 

Wölfe gelten immer noch als hochgefährlich und unberechenbar. Dieses schlechte Image haben sie aber zu Unrecht. Die Umweltstiftung WWF arbeitet daher auch daran, die Akzeptanz der Bevölkerung für die Wölfe zu erhöhen. Dies ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ihre dauerhafte Ansiedlung und Ausbreitung – auch in Deutschland.

Weitere Tierporträts im WWF-Artenlexikon

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF