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Stand: 25.04.2016

Amur-Leopard: Hoffnung für die seltenste Großkatze der Welt

Der Amur-Leopard ist nach wie vor die seltenste Großkatze der Welt – und wahrscheinlich die am besten dokumentierte. Die aktuelle Zählung aus dem Jahr 2015 ermittelte 57 Tiere, die im fernen Osten Russlands leben und etwa 13 im benachbarten Nordosten Chinas. Immerhin mehr als bei der letzten Zählung im Jahr 2013, die auf insgesamt 49 Tiere kam. Das gibt neue Hoffnung.

Amur Leopard © iStock / Getty Images
Amur Leopard © iStock / Getty Images

Für den Amur-Leoparden hat der WWF seit der Öffnung Russlands Anfang der 1990er Jahre bereits viel erreicht. Die Lebensräume der meisten Amur-Leoparden sind mittlerweile in China und Russland gut geschützt. Vor allem die Ausweisung des Leopardovy-Nationalparks in Russland im Jahr 2012 war ein großer Erfolg – aber es ist noch nicht genug, um das Überleben der letzten Leoparden zu sichern.

"Wir kennen jeden Leoparden"

Beide Vorkommen sind durch Kamerafallen hervorragend dokumentiert. "Jeder Leopard besitzt ein individuelles Fellmuster, das sich von allen anderen unterscheidet, wie beim Menschen der Fingerabdruck. Da die Leoparden auf einem relativ kleinen Gebiet leben, kennen wir eigentlich jeden einzelnen Leoparden", sagt WWF Amur-Experte Markus Radday.

Mit der Sicherung des Lebensraums und dem Schutz vor Wilderern steht einer Ausbreitung der Amur-Leoparden nun eigentlich nichts mehr im Wege. Es mehren sich die Belege, dass die Amur-Leoparden sich wieder ihren Lebensraum in Nordost-China zurückerobern. "70 ist mehr als noch vor wenigen Jahren, aber natürlich immer noch zu wenig für eine stabile Population", sagt Markus Radday. "Jetzt müssen wir die bewährten Maßnahmen weiterführen und gleichzeitig neue Wege beschreiten. Darum wollen wir dem Amur-Leoparden jetzt zusätzlich mit einem Vermehrungs- und Auswilderungsprogramm auf die Sprünge helfen".

Amur-Leoparden mit Jungtieren in der Kamerafalle

Zucht und Auswilderung von Leoparden

Weil die Amur-Leoparden so extrem selten geworden sind, bleibt die Inzucht weiterhin ein Problem. Ihr Genpool ist verarmt und damit besteht die Gefahr genetischer Defekte. So haben die Weibchen heute weniger Jungtiere als noch vor 40 Jahren. Deshalb möchte der WWF in den kommenden Jahren ein einzigartiges Programm unterstützen: In einer speziellen Auswilderungsstation sollen sich zukünftig ausgewählte Zootiere fortpflanzen. Die Jungtiere werden dann im umliegenden Lazovsky-Reservat angesiedelt. So will der WWF in den kommenden Jahrzehnten eine neue Population aufbauen, die sich selbst trägt, weiter verbreitet und sich eines Tages vielleicht sogar mit der anderen wild lebenden Population im Leopardovy-Gebiet durchmischt.

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