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Stand: 24.02.2014

Der drastische Rückgang der Monarchfalter

Es ist ein einzigartiges Naturschauspiel, wenn Millionen von Monarchfaltern im Spätherbst ihr Winterquartier im Hochland von Mexiko aufsuchen. Wie ein riesiger Teppich aus Schmetterlingen legen sie sich über die Natur. Für die Mexikaner symbolisieren die orange-schwarzen Schmetterlinge die Rückkehr der verstorbenen Seelen. Doch damit könnte es bald vorbei sein. 

Monarchfalter (<i>Danaus plexippus</i>) © naturepl
Monarchfalter (Danaus plexippus) © naturepl

Der Bestand des Amerikanischen Monarchfalters (Danaus plexippus) ist auf einem Rekordtief angelangt. Seit Beginn der Zählungen 1993 haben noch nie so wenige der königlichen Schmetterlinge ihr Winterquartier erreicht wie in der aktuellen Saison. Das ergab eine Untersuchung des WWF Mexiko. Damit hat sich die Population innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte verringert. "Dieser starke Rückgang alarmiert mich," sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. "Wenn wir nicht mehr für ihren Schutz tun, droht dieses Naturschauspiel zu verschwinden."

Monarchfalter © naturepl.com / Ingo Arndt / WWF-Canon
Monarchfalter © naturepl.com / Ingo Arndt / WWF-Canon

Monarchen: Wahre Wanderfalter

Jeden Herbst fliegen Abermillionen der orange leuchtenden Monarchfalter aus Kanada und den USA nach Mexiko, um hier die Wintermonate zu verbringen. Es ist ein Staffellauf über mehrere Generationen: Über 4000 Kilometer müssen die Monarchfalter zum Teil auf ihrem Weg ins Winterquartier zurücklegen. Das kann ein einzelner Schmetterling zu Lebzeiten nicht schaffen. Monarchfalter leben nur wenige Wochen und brauchen mehrere Generationen, bis sie den gesamten Weg hinter sich gebracht haben. Nach wie vor ist nicht genau erforscht, wie die Schmetterlinge ihr Ziel finden. Aber sie kommen an. Noch.

Bis sich die Bäume biegen

Im Hochland von Zentral-Mexiko lassen sich die Falter in mehreren kleinen Waldarealen von nur wenigen Hektar Größe nieder. Sie sind federleicht und doch biegen sich die Äste der Kiefern, Tannen und Zypressen unter ihrem Gewicht, so gewaltig ist ihre Zahl. In Mexiko hat die tierische Massenmigration auch eine kulturelle Bedeutung und wird ausgiebig gefeiert. Die Monarchfalter gelten den Mexikanern als Symbol für die Rückkehr der Seelen ihrer Vorfahren.

Volkszählung im Winterquartier

Die Versammlung der Monarchfalter in Mexiko bietet dem WWF und anderen Naturschützern eine gute Möglichkeit, den Bestand der Tiere abzuschätzen – und somit auch eine Bedrohung der Art auszumachen. "In den letzten Jahren bedeckte der Schmetterlingsteppich in Mexiko zwei bis vier Hektar Land, in diesem Jahr ist es nur noch eine Fläche von 0,67 Hektar," sagt Volker Homes.

Rückgang der Monarchfalter © WWF
Rückgang der Monarchfalter © WWF

Pestizide töten Monarchfalter

Verantwortlich für die Monarchenkrise ist vor allem die Landwirtschaft. "Der massive Einsatz von Pestiziden macht den Schmetterlingen schwer zu schaffen", erläutert Volker Homes. "Die sogenannten Seidenpflanzen, die Hauptnahrung der Schmetterlings-Raupen, werden durch den Pestizideinsatz zurück gedrängt. Dadurch gibt es immer weniger Falter-Nachwuchs." In den USA und Kanada sind in den letzten Jahren viele Gebiete in Ackerflächen umgewandelt worden, in denen der Monarchfalter in den Sommermonaten siedelt. Die dort entstehenden Monokulturen berauben den schönen Schmetterling seines Lebensraums und seiner Nahrung.

Was können wir tun?

Der WWF fordert eine naturnahe Landwirtschaft. "Wir brauchen auch auf den Äckern Rückzugsräume für wildlebende Tiere und Pflanzen, sonst gehen bei vielen Arten bald die Lichter aus", so Volker Homes.

Von Stephanie Probst

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