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Haie sind die Opfer

Sie gehörten schon immer zu den Furcht erregendsten Tieren auf Erden. Tatsache aber ist: Es kommen mehr Menschen durch Elefanten oder Bienen ums Leben als durch Haie.

Weißspitzen-Hochseehai. © naturepl.com / Doug Perrine / WWF
Weißspitzen-Hochseehai. © naturepl.com / Doug Perrine / WWF

Jedes Jahr werden etwa 100 Haiangriffe weltweit registriert, ungefähr fünf bis zehn davon enden tödlich. Hingegen werden jedes Jahr Hunderttausende von Haien durch Menschen direkt oder indirekt getötet.

 

Haie sind keine bösartigen Einzelgänger mit Appetit auf Menschenfleisch. Bereits in den vierziger Jahren konnte Tauchpionier Hans Hass belegen, dass sie entlang von Korallenriffen nur ihr Territorium gegen menschliche Eindringlinge verteidigen. Angegriffene Surfer und Schwimmer wurden offenbar mit Robben verwechselt – einer bevorzugten Leibspeise gerade der Weißen Haie.

Die erfolgreichsten Jäger der Erde

Haie sind bereits seit über 450 Millionen Jahren auf der Welt, überlebten sogar große und gefräßige Dinosaurier. Vermutlich, weil ihr Körper so perfekt ist. Haie können Bewegungen und Blut kilometerweit orten. Sie sind so schnell wie Motorboote – und das unter Wasser. Sie haben keine Schuppen, sondern eine Haut mit zahllosen „Minizähnen“.

 

Und Haie besitzen ein außergewöhnliches Gebiss. Ihr Oberkiefer kann beim Fressen herausgestülpt werden. Diese Biss-Technik nutzen auch heute die meisten Haie erfolgreich: Ein Tigerhai etwa hat eine Beißkraft von zwei Tonnen pro Quadratzentimeter – hundertmal mehr als der Mensch!

 

Haie sind außerdem nicht dumm: Sie lernen aus Erfahrungen und können ihre Angriffsweise wechseln. Nach neuesten Forschungsergebnissen verfügen die angeblichen Monster der Meere sogar über ein komplexes Sozialverhalten.

 

Doch nicht der Hai bedroht den Menschen, sondern der Mensch den Hai.

Warum so viele Haie sterben müssen

Ins Netz gegangen. © B.J. Skerry / Nat. Geogr. Stock / WWF
Ins Netz gegangen. © B.J. Skerry / Nat. Geogr. Stock / WWF

Jedes Jahr werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen. Und das oft nur, um die Flossen abzuhacken. Denn die gelten vor allem in asiatischen Ländern als Delikatesse. Anschließend werfen die Fischer die Tiere blutend und schwimmunfähig wieder ins Meer zurück, wo sie qualvoll sterben. Für Knabber-Chips aus Hai-Knorpel „verbraucht“ allein Costa Rica jeden Monat über 200.000 Haie.

 

Haie landen außerdem als ungewollter Beifang in riesigen Fischernetzen, die immer mehr die Weltmeere durchziehen.

 

Der WWF arbeitet daran, brutale Fangpraktiken zu verbieten, den Haischutz in vielen Regionen der Erde zu verbessern (was in Südafrika und Australien bereits gelungen ist), und das schlechte Image der Haie abzubauen.

 

Im Jahr 2004 gelang es dem WWF und dem Artenschutzprogramm TRAFFIC, den Weißen Hai auf Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES zu setzen. Das bedeutet einen besseren Schutz vor nicht-nachhaltigem Handel.

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